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Orte am unteren Niederrhein:

  ISSELBURG

EINFÜHRUNG

Von den mittelalterlichen Befestigungsanlagen aus dem 15. Jahrhundert hat sich in Isselburg noch der 15 Meter hohe, so genannte Stadtturm erhalten, der heute für Ausstellungen genutzt wird. An der Außenmauer dieses Turmes ist eine Tafel mit lokal wichtigen Geschichtsdaten befestigt. Oben links liest man auf ihr: "1441, 23. März, verleiht Herzog Adolph I. von Kleve das Stadtrecht." Die Stadt am Niederrhein ist somit mindestens 570 Jahre alt. Eine erste urkundliche Erwähnung von Isselburg fällt sogar ins 14. Jahrhundert und lässt somit auf eine noch etwas ältere Siedlung schließen.


Stadtturm


die Issel im Ortszentrum

Namensgeber von Isselburg sind ein rund 80 Kilometer langes Flüsschen namens Issel und die Neyenborg, eine kleine mittelalterliche Burg, von der heute allerdings nichts mehr vorhanden ist. Sie wurde wohl 1624, als die Spanier während des 80-Jährigen-Krieges die Stadt fast vollständig niederbrennen ließen, und 1672, als alle Festungswerke durch Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. geschliffen wurden, weitgehend zerstört.

1794 erfolgte in Isselburg die Gründung einer Eisenhütte zur Verarbeitung der Eisenerzvorkommen entlang des Flusses. Seit 1998 ist das Werk zwar nur noch eine Eisengießerei, aber immer noch ein bedeutender kommunaler Wirtschaftsfaktor. Eine zwischen 1970 und 1998 in der Eisenhütte eingesetzte Krangießerpfanne befindet sich heute als Teil eines Brunnens am Marktplatz und erinnert somit unübersehbar an die lange Tradition der Isselburger Eisenverarbeitung.


Krangießpfanne der Isselburger Hütte

Soviel zur Geschichte, nun zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt am Niederrhein: Dazu zählen natürlich auch der eben schon erwähnte Brunnen auf dem Marktplatz und der in der Einleitung genannte Stadtturm. Fast unmittelbar neben dem Stadtturm erhebt sich die katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus mit ihrem eigenen hohen Turm. Sie wurde im späten 19. Jahrhundert erbaut. Die evangelische Kirche ist ein bisschen älter. Sie ist außerdem kleiner, dafür aber schöner. Ihr Turm wurde in seiner heutigen Gestalt 1777, das angrenzende Schiff 1830 erbaut. Die noch älteren Vorgängerbauten des evangelischen Kirchenbaus mussten aufgrund von Bränden oder Baufälligkeit in eben erwähnten Jahren ersetzt werden.
Außerhalb des Zentrums von Isselburg steht übrigens ein weiteres beachtenswertes Gotteshaus: die Nasir-Moschee. Sie wurde 2008 eröffnet.


Kath. Pfarrkirche St. Bartholomäus, ev. Kirche (oben) und Moschee (unten)

Angesichts der nur geringen Zerstörungen während des 2. Weltkrieges und einer mäßigen Modernisierungswut haben sich nicht wenige historische Wohngebäude in Isselburg erhalten. Ja, man kann sogar sagen, dass das Ortsbild im Laufe der letzten 150 Jahre weitgehend intakt geblieben ist.


Blick vom Marktplatz zur katholischen Kirche



Zur Gemeinde Isselburg mit ihren rund 11000 Einwohnern gehören auch die weiteren Ortsteile Anholt, Herzebocholt, Heelden, Werth und Vehlingen. Anholt und Werth liegen ebenfalls direkt am Fluss Issel, den man durchaus als Grenze zwischen der Region Niederrhein einerseits und Westfalen bzw. dem Münsterland andererseits bezeichnen kann. Obwohl Isselburg politisch zum Kreis Borken im westlichen Münsterland gehört, sprechen allerdings die geographische Nähe zum Rhein, die Landschaft und die Geschichte nicht unerheblich für eine Zuweisung der Gemeinde zur Region Niederrhein.


die Issel bei Anholt und die Wasserburg bzw. das Wasserschloss Anholt

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in der gesamten Gemeinde findet man im Ortsteil Anholt, der mit seiner Stadtgründung im Jahre 1347 und ersten urkundlichen Erwähnung Ende des 12. Jahrhunderts sogar eine noch ältere Geschichte als der Ort Isselburg selber aufweisen kann. Der hohe, runde Turm der Wasserburg bzw. des Wasserschlosses Anholt stammt sogar aus diesen mittelalterlichen Zeiten. Um 1700 schließlich wurde die Burg zu einem großen und prächtigen Barockschloss umgebaut. Um das Schloss herum legte man eine weitflächige und eindrucksvolle Parkanlage, teils im französischen, teils im englischen Stil, an. Sie ist ebenfalls heute noch vorhanden. Seit 1966 beherbergt das für die Öffentlichkeit zugängliche Schloss ein Museum mit einer großartigen Gemälde-, Porzellan- und Waffensammlung. Lange Rede, kurzer Sinn: Das Wasserschloss Anholt ist ein wahrer Augenschmaus.

Die kleine, aber gefällige Fürstliche Gruftkapelle befindet sich etwa 2 Kilometer nördlich vom Schloss. Der 1670 erbaute barocke Sakralbau dient den Herren von Anholt seit Anfang des 19. Jahrhunderts als Grablege. Vorher wurden die Mitglieder der Fürstenfamilie in einem Vorgängerbau der St.-Pankratius-Kirche bestattet, die in ihren heutigen, neoromanischen Formen kurz nach 1850 errichtet wurde. Im Inneren besticht sie besonders durch ihre schönen Wandmalereien. Leider fehlen der ansonsten sehr großen Kirche heute beide Türme, da sie 1945 von deutschen (!) Truppen gesprengt wurden. Die kleinere evangelische Kirche in Anholt entstand 1911.


Fürstliche Gruftkapelle


Anholt: Historisches Rathaus, Katholische Kirche St. Pankratius und Evangelische Kirche

Neben dem Wasserschloss verdienen drei weitere Herrenhäuser in Anholt große Beachtung:
Einerseits Haus Peenekamp und Haus Hardenberg. Die beiden kleineren Adelssitze stammen aus dem 15.  bzw. 16. Jahrhundert und befinden sich heute immer noch in Privatbesitz. Und schließlich das historische Rathaus, ein wunderschönes, weiß verputztes Giebelhaus, in dem die Herren der Stadt tagen: Es wurde 1567 im flämisch-niederländischen Renaissancestil erbaut. Die schöne vorgelagerte Treppe erhielt 1795 ihre jetzige Gestalt.
Was für ein Glück, dass das malerische Rathaus in Anholt den 2. Weltkrieg überstanden hat! Viele andere Gebäude wurden leider vernichtet. Die Anholter Mühle aber, eine Turmwindmühle aus dem 18. Jahrhundert, die etwas außerhalb der Altstadt in einem Neubaugebiet liegt, hat wie das Rathaus die Wirren der Zeit unbeschadet hinter sich gelassen.


Haus Hardenberg, Haus Peenekamp und die Mühle in Anholt

Im Ortsteil Werth stehen ebenfalls noch ein historisches Rathaus, das als ein zweigeschossiges Torhaus im 16. Jahrhundert erbaut wurde, und eine schöne Turmwindmühle aus dem Jahre 1498. Sie liegt unmittelbar an der Issel.
Das 2000-Einwohner-Dorf Werth kann übrigens auf eine lange, rund 800 Jahre alte Geschichte zurückblicken: 1426 wurden dem Ort sogar Stadtrechte verliehen. Kurz danach, d. h. ebenfalls noch im 15. Jahrhundert, wurde die evangelische Kirche in ihrer heutigen Gestalt errichtet. Einige alte Bürgerhäuser, darunter das Bürgerhaus "In das weisse Pferdt" aus dem Jahre 1697, haben sich ebenfalls erhalten. Werth ist sicherlich ein besonders netter kleiner Flecken am Niederrhein.


Isselburg-Werth: Historisches Rathaus, Mühle, Evangelische Kirche und Bürgerhaus "In das weisse Pferdt"

Eine weitere schöne, 1847 erbaute Mühle findet man im Ortsteil Vehlingen. Wenn man von Vehlingen nach Anholt fährt, kommt man am Biotopwildpark Anholter Schweiz vorbei, der von Naturfreunden sicherlich gerne besucht wird. Der Park wurde ursprünglich im Stile englischer Landschaftsgärten Ende des 19. Jahrhunderts angelegt. 100 Jahre später erweiterte man ihn zu einem Biotopwildpark mit weiträumigen Tiergehegen und Großvolieren.


Mühle in Vehlingen, Anholter Schweiz und Kirche St. Trinitatis in Schüttenstein

Zwischen Werth und Isselburg liegt schließlich das winzige Dorf Schüttenstein inmitten der reizvollen Landschaft des Niederrhein. Auch hier gibt es eine Sehenswürdigkeit: die alte kleine Kirche St. Trinitatis mit einer recht hübschen Innenausstattung.

Nützliche Links:

http://www.isselburg.de   http://www.fuerst-salm.de   http://www.anholt-heimatverein.de   http://www.vehlinger-windmuehle.de   http://www.anholter-schweiz.de

 

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