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Orte am unteren Niederrhein:

  HAMMINKELN

EINFÜHRUNG

Die Gemeinde Hamminkeln umfasst ein Gebiet von nahezu 165 Quadratkilometern. Flächenmäßig zählt sie somit zu den größten Gemeinden am nördlichen Niederrhein. Mit ihren 27000 Einwohnern erreicht sie aber nur einen unteren regionalen Durchschnittswert. Mit anderen Worten: Natur und Landschaft haben viel Platz, um sich im eher dünn besiedelten  Hamminkeln einschließlich seiner weiteren Ortsteile Ringenberg, Dingden, Wertherbruch, Brünen, Loikum und Mehrhoog auszubreiten. Von Norden nach Süden wird das Gemeindegebiet von der Issel fast genau in der Mitte durchschnitten. Das kleine Flüsschen verläuft in etwa 10 Kilometer Abstand parallel zum Rhein.


die Issel nahe Loikum

Der namensgebende Ortsteil Hamminkeln liegt am westlichen Ufer der Issel ungefähr im geographischen Zentrum des weitflächigen Gemeindegebiets. Im Mittelalter wurde er wie viele andere Orte in der Umgebung die ersten Male urkundlich erwähnt. Historische Daten über Hamminkeln sind aber eigentlich nicht besonders nennenswert, denn die große und bedeutende Geschichte hat sich im Verlaufe der Jahrhunderte nicht für das Dorf am Niederrhein interessiert. Nichtsdestotrotz kann man doch ein Faktum aus der neueren Geschichte erwähnen: Hamminkeln darf sich aufgrund der gestiegenen Gesamteinwohnerzahl der Gemeinde seit 1995 immerhin als eine Stadt bezeichnen. Trotzdem wirkt der Ort mit seinen 6500 Bewohnern immer noch eher wie ein etwas größer geratenes Dorf, das vor 200 Jahren übrigens gerade einmal aus 10 Häusern und einer evangelischen Kirche bestand. Sie wurde noch im Mittelalter errichtet. In ihrem Inneren hat sich ein beachtliches großes Christopherus-Fresko aus dem 15. Jahrhundert erhalten. Eine katholische Kirche wurde kurz vor 1900 im neugotischen Stil erbaut.


evangelische und katholische Kirche und Windmühle Weßling in Hamminkeln

Im Ortszentrum zwischen den beiden Kirchen haben noch mehrere sehenswerte historische Wohngebäude die Wirren der Zeit überstanden. Ansonsten prägen eine Vielzahl von teils gefälligen, teils weniger schönen Nachkriegsbauten das Ortsbild. Das architektonische Wahrzeichen von Hamminkeln, die Windmühle Weßling, wurde um 1840 vor dem Dorf errichtet. Heute wird sie von Einfamilienhäusern in einem Neubaugebiet umzingelt.

Issel bei Ringenberg

Der Ortsteil Ringenberg befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu Hamminkeln am östlichen Ufer der Issel. Das kleine Gewässer kann man quasi als Grenzfluss zwischen den beiden Orten bezeichnen. Die Gründung von Ringenberg wird häufig mit der Ansiedlung von niederländischen Kolonisten im Jahre 1329 in Verbindung gebracht. Gleichwohl muss man feststellen, dass an dieser Stelle schon seit 100 Jahren eine Burg gestanden hatte, die um 1200 errichtet wurde. Sie wurde im 17. Jahrhundert zerstört und um 1650 als barockes Wasserschloss wieder aufgebaut. Schloss Ringenberg ist zweifelsohne die bedeutendste architektonische Sehenswürdigkeit auf dem Gemeindegebiet von Hamminkeln und eines der schönsten ehemaligen Adelsgemäuer am nördlichen Niederrhein. Der größte Teil des Schlosses wird heute übrigens als Künstler- und Atelierzentrum genutzt.


zwei Ansichten von Schloss Ringenberg

Ein weiteres außergewöhnliches Denkmal in Ringenberg ist das kurz vor 1900 erbaute große Backsteingebäude der Kornbrennerei Bovenkerck an der Hauptstraße. Mittlerweile ist es zu einem Brennereimuseum umgestaltet worden. Laut Inschrift über der Eingangstür wurde an dieser Stelle seit 1750 Korn gebrannt.


Brennerei Bovenkerck

Die Hauptstraße im 1700-Einwohner-Dorf Ringenberg säumen neben der Kornbrennerei auch zwei bemerkenswerte alte Kirchen. Die evangelische Kirche ist ein schlichter barocker Bau und wurde am 10. November 1754 geweiht. Ihr heutiges Aussehen erhielt sie aber erst 1907: Der ursprüngliche Glockendachreiter wurde entfernt und stattdessen fügte man dem Schiff einen Glockenturm an, der mit einer schönen Zwiebelhaube auf einem Oktogon abschließt. Ein außergewöhnlicher Bau, man könnte fast sagen: ein für den ländlichen Niederrhein völlig aus den Rahmen fallender Bau ist die 1936 geweihte katholische Kirche. Schiff und Turm erreichen nahezu die gleiche Höhe wie Breite und wirken daher in ihren Proportionen wuchtig, gedrungen und fast schon dick. Man glaubt, eher einen Festungsbau als ein Gotteshaus vor Augen zu haben. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei diesem Sakralbau um ein hervorragendes Werk des Architekten Dominikus Böhm, das einen anderen Zeitgeist als die eher konservativ-traditionell gestaltete evangelische Kirche widerspiegelt.

 
evangelische und katholische Kirche in Ringenberg






Verlässt man Ringenberg in nördliche Richtung, erreicht man nach rund 3 Kilometer den Ort Dingden, der ungefähr die gleiche Einwohnerzahl und Größe wie Hamminkeln aufweist. Der sehenswerte romanische Turm der katholischen Pfarrkirche St. Pankratius wurde am Ende des 12. Jahrhunderts errichtet. In diese Zeit, und zwar ins Jahr 1161, fällt auch die erste urkundliche Erwähnung von Dingden. Das alte Schiff der Kirche wurde leider während des Zweiten Weltkrieges zerstört und wurde durch einen kompletten Neubau ersetzt. Wer sich noch mehr für die Geschichte des Dorfes interessiert, kann übrigens das Heimathaus in Dingden aufsuchen, das in unmittelbarer Nähe zur Pfarrkirche in einem historischen Backsteingebäude untergebracht ist. Am Ortsrand befindet sich noch die so genannte Königsmühle aus dem 19. Jahrhundert. Der ursprüngliche Wallholländer ist allerdings seit 1925 nicht mehr in Betrieb und mittlerweile zu einer Gedenkstätte für die Gefallenen der Weltkriege umgestaltet worden. Eine weitere alte Windmühle kann man 5 Kilometer östlich von Dingden in der Bauernschaft Nordbrock entdecken. Sie wurde 1844 ebenfalls auf einem kleinen Erdwall erbaut. Ja, Windmühlen gibt es am Niederrhein fast wie Sand am Meer.


St. Pankratius, Heimathaus und Königsmühle in Dingden; Windmühle in Nordbrock

Wie Nordbrock liegt auch das Dorf Marienthal am östlichen Rand des Gemeindegebiets von Hamminkeln. Durch den kleinen 500-Einwohner-Ort fließt übrigens die Issel. Eine gewisse überregionale Bekanntheit verdankt das Dorf einem im Jahre 1256 gegründeten und im 14. Jahrhundert an seine heutige Stelle verlegten ehemaligen Augustinereremitenkloster. Die einschiffige gotische Klosterkirche und der angrenzende Friedhof sind mit bemerkenswerten modernen Sakralkunstwerken hauptsächlich aus expressionistischer Zeit ausgestattet. Deswegen bezeichnet sich das Dorf Marienthal auch gerne als Kulturhochburg in der Provinz.


Brüner Höhen

Marienthal gehört zum Ortsteil Brünen. Das an einem Höhenzug, den so genannten Brüner Höhen, gelegene Dorf verfügt noch über einen relativ ursprünglichen Ortskern mit mehreren alten Häusern, Höfen und einer überaus ansprechenden mittelalterlichen Kirche aus dem 13. bis 15. Jahrhundert.


Kloster Marienthal


Kirche in Brünen (links); Kirche und Haus in Wertherbruch

Westlich der Issel und somit näher am Rhein befinden sich noch die Ortsteile Wertherbruch, Loikum und Mehrhoog. Im 1000-Einwohner-Dorf Wertherbruch steht wie im eben erwähnten Brünen eine überaus schöne spätgotische Kirche. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet. Der Turm erreicht mit seinen Spitzhelm übrigens eine stattliche Höhe von 61 Metern. In der ländlichen Umgebung von Wertherbruch trifft man noch auf eine Vielzahl von Bauernhöfen und Gutshäusern. Unter diesen teilweise sehr alten Gemäuern ragt besonders Gut Rodehorst hervor. Das um 1700 erbaute Gutshaus kann allerdings leider nur teilweise von außen durch ein Einfahrtsgitter betrachtet werden, da es kein öffentliches Eigentum ist.


Landschaft bei Wertherbruch

Loikum, der Nachbarort von Wertherbruch, wurde 1325 zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt und ist heute der kleinste Ortsteil der Gemeinde Hamminkeln. In dem beschaulichen Kuhdorf am Niederrhein leben gerade einmal 800 Einwohner. Der alte, fast malerische Ortskern rund um die jahrhundertealte Pfarrkirche St. Antonius wirkt immer noch recht ursprünglich. Als eine weitere Sehenswürdigkeit in Loikum darf man auch die 1856 erbaute Holländerwindmühle am Ortsrand anführen. Solch lobende Worte kann man über Mehrhoog leider nicht verlieren. Der Ort vermittelt vielmehr den Eindruck einer relativ planlos seit dem Ende des 2. Weltkrieges angelegten Siedlung mit Ein- bis Mehrfamilienhäusern, Supermarkt und Tankstelle. Den eher spröden Charme von Mehrhoog vermittelt exemplarisch besonders die in den 60iger Jahren entstandene katholische Kirche.


Ortskern und Mühle in Loikum; Kirche in Mehrhoog

Nichtsdestotrotz ist die landschaftliche Umgebung von Mehrhoog sehr reizvoll. Der Ort betitelt sich auch gerne mit der Auszeichnung "Dorf im Grünen" und liegt wie fast das gesamte Gemeindegebiet von Hamminkeln im Naturpark Hohe Mark. Dieser Naturpark, der sich im wesentlichen durch große Waldgebiete und bäuerliche Kulturlandschaften charakterisiert, erstreckt sich auf rund 60 Kilometer Länge nördlich des Ruhrgebietes bis fast nach Dülmen.

  Naturpark Hohe Mark bei Dingden

Nützliche Links:

http://www.hamminkeln.de   http://www.schloss-ringenberg.de   http://www.loikum.de   http://www.heimatverein-dingden.de

http://www.marienthal.de   http://wertherbruch.de   http://www.naturpark-hohemark.de

 

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