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Orte am unteren Niederrhein:

  GENNEP

EINFÜHRUNG

Nachdem die Niers eine Vielzahl von niederrheinischen Gemeinden durchflossen hat, mündet sie schließlich in der niederländischen Gemeinde Gennep in die Maas. Gewiss kann man Gennep kaum als eine Stadt am Niederrhein bezeichnen. Tatsächlich befindet sie sich in der Provinz Limburg. Dennoch ist sie durch ihre Lage an der Niers mit vielen niederrheinischen Orten wie Grefrath, Wachtendonk, Geldern, Kevelaer, Weeze und Goch eindeutig verbunden. Diese geographische Verbundenheit zur Region Niederrhein wird noch durch historische Begebenheiten verstärkt: Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit gehörte Gennep nämlich auch wie die deutschen Nachbargemeinden zum Herzogtum Kleve, später auch zu Preußen.


die Niers bei Gennep

Die landschaftliche Lage der 17000 Einwohner zählenden niederländischen Gemeinde ist durch und durch reizvoll. Wälder, ausgedehnte Wiesen, weitflächige Felder und die oben schon angedeuteten Flusslandschaften tragen dazu natürlich erheblich bei. Die Niers windet sich hier in der Tat durch schöne Weide- und Wiesengebiete. Die nahezu geradlinig kanalisierte Maas wird von einem ihrer alten Flussarme s-förmig gekreuzt. Wahre Leckerbissen für das Auge!



alter Maasarm in der Nähe von Heijen (oben) und Landschaft zwischen Ven-Zelderheide und Milsbeek (unten; im Hintergrund der Reichswald auf dem Gemeindegebiet von Kranenburg)

An der Mündung der Niers in die Maas stand im Mittelalter eine befestigte Burg, das so genannte Genneperhuis. Abgesehen von einer erhöhten Stelle in dem heute als Kuhweide genutzten Mündungsgebiet und von ein paar Fundamentresten ist von der Burg leider nichts sichtbares mehr erhalten geblieben. Möglicherweise handelt es sich beim Genneperhuis um den Geburtsort des Norbert von Gennep bzw. von Xanten, der Anfang des 12. Jahrhunderts den Prämonstratenserorden gründete. Weder der Geburtsort - man vermutet Gennep oder Xanten - noch das genaue Geburtsjahr - man datiert es zwischen 1080 und 1085 - kann bei dem berühmten Heiligen als gesichert gelten. Tatsache aber ist, dass seine Familie bzw. sein Adelsgeschlecht aus Gennep stammt. Wie man nun sieht, beginnt die fassbare Geschichte des Ortes an der Maas und der Niers nicht erst mit der Stadtrechtsverleihung 1371.


Reste der Stadtmauer und Pinakelhuis

Aus dieser frühen Zeit, sprich: aus dem 13. und 14. Jahrhundert, sind noch erhebliche Reste der mittelalterlichen Stadtmauer erhalten geblieben. Zu den älteren profanen Bauwerken in Gennep gehören anderseits auch das um 1525 erbaute Pinakelhuis in der Molenstraat, ein Backsteinhaus mit Treppengiebel und schmückenden Fialen, und außerdem das weiß verputzte Petershuis in der Niersstraat. Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein ursprünglich spätgotisches Gebäude mit Treppengiebeln. Heute wird es als Museum genutzt, das Ausstellungen über moderne Kunst beherbergt und archäologische Funde aus Gennep und Umgebung zeigt.

Direkt neben dem Petershuis steht das überaus prächtige Rathaus am Marktplatz. Was für ein schönes Gemäuer! Das Renaissancegebäude mit vorgelagertem oktogonalen Treppenturm wurde zwischen 1612 und 1620 errichtet. Ein Vorgängerbau war dem Stadtbrand von 1597 zum Opfer gefallen.


Museum Petershuis


Rathaus

  
protestantische Kirche

Den Marktplatz säumt auch die kleine protestantische Kirche aus dem 17. Jahrhundert mit ihrer reich dekorierten östlichen Eingangsfassade. Von der alten Martinskirche ist heute nur noch der hohe Turm vorhanden. Der Rest des alten sakralen Bauwerks ist nach den schweren Kämpfen im Februar 1945 nicht wieder hergestellt worden. Stattdessen ließ die katholische Gemeinde am Rande des historischen Ortszentrum eine neue Martinskirche in den Jahren 1953/54 erbauen. Der überaus schöne Nachkriegsbau mit seinen teils historisierenden Architekturformen beherbergt auch ein Museum für religiöse Kunst.


alter Martinskirchturm

Martinskirche





Nördlich von Gennep liegen die beiden Ortsteile Milsbeek und Ottersum.

Die Backsteinkirche im Dorfzentrum des rund 5 Kilometer entfernten Milsbeek wurde 1931 errichtet. An das Kirchengelände grenzt unmittelbar ein englischer Soldatenfriedhof. Auf dem so genannten Milsbeek War Cemetery wurden etwas mehr als 200 Commonwealth-Soldaten bestattet. Sie erinnern eindringlich daran, dass Ende 1944 und Anfang 1945 während der Invasion der Alliierten im Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden erbitterte Kämpfe stattfanden, die u. a. unter den Namen "Schlacht im Reichswald" in die Geschichte eingegangen sind.


Kirche und englischer Soldatenfriedhof in Milsbeek
 
(In der Nachbargemeinde Berg en Dal befindet sich übrigens
eine weitere, viel größere Kriegsgräberstätte der Alliierten.)


Windmühle De Reus

Das 1973 eingemeindete Ottersum schließt unmittelbar nördlich an Gennep an. Beide Ortsteile werden quasi nur durch die Niers und zwei Hochwasserschutzdämme voneinander getrennt, zwischen denen sich eine gefällige grüne Flusslandschaft ausdehnt. Mindestens drei Bauwerke fallen dem Freund der Architektur in Ottersum besonders positiv auf: die 1848 errichtete und fast 20 Meter hohe Windmühle De Reus, das 1903 erbaute ehemalige Rathaus und die 30 Jahre später vollendete Kirche St. Jan de Doper.


Blick von Gennep nach Ottersum, Kirche St. Jan de Doper und ehemaliges Rathaus in Ottersum

Verlässt man Ottersum in östliche Richtung, fährt man auf halben Wege nach Ven-Zelderheide an einem ehemaligen Klostergebäude vorbei, das mittlerweile den Namen Landgoed Roepaen trägt. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts für die Schwestern von der Göttlichen Vorsehung errichtet, die schon 1882 von ihrem Stammsitz in Venlo-Steyl aus ein Filialkloster an dieser Stelle gegründet hatten. Heute werden die Räume im ehemaligen Klostergebäude unter anderem als Ort für kulturelle Veranstaltungen, Tagungen oder Betriebsfeiern angeboten.


Landgoed Roepan, Windmühle und Kapelle St. Antonius Abt in Ven-Zelderheide

Im Dorf Ven-Zelderheide unmittelbar an der deutsch-niederländischen Grenze kann man auch eine alte Windmühle entdecken. Laut Inschrift wurde sie im Jahre 1880 erbaut. Eine weitere Sehenswürdigkeit im 800-Einwohner-Dorf ist die Kapelle St. Antonius Abt. Das kleine sakrale Gebäude stammt ursprünglich aus dem Mittelalter, wurde aber im 18. und 19. Jahrhundert auf seine heutige Größe erweitert. Etwa einen Kilometer südlich von Ven-Zelderheide steht eine weitere alte Backsteinkapelle, deren Baujahr in die Zeit um 1600 geschätzt wird. Die so genannte Kapelle Landgoed Zelder dient allerdings nicht mehr als Gotteshaus, sondern als Empfangsraum für den Saatbetrieb Zelder BV.

 
Kapelle Landgoed Zelder und Haus Heijen

Last, but not least gibt es auch noch das Dorf Heijen. Man findet es im südlichen Gemeindegebiet von Gennep direkt an einer Autobahnabfahrt. Der Ort befindet sich außerdem in unmittelbarer Nähe zur Maas und zu einem schönen alten Maasarm. In diese recht reizvolle Flusslandschaft wurde Anfang des 17. Jahrhunderts ein durchaus sehenswertes Schlösschen gebaut. Das so genannte Haus Heijen mit seinen schönen Giebeln und einem Türmchen liegt heute am südwestlichen Dorfrand im durch und durch grünen Deichvorland. Eine schöne Windmühle aus dem 19. Jahrhundert zählt zu den weiteren Sehenswürdigkeiten in der unmittelbaren Umgebung des Ortes.


     Haus Heijen, alter Maasarm und Windmühle in Heijen-Diekendaal

Nützliche Links:

http://www.gennep.nl   http://www.museumhetpetershuis.nl   http://www.roepaen.com   http://www.heijen.info

 

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