niederrhein-nord.de
Home  Fotos  Email/Impressum  Links

Orte am unteren Niederrhein:

  GELDERN - HARTEFELD u. VERNUM

GEMEINDE GELDERN  |  HARTEFELD u. VERNUM  |  STRAßENMALER  |  WALBECK

Die Dörfer Hartefeld und Vernum

Nicht nur aufgrund ihrer räumlichen Nähe werden die beiden benachbarten Dörfer hier gemeinsam vorgestellt. Bis zum Ende der 60er Jahre bildeten sie sogar die Hauptorte der Gemeinde Vernum. Im Zuge der kommunalen Neugliederung 1969 wurden die beiden Dörfer aber schließlich nach Geldern eingemeindet, während man die ehemals südlichen Gemeindegebiete von Vernum rund um die Siedlung Poelyck an die neu entstandene Kommune Kerken angliederte. Lange Rede, kurzer Sinn: Hartefeld und Vernum sind heute nur noch Ortsteile von Geldern.


ehemaliges Rathaus der Gemeinde Vernum und das Pastorat (oben)
an der Hartefelder Dorfstraße (unten)

Beide Dörfer können auf eine mindestens 700 Jahre alte Geschichte bzw. Tradition zurückblicken, denn ihre Ortsnamen wurden Ende des 13. Jahrhunderts erstmalig in einer mittelalterlichen Urkunde erwähnt. Wirklich Weltbewegendes hat sich aber in Hartefeld und Vernum nicht zugetragen. Erwähnenswert ist immerhin, dass für das Jahr 1460 die Existenz einer Antoniuskapelle in Hartefeld bezeugt ist. Im ersten Quartal des 19. Jahrhunderts wurde dieser kleine Sakralbau durch eine 25 Meter lange und 10 Meter breite Saalkirche mit dreiseitigem Chorabschluss ersetzt. Zur gleichen Zeit wurde auch das heute noch vorhandene Pastorat an der Dorfstraße erbaut. Eine unübersehbare Inschrift auf der Fassade verrät das genaue Baujahr: 1822. Wenige Jahrzehnte später musste man leider feststellen, dass die Ausmaße der neuen Saalkirche nicht mehr der Größe der gewachsenen Gemeinde genügten. An ihrer Stelle errichtete man zwischen 1894 bis 1896 die heutige Antoniuskirche. Dem einschiffigen neugotischen Backsteinbau mit Querhaus und mehrseitigem Chor wurde dann noch 1901 ein hoher Turm mit Spitzhelm angefügt. Das Kircheninnere wirkt aufgrund des prächtigen Hochaltars, der farbigen Ausmalung und der bunten Fenster sehr heiter. Die 6 Fenster des Langhauses stammen übrigens aus dem Jahr 1865 und waren ursprünglich in dem Vorgängerbau eingebaut. Noch älter ist ein großes ehemaliges Altarbild aus dem 18. Jahrhundert, das die Anbetung des Jesuskindes durch die Hirten zeigt.


Pfarrkirche St. Antonius

Rund 150 Meter von der Kirche entfernt säumt ebenfalls eine dem Heiligen Antonius geweihte Kapelle die Hartefelder Dorfstraße. Der kleine Backsteinbau mit spitzbogigen Öffnungen wurde wohl um 1930 errichtet und birgt eine fast einen Meter hohe Statue des Heiligen. Die Annakapelle ist ein weiteres sehenswertes Heiligenhäuschen. Das kleine neugotische Sakralgebäude aus dem 19. Jahrhundert liegt etwas außerhalb von Hartefeld zwischen Feldern und Weiden am Poelycker Weg. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Vernum befinden sich weitere beachtliche Kapellen. An der Einmündung der Krefelder in die Kölner Straße trifft man z. B. auf ein weiß verputztes Heiligenhäuschen aus dem 18. Jahrhundert, in dem heute die Immerwährende Hilfe verehrt wird. Bemerkenswert ist auch die rund 200 Jahre alte kleine Michaelskapelle an einem Feldweg nahe der Duisburger Straße. Sie steht im Schatten einer großen, weit ausladenden Trauerweide.


Blick in die Antoniuskapelle, Außenansicht der Annakapelle (oben) und
Heiligenhäuschen an der Krefelder Straße und Michaelskapelle (unten)

Von der Michaelskapelle aus kann man Haus Grotelaers, das kulturhistorisch bedeutendste Gebäude in Vernum, mühelos erblicken und nach kurzer Distanz erreichen. Das recht große, zweigeschossige Backsteingebäude mit Walmdach fällt besonders wegen seines imposanten, mit einer barocken Haube gekrönten Turmes auf. In dieser Gestalt wurde das ehemalige Herrenhaus im Jahre 1696 erbaut. Nach Ausweis von alten Dokumenten reicht die Geschichte des Landguts aber bis mindestens ins 13. Jahrhundert zurück. Haus Grotelaers befindet sich übrigens in Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden.


Haus Grotelaers

Weitere Landgüter bzw. Bauernhöfe finden sich in großer Zahl in und um Hartefeld und Vernum. Ihre Gebäude sind allerdings nicht so alt wie Haus Grotelaers und stammen meist aus dem 19. Jahrhundert. Scheunen, Ställe, Speicher und Wohnhäuser dieser Bauernhöfe gruppieren sich in der Regel um einen Innenhof und bilden ein in sich abgeschlossenes, fast wehrhaftes Ensemble. Eine Augenweide sind die recht aufwändig und repräsentativ gestalteten Fassaden der Wohnhäuser. Sie spiegeln den Stolz und das Ansehen des Landwirten im 19. Jahrhundert deutlich wider. Ihr Getreide ließen die Bauern seit 1820 in einer nahen Windmühle am Poelycker Weg mahlen. Die ursprüngliche hölzerne Kastenwindmühle wurde 1866 durch den heutigen Turmholländer aus Backstein ersetzt, der bis ungefähr 1920 betrieben wurde und heute zu Wohnzwecken dient.



Bauernhöfe und Windmühle

Die Zeiten, als nur Bauernhöfe, Katstellen, Mühle, Antoniuskirche, Kapellen, Felder, Weiden und Wälder die Landschaft und das Ortsbild von Hartefeld und Vernum prägten, gehören natürlich längst der Vergangenheit an. Einfamilien- und kleinere Reihenhäuser haben sich nach dem 2. Weltkrieg massenweise zur ursprünglichen Bebauung längs der Hartefelder Dorfstraße und der Vernumer Straße dazugesellt. Heute haben sich somit die ehemaligen Bauernschaften zu größeren Dörfern mit jeweils 1000 bzw. 2000 Einwohnern entwickelt. Dem Expansionsdrang beider Ortschaften setzte bzw. setzt in südliche Richtung die so genannte Bahnekull eine Grenze. Durch den mehrere Kilometer langen, wenige Meter tief ausgehobenen Graben wollte man eigentlich eine Eisenbahnlinie anlegen. Nach dem Ersten Weltkrieg gab man das Projekt aber auf, obgleich die Arbeiten schon sehr weit fortgeschritten und alle Brücken über den Eisenbahngraben schon fertig gestellt worden waren. Heute ist die Bahnekull ein geschützter Landschaftsbestandteil, der größtenteils dicht mit Bäumen bewachsen ist. Die Brücken selber sind mittlerweile alle nicht mehr vorhanden und der Raum zwischen den Zufahrtsrampen ist mit Erde verfüllt. Als künstliche, rund 10 Meter hohe Erhebungen erwecken diese verfüllten Brücken in der sehr flachen Landschaft des Niederrhein rund um Hartefeld und Vernum aber immer noch eine gewisse Aufmerksamkeit und Neugierde.


Reihenhäuser an der Vernumer Straße und Blick auf eine Brückenzufahrtsrampe über die Bahnekull

Abschließend noch ein paar Worte zu auffälligen neueren Bauwerken aus dem 21. Jahrhundert: Neben der eben erwähnten Bahnekull erheben sich südöstlich von Hartefeld unübersehbar zwei große Windenergie- bzw. Windkraftanlagen. Rund 6 Millionen Kilowattstunden Strom speisen sie jährlich ins örtliche Netz ein. Sicherlich sind die beiden Windräder nicht so sehenswert wie der 2002 errichtete Flachsbrunnen an der zentralen Dorfwiese in Vernum, der an die ehemalige lokale Leinenherstellung erinnern soll. Auf dem hübschen, mit Steinen eingefassten Brunnen sitzen zwei einander zugewandte Bronzeskulpturen: Eine sich mit ihrer Tochter unterhaltende Mutter ist hier wohl dargestellt. Wer sich auf den dazu gestellten Bänken niedergelassen hat und genauer hinsieht, entdeckt auch ein paar kleinere Froschskulpturen am Brunnen.


Windenergieanlagen in Hartefeld und Flachsbrunnen in Vernum

 

GEMEINDE GELDERN  |  HARTEFELD u. VERNUM  |  STRAßENMALER  |  WALBECK

 

 nach oben zum Seitenanfang