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Orte am unteren Niederrhein:

  GOCH

EINFÜHRUNG

In Goch leben rund 20000 Einwohner, auf dem gesamten Gemeindegebiet mit sieben weiteren Ortsteilen sogar insgesamt 34000 Menschen. Wie Geldern und ein paar andere Orte am Niederrhein liegt die Stadt ebenfalls am Unterlauf der Niers, eines 120 km langen Flüsschens, das sich größtenteils in nördliche Richtung durch das Niederrheingebiet schlängelt, dann kurz vor Goch einen Westknick vollzieht und bald darauf im niederländischen Gennep in die Maas mündet.


die Niers in und um Goch


die Susmühle

Unmittelbar an der Niers befindet sich das vielleicht schönste historische Bauwerk von Goch: die Susmühle, eine von ursprünglich fünf Wassermühlen in der Stadt. Das heute denkmalgeschützte Bauwerk wurde im 18. Jahrhundert errichtet.

Erstmalig urkundlich erwähnt wird Goch übrigens im 13. Jahrhundert, als es noch zum Herzogtum Geldern gehörte. 1473 kam es in den Besitz der klevischen Herzöge, 1614 geriet es wie viele Orte am Niederrhein unter preußische Herrschaft.

In die geldrische Zeit, d. h. ins 13. Jahrhundert, fällt die Verleihung des Stadtrechts. Ein Jahrhundert später wird Goch mit einer ansehnlichen Stadtmauer befestigt. Von den einst 28 Türmen und vier Toren, die in die Stadtmauer integriert waren, ist mittlerweile nur noch das imposante Steintor vorhanden.

    
Steintor, St. Maria Magdalena und das Haus zu den Fünf Ringen

Vom bereits frühen, durch die Wollindustrie hervorgerufenen Wohlstand der mittelalterlichen Stadt zeugen ebenfalls das Haus zu den Fünf Ringen, ein gotisches Patrizierhaus aus der Zeit um 1500, und die große katholische Backsteinkirche St. Maria Magdalena. Die beiden imposanten mittelalterlichen Bauwerke befinden sich in unmittelbarer Nähe des Marktplatzes. Leider stürzte der ursprüngliche Kirchturm von St. Maria Magdalena 1993 ein. In der Folgezeit wurde er aber durch einen gelungenen modernen Neubau in gleicher Höhe ersetzt.





Männerhaus (links) und Frauenhaus (rechts)


protestantische Kirche

In einer Häuserzeile direkt am großflächigen Marktplatz liegt die protestantische Kirche, ursprünglich ein mittelalterliches Hospiz, das nach kurz vorher erfolgten Umbaumaßnahmen ab 1701 von der evangelischen Gemeinde genutzt wurde. Zwei weitere bedeutende historische Baudenkmäler in Goch, die wie das Hospiz Stiftungen zugunsten der Armen waren, stellen das Haus für arme Männer (Mühlenstraße 33) und das Haus für arme Frauen (Frauenhausstraße 6) dar. Das Männerhaus wurde 1455, das Frauenhaus 1504 gestiftet.


Tertiarinnenkloster und Tür des Langenberghaus


Geburtshaus von Arnold Janssen


Museum Goch

Als sehenswert darf man ebenfalls den erhaltenen Flügel des ehemaligen Tertiarinnenklosters aus dem 17. Jahrhundert bezeichnen, in dem sich heute die Stadtbücherei befindet. Wer sich weniger für die Literatur, aber mehr für Malerei und Bildhauerei interessiert, der kann sich im Museum Goch, das sich im ehemaligen Amtsgericht in der Kapellstraße befindet, "von Kunst und Kultur inspirieren und anrühren lassen". Das Museum zeigt auch Werke des Bildhauers Ferdinand Langenberg, eines berühmtesten Sohnes der Stadt am Niederrhein. Sein ehemaliges Wohnhaus, das so genannte Langenberghaus, befindet sich in der Roggenstraße. Es stammt ursprünglich aus dem 17. Jahrhundert. Das Geburtshaus eines weiteren berühmten Gochers steht in der Frauenstraße nahe dem Marktplatz. Der mittlerweile heilig gesprochene Arnold Janssen erblickte hier 1837 das Licht der Welt. Als seine herausragendste Leistung gilt die Gründung der Steyler Missionsklöster nahe Venlo.

Nun zu den anderen Ortsteilen:

Rund fünf Kilometer nordwestlich von Goch liegen zwischen der Niers und Asperden die sehenswerte Überreste des einstigen Zisterzienserinnenklosters Graefenthal. Leider ist die Klosterkirche nach der Säkularisation abgerissen worden, aber ein Großteil der anderen Konventsgebäude hat sich erhalten. Im Dorf Asperden selber erhebt sich mit Turm und Kuppel eine formvollendete neoromanische Kirche vom Ende des 19. Jahrhunderts. Einen schönen und fast herrschaftlichen Anblick bietet auch das Pfarrhaus aus dem Jahre 1857.


St. Vincentius und Pfarrhaus in Asperden

Haarscharf an der niederländischen Grenze im Ortsteil Hülm befindet sich das Collegium Augustianum Gaesdonck, ein bischöfliches Gymnasium mit angeschlossenem Internat, dessen Ursprünge in einem mittelalterlichen Augustinerkloster liegen. Die alte Klosterkirche hat sich erhalten, die Schul- und Internatsgebäude sind modern.

Überreste des Zisterzienserklosters Graefenthal (oben) und
alte Klosterkirche des Collegium Augustianum Gaesdonck (unten)


Landschaft beim Dorf Kessel nahe der niederländischen Grenze

Pfalzdorf

Der Ortsteil Pfalzdorf entstand ab 1741 auf einer unbesiedelten Heide nördlich von Goch. Hier ließen sich - nomen est omen - pfälzische Emigranten am Niederrhein nieder, die eigentlich von ihrer Heimat nach Amerika auswandern wollten, aber von den Niederländern auf dem Rhein keine Durchreisegenehmigung erhielten. Sage und schreibe drei kleine Kirchen wurden in dem weitläufigem, zersprengtem Dorf gebaut, da die Einwanderer sich teilweise zur reformierten, teilweise zur lutheranischen Konfession bekannten, die Einheimischen hingegen der katholischen Lehre anhingen. 1775, 1779 und 1811 wurden jeweils ihre Gemeindekirchen geweiht. Die schönste und sehenswerteste unter ihnen ist eindeutig die lutherische Kirche, die heutige so genannte Evangelische Ostkirche. Von der historischen katholischen Kirche steht mittlerweile leider nur noch der Westturm.


Pfalzdorf mit evangelischer Ost- und Westkirche

Nützliche Links:

http://www.goch.de   http://www.museum-goch.de   http://www.heimat-verein-pfalzdorf.de   http://www.gaesdonck.de   http://www.kloster-graefenthal.de

 

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