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Orte am unteren Niederrhein:

  DINSLAKEN

EINFÜHRUNG

Keine der anderen nordniederrheinischen Gemeinden, die direkt an den Rhein grenzen, darf einen so kurzen Rheinuferabschnitt ihren eigenen nennen wie die Stadt Dinslaken. Gerade einmal 500 Meter des östlichen Ufers, genau an der Stelle, an der die Emscher in den Rhein mündet, liegen auf ihrem Gebiet. Ein sehr hoher Deich schützt hier den Ortsteil Eppinghoven vor Überschwemmungen. Eppinghoven ist einer von 6 Stadtteilen der rund 70000 Einwohner zählenden Gemeinde Dinslaken.


Emschermündung in den Rhein


der Rheindeich bei Eppinghoven, im Hintergrund das Kraftwerk in Voerde

Stadtrechte wurden Dinslaken schon 1273 durch Graf Dietrich VII. von Kleve verliehen. Der Ort, der heute zu den größten Gemeinden am Niederrhein zählt, muss aber aufgrund einer urkundlichen Erwähnung schon mindestens 100 Jahre früher bestanden haben. Wie Wesel, Duisburg und Kalkar nahm auch Dinslaken aufgrund seiner verkehrstechnisch günstigen Lage am Rhein und dank einer blühenden lokalen Tuch- und Leinen-Herstellung regen Anteil am Handel der Hanse im ausgehenden Mittelalter und in der frühen Neuzeit.



die Burg bzw. das Rathaus mit historischen und modernen Bauteilen

1627 zerstörten während des 80-Jährigen-Krieges die Holländer die aus dem 12. Jahrhundert stammende Burg, die man mit Fug und Recht als Ausgangs- bzw. Kristallisationspunkt der Ortswerdung Dinslakens im Mittelalter bezeichnen darf. Sie wurde nach der Zerstörung wieder aufgebaut, Ende des 2. Weltkrieges aber, als der Ort durch alliierte Truppen sturmreif geschossen wurde, wiederum fast vollständig vernichtet. Anfang der 50iger Jahre baute man dann die Burg in modernen Stilformen unter Einbeziehung und Erhaltung der noch vorhandenen historischen Bausubstanz wieder auf. Die teils historische, teils moderne Burg bietet heute Rathaus und Ratsherren Platz. An die Burg bzw. das Rathaus grenzt übrigens eine schöne Freilichtbühne, die man Burgtheater nennt.


Rittertor und Pförtnerhaus

Wenn man von der Burg in Richtung Innenstadt bzw. Marktplatz geht, kann man das so genannte Rittertor durchqueren, an das sich ein zugehöriges Pförtnerhaus, ein weißgeschlemmter Backsteinbau aus dem 18. Jahrhundert, schmiegt. Man wandelt dann sozusagen auf historischen Pfaden, dem ursprünglichen Zugangsweg von der Burganlage zur Stadt.

Ausschnitt aus einer Infotafel



Nach ein paar Schritten erreicht man den Marktplatz. Auf ihm steht seit Mitte der achtziger Jahre ein kleiner schöner Brunnen, der durch seine Gestaltung an die historischen Pumpennachbarschaften in Dinslaken erinnern soll. Brunnen und Marktplatz werden von der für das Innenstadtortsbild typischen Mischung von historischen und modernen Gebäuden gesäumt.

Gut sichtbar vom Marktplatz ist die nur wenige Meter entfernte Kirche St. Vincentius. Der ursprünglich spätmittelalterliche Sakralbau wurde Ende des zweiten Weltkrieges erheblich beschädigt. Beim Wiederaufbau wurde die Kirche nicht nach historischen Bauplänen rekonstruiert, sondern man ersetzte die zerstörten Teile durch geschmackvolle moderne Bauglieder. An der Nordseite des Turmes sind heute die so genannten Drei Kreuze aufgestellt. Diese schönen Sandsteinskulpturen aus der Zeit um 1500 waren einst letzte Station eines Kreuzweges.

Marktplatzbrunnen


St. Vincentius und die Drei Kreuze

Die 1723 eingeweihte evangelische Stadtkirche, ein nicht wenig sehenswerter weiß verputzter Sakralbau, der sich quasi zwischen die engen Häuserzeilen quetscht, ist mit schönen Fenster und einer alten, unter Denkmalschutz stehenden Orgel ausgestattet. Weiß verputzt ist auch der Voswinckelshof am Rande der Innenstadt. Der dreiflügelige ehemalige Adelssitz dient heute als ein interessantes stadthistorisches Museum, in dem die geschichtliche und gesellschaftliche Entwicklung Dinslakens dargestellt wird. Neben dem Museum stehen übrigens noch Reste der mittelalterlichen Stadtmauer und ein altes Backhaus, die so genannte Bollwerkskathe.


die evangelische Stadtkirche, Museum Voswinckelshof und die Bollwerkskathe mit Stadtmauer

Außerhalb des Stadtzentrums von Dinslaken bieten auch die anderen Ortsteile Hiesfeld und Lohberg manch sehenswertes: An den Marktplatz des 1917 eingemeindeten Hiesfeld grenzt die schöne evangelische Kirche St. Cyriakus. Der eher kleine, hell weiß verputzte Sakralbau mit gotischem Langhaus und romanischen Turm geht in seiner heutigen Erscheinungsweise hauptsächlich auf das 15. bis 17. Jahrhundert zurück. Außerdem stehen in Hiesfeld eine 1822 erbaute Holländerwindmühle und eine noch ältere Wassermühle, in deren Gebäude 1991 ein Mühlenmuseum mit rund 50 Mühlenmodellen eröffnet wurde.


evangelische Kirche, Holländerwindmühle und Wassermühle in Hiesfeld

Der Dinslakener Stadtteil Lohberg wurde in den Jahren nach 1907 für die Bergarbeiter der Zeche Lohberg erbaut, die zur gleichen Zeit entstand, Anfang 2006 aber stillgelegt wurde. Die nach den Ideen der Gartenstadtbewegung entworfene Bergarbeitersiedlung zeigt sich auch heute noch im wesentlichen in ihrem historischen Erscheinungsbild mit mehreren hundert Häuser, Schulen, Kirchen und sonstigen für eine autarke Siedlung notwendigen Gebäuden. Die beiden Fördergerüste und weitere bedeutende Betriebsgebäude der Zeche sollen erhalten bleiben. Zeche und Siedlung als wichtige Zeugnisse der historischen Industriekultur am Niederrhein sind in ihrer Gesamtheit beachtenswerte, überregional bedeutende Denkmäler.

   Lohberg mit Fördergerüst, Marienschule (1921, unten links), Wohnhaus und Marienkirche
  

Nützliche Links:

http://www.dinslaken.de   http://www.muehlenmuseum-dinslaken-hiesfeld.de   http://www.bergwerk-lohberg.de

 

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