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  KAMP-LINTFORT - RHEINBERG WAR CEMETERY

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Soldatenfriedhof der Alliierten

Rheinberg War Cemetery ist der offizielle Name einer großflächig angelegten Kriegsgräberstätte, auf der mehr als 3000 Opfer der alliierten Streitkräfte beigesetzt wurden, die während des 2. Weltkriegs am Niederrhein und in der Umgebung ums Leben kamen. Das Gelände des Soldatenfriedhofs befindet sich zwar recht nahe der Stadt Rheinberg, gehört aber noch zum Gemeindegebiet von Kamp-Lintfort.

Der Standort für die Kriegsgräberstätte wurde im April 1946 ausgewählt, um viele in der Region verstreute Gräber der Alliierten an einer einzigen Stelle zu vereinigen. Außerdem sind am nördlichen Niederrhein und in den unmittelbar angrenzenden Niederlanden zur gleichen Zeit noch weitere alliierte Soldatenfriedhöfe entstanden. Dazu zählen u. a. das Reichswald Forest War Cemetery mit rund 7500 Grabstellen bei Kleve und das Groesbeek Canadian War Cemetery in der niederländischen Gemeinde Berg en Dal, auf dem etwas mehr als 2500 Kriegsopfer ruhen.


ein mit einer Girlande geschmücktes Postament des Eingangsbereichs als Teil der Umfriedung

Das Rheinberg War Cemetery umfasst einen großen rechteckigen umfriedeten Rasenplatz, der von drei Seiten, oder genauer gesagt: nördlich, westlich und östlich von Wald umgeben wird. Der von zwei mächtigen Postamenten gesäumte Friedhofseingang befindet sich mittig in der südlichen Umfriedung.

Gemäß den Gestaltungsrichtlinien der Commonwealth War Graves Commission (Kriegsgräberausschuss des Commonwealth) weist das Rheinberg War Cemetery in betonter Stellung zwei unerlässliche Konstruktionen auf, die wie der Eingang ebenfalls in der zentralen, von Süden nach Norden führenden Achse liegen:

  • ein auf einem abgetreppten Postament stehendes, mehrere Meter hohes Opferkreuz (Cross of Sacrifice) und

  • einen großen rechteckigen Altarstein (Stone of Remembrance) mit der Inschrift THEIR NAME LIVETH FOR EVERMORE (Ihr Name lebt in aller Ewigkeit).

Der Altarstein wird links und rechts von zwei kleinen kapellenähnlichen Gebäuden flankiert, deren Vorhalle in Form einer Ädikula gestaltet ist. Im östlichen Gebäude hängt eine Tafel, auf der man u. a. folgendes erfahren kann: "Auf dieser Kriegsgräberstätte sind 3334 Gefallene des Zweiten Weltkrieges, vor allem Luftwaffenangehörige, begraben worden. Nach Nationalitäten aufgegliedert handelt es sich um 2458 Briten, 516 Kanadier, 240 Australier, 104 Neuseeländer, 5 Südafrikaner, 1 Inder, 8 Polen, 1 Amerikaner und 1 mit unbekannter Nationalität." Das gegenüber liegende westliche Gebäude beherbergt das Friedhofregister und ein Gästebuch.


kapellenähnliches Gebäude neben dem Altarstein

Hinter dem Opferkreuz, das rund 75 Meter vom Altar entfernt ist, befinden sich links und rechts zwei weitere Ädikulen. Sie sind einem nur wenig tiefen, nischenartigen Raum vorgelagert. In den Nischen ist jeweils ein recht großer Gedenkstein platziert, der einmal in deutscher und das andere Mal in englischer Sprache das Rheinberg War Cemetery als dauerhafte Ehren- und Ruhestätte der hier bestatteten Soldaten ausweist. Die beiden Ädikulen werden durch eine architrav- und gesimstragende Pfeilerreihe miteinander verbunden. Dahinter erstrecken sich zwei Gräberreihen.

Alle anderen Gräber bzw. Gräberreihen wurden westlich und östlich der zentralen Achse angelegt. Die Grabsteine, die sich nur durch ihre Inschriften, aber nicht in ihrer Größe und Form unterscheiden, bestehen wie das Opferkreuz und der Altarstein aus weißem Kalkstein. Vor den Grabsteinen wurden schmale Blumenbeete angelegt.

Das Rheinberg War Cemetery ist natürlich nicht nur eine von vielen Sehenswürdigkeiten am Niederrhein und ein bedeutendes geschichtliches Zeugnis. Die Kriegsgräberstätte bleibt vielmehr und ist vor allen Dingen ein Platz der Trauer, Ehrfurcht, Verehrung und Dankbarkeit. Die vorhandenen architektonischen und gartenbaulichen Strukturen, die sich übrigens durch einen sehr gepflegten Zustand auszeichnen, schaffen dafür einen überaus angemessenen und würdigen Rahmen.





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