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Orte am unteren Niederrhein:

  KEMPEN

EINFÜHRUNG

Ein Blick auf einen Ortsplan von Kempen am Niederrhein lässt auch heute noch den nahezu kreisrunden mittelalterlichen Stadtgrundriss deutlich erkennen. Entlang den heutigen Ringstraßen verlief eine mächtige Stadtmauer, die immer noch teilweise vorhanden ist bzw. rekonstruiert wurde. Von den vier ursprünglich in die Mauer integrierten Stadttoren ist nur das sehenswerte Kuhtor aus dem 14. Jahrhundert übrig geblieben. Außerdem haben sich vom Verteidigungsring ein runder Befestigungsturm, auf dem 1581 eine Holländerwindmühle aufgesetzt wurde, und der so genannte Peterturm erhalten. Das imposante zinnenbekrönte Backsteinbauwerk war einst Bestandteil eines Vortores.


Holländerwindmühle mit Stadtmauer, Peterturm und Kuhtor


die Kempener Burg

Damals in der frühen Neuzeit, als die Windmühle errichtet wurde, war Kempen schon ein jahrhundertealtes, wirtschaftlich florierendes Gemeinwesen, dem rund 300 Jahre vorher, und zwar im Jahre 1294, Stadtrecht gewährt worden war. Bis 1794 lag die Stadt auf dem Gebiet des Kurfürstentums Köln. Die Ursprünge der kurkölnischen Burg, des monumentalsten Baudenkmals Kempens mit drei massiven Ecktürmen, reichen bis zum Ende des 14. Jahrhunderts zurück. Ihr heutiges Erscheinungsbild in neugotischen Formen erhielt die Burg jedoch viel später in den Jahren um 1860.

 

Als kaum weniger eindrucksvoll als die Burg präsentiert sich die Kirche St. Marien, ein weiterer mittelalterlicher Bau im überaus beschaulichen Zentrum von Kempen. Sie ist sogar etwas älter als das ehemalige kurkölnische Herrenhaus, da ihr Baubeginn in das frühe 13. Jahrhundert fällt. Architektonisch kann man das an den teilweise romanische Bauformen erkennen, die man besonders leicht an der Fassade des hochragenden, weiß und rot angestrichenen Turms entdecken kann. Zu der wertvollen und sehenswerten Inneneinrichtung von St. Marien gehören u. a. viele spätgotische Ausstattungsstücke. Auf dem Kirchplatz steht ein Denkmal für Thomas von Kempen (1380-1471). Der Augustinermönch und Schriftsteller, dessen bekanntestes Werk das mystische Buch De Imitatione Christi ("Nachfolge Christi") ist, gilt als der berühmteste Sohn der Stadt.


St. Marien und Thomas-von-Kempen-Denkmal


Gebäude des ehemaligen Franziskanerklosters

Das ehemalige Franziskanerkloster in Kempen, ein barocker Bau aus dem 17. Jahrhundert, beherbergt heute in der Ordenskirche das Museum für Niederrheinische Sakralkunst und in den anderen Konventsgebäuden das Kramer-Museum, das Thomas-Archiv und die Kreis- und Stadtbibliothek. Ebenfalls nicht mehr sakral genutzt wird die Heilig-Geist-Kapelle am Buttermarkt, ein mittelalterlicher einschiffiger Saalbau aus dem 15. Jahrhundert. Heute ist dort eine Buchhandlung untergebracht.





Heilig-Geist-Kapelle (links) und weitere alte Gebäude in der Innenstadt

   

Obwohl der zweite Weltkrieg auch in Kempen nicht unerhebliche Zerstörungen verursacht hat, sind neben den schon erwähnten größeren Bauwerken noch beeindruckende historische Bürgerhäuser erhalten, die nicht unwesentlich zum hübschen Ortsbild der 22000-Einwohner-Stadt am Niederrhein beitragen. Man findet die alten Gemäuer unter anderem in der Peter-, Juden- und Kuhstraße. Auf dem gesamten Gemeindegebiet wohnen übrigens 36000 Menschen.


Haus Erprath


Bockwindmühle Tönisberg


Kirche in St. Hubert

In den weiteren Ortsteilen von Kempen bzw. in der Umgebung lassen sich weitere Sehenswürdigkeiten entdecken. So wartet Tönisberg an seinem hügeligen Ortstrand mit einer 200 Jahre alten Kastenbockwindmühle und einer schönen Antoniuskapelle aus dem 18. Jahrhundert auf. Weitere architektonische Denkmäler in Tönisberg sind Haus Erprath, ein alter Herrensitz mit einer schönen Gartenanlage, und Haus Baaken, ein über 250 Jahre alter Gasthof mit einem prächtigen Giebel, dessen Innenräume heute ein kleines regionales Museum beherbergen.


Haus Baaken

Das Dörfchen St. Peter darf die auf dem Stadtgebiet von Kempen älteste Kirche, einen kleinen, weiß angestrichenen Sakralbau, dessen Ursprünge bis in das frühe Mittelalter zurückreichen, sein eigen nennen. Eine große Backsteinkirche steht im fast 9000 Einwohner zählenden Ortsteil St. Hubert. Die dortige katholische Pfarrkirche wurde zwischen 1846 und 1850 erbaut. Der Turm ist allerdings noch älter und stammt aus der Zeit um 1525. Außerdem sind noch mehrere alte sehenswürdige Herrenhäuser in der Umgebung erwähnenswert, darunter Haus Bockdorf, Haus Velde und Haus Steinfunder. Letzteres wurde erstmalig 1365 erwähnt und um 1600 in der heutigen Gestalt errichtet.


Tönisberg


Antoniuskapelle


Haus Steinfunder


Kempen am Niederrhein: Kirche in St. Peter, Haus Bockdorf und Haus Velde


Landschaft bei Tönisberg (oben) und alter Bauernhof nördlich von Kempen (unten)

Nützliche Links:

http://www.kempen.de   http://www.haus-bockdorf.de   http://www.haus-baaken.de

 

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