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Orte am unteren Niederrhein:

  ALPEN

EINFÜHRUNG

Die Gemeinde Alpen am Niederrhein
einschließlich der weiteren Ortsteile Veen, Menzelen und Bönninghardt

Im Jahre 1074 beginnt die mit historischen Dokumenten belegbare Geschichte des Ortes Alpen, der ab der Mitte des 14 Jahrhunderts bis ungefähr 1800 sogar Stadtrechte besaß. Zur heutigen stadtrechtslosen, 13000 Einwohner zählenden Gemeinde Alpen gehören seit 1969 bzw. 1976 auch die Dörfer bzw. weiteren Ortsteile Veen, Menzelen und Bönnighardt.
 
Die Namensgleichheit mit einem großen mitteleuropäischen Gebirge lässt ein wenig schmunzeln, da die beschauliche Gemeinde ja in der Tiefebene des fast durchgängig flachen Niederrhein liegt. Gleichwohl muss man zugeben, dass es im Gemeindegebiet stellenweise ein wenig hügelig ist. Alpen selber liegt sogar am Fuße eines kleinen waldreichen Höhenzugs. Tatsächlich leitet sich der Ortsname aber von einem lokalen Adelsgeschlecht ab, das bis Anfang des 14. Jahrhunderts die Herrschaft über den kleinen Ort am Niederrhein ausübte. Die Herren von Alpen residierten damals auf einer Burg, von der heute im wesentlichen nur noch der Burghügel am nordöstlichen Ortsausgang erhalten ist.


Burghügel und Denkmal für Kurfürstin Amalia

1539 erblickte die wahrscheinlich berühmteste Persönlichkeit von Alpen, die spätere Kurfürstin Amalia von der Pfalz, auf eben erwähnter Burg das Licht der Welt. 1602 ist sie dort auch gestorben und wurde dann in der evangelischen Kirche in Alpen beigesetzt. Eine lebensgroße Plastik neben dem Gotteshaus erinnert an die Herrscherin und Wohltäterin. Plastisch und greifbar wird die Geschichte des Ortes auch am so genannten Geschichtsbrunnen. Er besteht aus vier Metallblöcken, die eine kleine, mittige Wasserfontäne umgeben. Jeder Block ist einem der vier Ortsteile von Alpen zugeteilt und zeigt lokale historische Ereignisse in schön gestalteten Reliefen.


Geschichtsbrunnen


Rathaus

Der interessante Brunnen steht etwa auf halben Weg zwischen der evangelischen und katholischen Kirche. Die größere katholische Kirche, die dem Heiligen Ulrich geweiht ist, wurde 1873 im Stile der Neugotik errichtet. 1903 wurde dann noch der hohe Turm angefügt. Der Grundstein zur kleineren, aber schöneren evangelischen Kirche wurde 1602 von oben erwähnter Kurfürstin Amalia gelegt. In dem barocken Gotteshaus befindet sich auch ihr prächtiges Grabmonument. Ihr heutiges Erscheinungsbild verdankt die strahlend weiße Kirche einem unmittelbaren Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1716.

Kirchen in Alpen

Neben den beiden Kirchen haben sich noch ein paar weitere historische Gemäuer im Ortskern erhalten. Darunter zählen unter anderem der große Gebäudekomplex des Marienstiftes und das Rathaus. Beide Bauwerke stammen wohl aus der Zeit um 1900. Das ursprüngliche Ratsgebäude ist jedoch mittlerweile um einen recht gelungenen modernen Erweiterungsbau ergänzt worden. Wie an vielen anderen Orten am Niederrhein wird auch der ursprüngliche Ortskern von Alpen von weitflächigen Einfamilienhaussiedlungen umzingelt, die ab den 60iger Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Inmitten einer solchen modernen Siedlung trifft man auf die Ruine einer alten Mühle aus der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Mühlenruine




Amaliengalerie (links) und Marienstift (oben)

Besser erhaltene Windmühlen stehen übrigens in den anderen Ortsteilen von Alpen: Die so genannte Mosters Mühle in Menzelen-Ost wurde um 1865 erbaut und ist heute noch im vollen Umfang betriebs- bzw. mahlfähig. Eine weitere, aber nicht mehr funktionsfähige Mühle, da ihr das Flügelkreuz fehlt, findet man in Menzelen-West, genauer gesagt: im Dörfchen Bönning-Rill. Sie wurde ungefähr zur gleichen Zeit errichtet. Auch sie trägt den Namen Mosters Mühle, weil sie ab 1910 von einem Vetter des Müllers in Menzelen-Ost betrieben wurde. Unbedingt sehenswert im insgesamt rund 4000 Einwohner zählenden Dorf Menzelen sind auch der Froschbrunnen am Marktplatz und die gotische Pfarrkirche St. Walburgis aus dem 15. Jahrhundert. Ihr hoher Turm ist mit vielen Spitzbogenblenden ansehnlich geschmückt.


Froschbrunnen


historische Windmühlen in Menzelen-Ost und in Bönning-Rill; Pfarrkirche St. Walburgis

Die mittlerweile flügellose Mühle im Ortsteil Bönninghardt wurde wie ihre Schwestern in Menzelen ebenfalls in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet. Zur gleichen Zeit erhielt das kleine Dorf auch eine evangelische und eine katholische Kirche. Die eine wurde zwischen 1851 und 1868, die andere 1864 erbaut. Rund 100 Jahre vor der Entstehung der beiden Sakralbauten hatten sich hier wie im 30 Kilometer entfernten Goch Kolonisten aus der Pfalz angesiedelt. Zuerst wohnten sie in Erdlöchern, dann in so genannten Plaggenhütten. Eine Rekonstruktion solch schlichter Hütten kann man sich heute im Dorf neben der katholischen Kirche anschauen.


Bönninghardt: Windmühle, evangelische und katholische Kirche, Plaggenhütten

Der Name Bönninghardt bezeichnet übrigens nicht nur das Dorf, sondern auch einen Höhenzug, eine eiszeitliche Endmoräne, auf dem der kleine Ort am Niederrhein liegt. Oben wurde ja schon erwähnt, dass die Landschaft auf dem Gemeindegebiet von Alpen für niederrheinische Verhältnisse relativ hügelig ist. Außerdem sind Wälder, Wiesen, Weiden, Felder und vereinzelte Bauernhöfe charakteristisch für das Landschaftsbild. Wanderer und Radfahrer werden sich also im größtenteils land- und forstwirtschaftlich genutzten Alpener Gemeindegebiet außerordentlich wohl fühlen.


Umgebung von Veen

Landschaftlich besonders reizvoll ist auch die Gegend um den Ortsteil Veen. Eine Vielzahl von Einfamilienhäusern im etwas größeren Dorf lässt auch hier vermuten, dass der Ort nach dem 2. Weltkrieg erheblich baulich erweitert wurde. Die größtenteils angenehme Außenwirkung dieser modernen Gebäude wird wie an vielen anderen Orten am Niederrhein auch durch einen liebevoll gepflegten Vorgarten bestimmt. Es ist für jeden Einwohner und Besucher unverkennbar, dass man sich in einer Gartenbauregion aufhält. Ältestes Gebäude im Dorf ist die Pfarrkirche St. Nikolaus. Sie stammt noch aus dem Mittelalter und erhielt schließlich 1458 ihr heutiges Erscheinungsbild. Ihr wuchtiger Turm kann sicherlich beeindrucken. Direkt neben der Kirche befindet sich die Grundschule, ein Bau aus den 30iger Jahren des 20. Jahrhunderts, und das Heimatmuseum Veen. In unmittelbarer Nähe hat sich außerdem ein schönes Gebäudeensemble aus der Zeit um 1900 erhalten. Damals baute man noch im erhabenen Stile des Historismus, wobei man sehr viel Mühe auf eine prächtige Fassadengestaltung legte.


Veen: Pfarrkirche St. Nikolaus, historisches Gebäudeensemble, Grundschule mit Heimatmuseum (oben)
und Landschaft zwischen Veen und Birten (unten)

Nützliche Links:

http://www.alpen.de  http://www.evangelische-kirchengemeinde-alpen.de   http://www.hausderveenergeschichte.de   http://www.plaggenhuette.org  

 

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