niederrhein-nord.de
Home  Fotos  Email/Impressum  Links

Orte am unteren Niederrhein:

  EMMERICH - DORNICK

GEMEINDE EMMERICH  |  DORNICK  |  ELTEN  |  HÜTHUM und BORGHEES

Dornick bei Emmerich

Das 500-Einwohner-Dorf Dornick südlich von Emmerich zählt wie Keeken, Grieth, Vynen, Bislich und Orsoy zu den vielen kleineren Orten am nördlichen Niederrhein, die unmittelbar am bzw. hinter dem Rheindeich liegen. Es ist also kein Wunder, dass das Leben im Dorf schon über Jahrhunderte hinweg von Deutschlands berühmtesten Fluss mitbestimmt wird. Gleichwohl muss man aber auch feststellen, dass dieser Einfluss erheblich zurück gegangen ist: Heute lebt wohl niemand mehr in Dornick vom Fischfang oder der Schifffahrt. Die traditionelle Verbundenheit des Dorfes mit dem Rhein zeigt sich jedoch immer noch besonders an zwei Stellen: einerseits auf dem Rheindeich, auf dem ein recht hübscher, mit Fahnen geschmückter Schiffermast steht, anderseits auf einer kleinen Rasenfläche an der Kreuzung der Dornicker Straße mit der Dorfstraße: Dort sind nämlich ein kleines Boot und ein Schiffsanker ausgestellt. Neben diesen beiden Exponaten befindet sich auch noch ein Stein mit der folgenden Aufschrift: "Dornick / 1188". Die Gesamtaussage des kleinen Plätzchens wird nun klar und kann mit wenigen Worten zusammengefasst werden: Dornick ist ein über 800 Jahre altes Fischer- bzw. Schifferdorf, oder besser gesagt: ehemaliges Fischer- bzw. Schifferdorf. Neben dem Fischfang spielte früher übrigens auch die Landwirtschaft eine bedeutende lokale Rolle. Sie wird im Gegensatz zur Fischerei heute noch im erheblichen Umfange betrieben.


Schiffermast, 1188-Stein, Boot und Schiffsanker

An der gleichen Straßenkreuzung, die man auch als den zentralen Verkehrsknotenpunkt des Ortes bezeichnen darf, da sich entlang der Dornicker Straße und der Dorfstraße fast alle Gebäude konzentrieren, kann man auch ein großzügig angelegtes und sehr gepflegtes Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege erblicken. Eine fünfstufige Freitreppe führt zu einem Steinkreuz auf einem Postament, das links und rechts von jeweils einer Inschriftentafel mit den Namen der Opfer flankiert wird. Auffällig ist, dass die Totenzahlen des 2. Weltkrieges die des 1. Weltkrieges um mehr als das Achtfache übertreffen.


Kriegsgefallenendenkmal

1945 musste man neben den vielen menschlichen Opfern in Dornick auch die schwere Beschädigung der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer beklagen. In den Jahren zwischen 1949 und 1953 wurde sie aber wieder hergestellt. Ihre Struktur bzw. Architektur ist ein wenig außergewöhnlich: Zwischen dem in gotischen Formen gestalteten Turm, dessen älteste Bauteile noch aus dem 13. Jahrhundert stammen, und dem mehrseitigen Chor aus dem 15. Jahrhundert befindet sich nämlich ein Langhaus, das fast nur aus einem Querhaus zu bestehen scheint. Zwei weitere kleinere Anbauten an das Langhaus sorgen dafür, dass der Grundriss der Johanneskirche eher einem gleichseitigen Quadrat als einem lang gezogenen Rechteck ähnelt. Ein Sandsteintaufbecken und Holzskulpturen aus dem Mittelalter zählen zu den bedeutendsten Ausstattungstücken im Innenraum.


Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

Während die Kirche noch rund 50 Meter vom Rheindeich entfernt liegt, wurde das Pfarrhaus im Jahre 1902 direkt auf dem Hochwasserschutzdamm errichtet. Dem zweigeschossigen, teils ziegelsichtigen, teils hell verputzten Gebäude ist ein halbrunder Erker auf der Eingangsseite vorgelagert. Ebenfalls unter Denkmalschutz steht ein weiteres Bauwerk unmittelbar am Deich in Dornick: der Turmstumpf einer Holländerwindmühle aus dem 17. Jahrhundert, der heute zu Wohnzwecken genutzt wird.


Pfarrhaus und Mühlenstumpf am Deich





Gebäude am Kirchplatz (links die Alte Schule) und Backsteinvilla (oben)
Gebäude am Deich (unten)

Zur ursprünglichen Ortsbebauung von Dornick gehören u. a. ebenfalls die Alte Schule am Kirchplatz, das Alte Forsthaus, eine sehr hübsche, um 1900 erbaute Backsteinvilla und einige landwirtschaftliche Gebäude. Das Dorfbild wird heute auch noch durch recht viele Neubauten, meistens Einfamilienhäuser, ergänzt. An den mittlerweile aufgelösten Bundeswehrstandort am südlichen Rande des Ortskernes erinnert hoffentlich bald nur noch die kleine Hafenanlage am Grietherorter Altrhein. Die Emmericher Pioniere hatten nämlich in Dornick zwischen 1969 und 2008 einen Wasserübungsplatz unterhalten, der auch einige nicht besonders schöne Immobilien umfasste. Unmittelbar östlich der Hafenanlage trifft der Bienener Altrhein auf den Grietherorter Altrhein. Weiträumige Flächen ihres unmittelbaren Umfeldes sind heute als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Dieser viele Kilometer lange, immer noch wasserführende Altarmkomplex prägt zusammen mit dem breit dahinströmenden Rhein und seinem grünen Deichvorland wesentlich das Landschaftsbild des kleinen niederrheinischen Dorfes.

 

GEMEINDE EMMERICH  |  DORNICK  |  ELTEN  |  HÜTHUM und BORGHEES

 

 nach oben zum Seitenanfang