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Orte am unteren Niederrhein:

  DUISBURG - BAERL

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Baerl am Rhein

Das etwas größere Dorf Baerl, dessen erste urkundliche Erwähnung weit bis in das Jahr 1234 zurückreicht, wurde erst 1975 nach Duisburg eingemeindet. Der heutige nordwestlichste und flächenmäßig größte Stadtteil hat daher seinen ländlich-niederrheinischen Charakter weitgehend bewahren können. Davon zeugen auch die Einwohnerzahlen, denn in Baerl mitsamt umliegenden zugehörigen Dörfern wohnen gerade einmal 5000 Menschen. Außerdem prägen hier weniger geräumige Siedlungen und qualmende Schornsteine, sondern vielmehr Wälder, Äcker, Wiesen, Weide- und Wasserflächen das Bild der Landschaft. Nichtsdestotrotz sind die imposanten Industrieanlagen am gegenüberliegenden Rheinufer unübersehbar. Lange Rede, kurzer Sinn: Der Rhein beim Stadtteil Baerl markiert den Übergang vom ländlichen zum städtischen Niederrhein.


Landschaftsbild mit Blick auf die Thyssen-Werke


Rheinpromenade in Baerl

Kein Wunder also, dass die Gegend als Naherholungsgebiet für die Städter vom anderen Flussufer recht beliebt ist. Viele von ihnen steuern direkt den Parkplatz an der Rheinpromenade von Baerl an. Von dort aus kann man entweder ausgedehnte Spaziergänge mit Blick auf die vorbeifahrenden Frachtschiffe unternehmen oder sich direkt auf einer Sitzbank niederlassen, um das Treiben auf Deutschlands längsten Fluss zu beobachten. Verhungern muss man dabei auch nicht, denn ein Eisverkäufer und ein Ausflugsrestaurant bieten ihre Dienste an.


Ausflugsrestaurant und Parkplatz an der Rheinpromenade

Wer die Promenade in südliche Richtung entlang läuft, erreicht nach kurzer Wegstrecke zwei imposante Brücken. Die eine ist ein modernes Bauwerk aus der Zeit um 1990 und trägt den Verkehr der Autobahn A 42, die andere ist die letzte erhaltene Vorkriegsrheinbrücke am nördlichen Niederrhein und wird auch heute noch von Schienenfahrzeugen überquert. Das technische Denkmal wird Haus-Knipp-Eisenbahnbrücke genannt und wurde zwischen 1910 und 1912 als Bogenkonstruktion in Stahlfachwerktechnik errichtet.


Haus-Knipp-Eisenbahnbrücke

Der Rhein ist nicht das einzige Gewässer in Baerl, an dem man verweilen kann. Es gibt außerdem noch einige durch Abbau von Kies und Sand entstandene Seen. Unter diesen so genannten Baggerlöchern, die mittlerweile wieder renaturiert sind, ragen an Größe und Ausdehnung u. a. der Uettelsheimer See und der Lohheidesee in den jeweils gleichnamigen Ortsteilen hervor. Der Lohheidesee bildet zusammen mit dem unmittelbar angrenzenden Baerler Busch, einer rund 4 Quadratkilometer umfassenden Waldfläche, ein großes zusammenhängendes Naherholungsgebiet, das zum Faulenzen oder zu Spaziergängen einlädt.


Lohheidesee und Baerler Busch

Das weitläufige Waldgebiet grenzt unmittelbar an die neueren, westlichen Wohngebiete von Baerl. Der historische Dorfkern befindet sich dagegen am östlichen Ortsrand. Auf dem zentralen Platz steht ein wohl mittlerweile mehr als 100 Jahre altes Denkmal für Kaiser Wilhelm, um den herum sich mehrere alte Bauernhofanlagen und die evangelische Kirche St. Luzia gruppieren. Bei dem sehenswerten Gotteshaus handelt es sich um eine aus dem 12. Jahrhundert stammende romanische Tuffsteinkirche, die im Laufe der Jahrhunderte zwar mehrfach umgebaut wurde, aber dennoch viel ursprüngliche Bausubstanz bewahren konnte. Sicherlich zählt St. Luzia sogar zu den schönsten historischen Bauwerken in ganz Duisburg.

 
Ortskern von Baerl: Bauernhofgebäude und Kirche St. Luzia

Als die Baerler Mühle 1805 auf einem kleinen Hügel erbaut wurde, lag sie noch westlich außerhalb des Dorfes. 100 Jahre lang versah sie gute Dienste und mahlte Korn für die ansässigen Bauern in der Umgebung. Heute ist die Wallholländermühle außer Betrieb und nur noch ein bemerkenswertes technisches Denkmal. Ein weiteres historisches Mahlwerk befindet sich im Ortsteil Lohheide. Die Lohmühle ist rund 30 Jahre jünger als ihre Schwester in Baerl und stammt aus der Zeit um 1835. Durch glückliche Umstände hat sich fast ihre gesamte originale technische Ausstattung aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erhalten.

 
Baerler Mühle, Lohmühle und Gebäude in Binsheim (Bauernhof und Häuser am Rheindeich)

Im Gegensatz zu Baerl und Lohheide sind die anderen Ortsteile Kleinstsiedlungen. Das Straßendorf Binsheim längs des Weges nach Orsoy und seine unmittelbare Umgebung befinden sich in einer durch und durch von agrarwirtschaftlichen Strukturen geprägten Landschaft. Gleichwohl muss man auch zugeben, dass die Schwerindustrie auf der anderen Flussseite nur teilweise vom Rheindeich verdeckt wird und die ländliche Idylle dadurch ein wenig gestört wird. Neben eben erwähnter Landschaft sind hier besonders einige alte Gutshöfe sehenswert. Noch kleiner als Binsheim ist Uettelsheim. In dem Bauerndorf übertrifft die Menge aller Pferde und anderer Vierbeiner bei weitem die Anzahl der wenigen menschlichen Einwohner. Östlich des Ortes liegt der lang gestreckte Uettelsheimer See, ein ehemaliger Baggersee. Man kann ihn auf einem ufernahen Rundweg umwandern.

 
Duisburg-Baerl: Uettelsheimer See und Uettelsheim

 

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