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Orte am unteren Niederrhein:

  GEMEINDE KERKEN

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Eine Gemeinde mit der Bezeichnung Kerken besteht am unteren Niederrhein erst seit der kommunalen Neugliederung im Jahre 1969, als die bis dahin selbständigen Orte Aldekerk, Nieukerk, Eyll und Stenden verwaltungstechnisch zu einer größeren Einheit zusammengefasst wurden. Der neue Gemeindenamen wurde dabei aus den Endsilben der beiden Hauptsiedlungen Aldekerk und Nieukerk hergeleitet. Ein größeres Gebilde ist beim Zusammenschluss aber nicht wirklich entstanden: Kerken zählt heute gerade einmal 13000 Einwohner und bleibt im Prinzip eine Ansammlung von Dörfern in der beschaulichen niederrheinischen Landschaft. Ackerbau bzw. Agrikultur spielen wie in alten Zeiten weiterhin eine unübersehbar bedeutende Rolle.


Weberdenkmal und ehemalige Seidenweberei

Die Tuch- und Seidenweberei, die ab dem 18. Jahrhundert rund 200 Jahre lang in Aldekerk und Nieukerk intensiv betrieben wurde, ist dagegen vollständig von der Bildfläche verschwunden. An das einst wichtige lokale Gewerbe erinnern jedoch in Nieukerk immer noch das große Gebäude der ehemaligen Seidenweberei und das bronzene Weberdenkmal am Webermarkt.


barockes und klassizistisches Gebäude am Webermarkt in Kerken-Nieukerk

Den Webermarkt, den man zusammen mit den unmittelbar angrenzenden Schwanenmarkt als den zentralen Platz in Nieukerk bezeichnen kann, säumen eine Reihe recht ansprechender historischer Gebäude. Darunter befinden sich ein klassizistisches Haus aus der Zeit um 1800 und ein barockes Gebäude von 1738, in dem heute das Gemeindearchiv untergebracht ist. In unmittelbarer Nähe zum Webermarkt stehen außerdem noch viele weitere sehenswerte alte Gemäuer:

  • das Michael-Buyx-Haus aus dem 17. und 18. Jahrhundert,

  • das 1716 erbaute Haus Paeschens mit geschwungenem Giebel,

  • das Rathaus mit Bauteilen aus den Jahren 1714 und 1911, und

  • viele weitere, mehr als einhundert Jahre alte Gebäude.


Michael-Buyx-Haus und Haus Paeschens

Der recht interessante architektonische Baubestand in Nieukerk wird durch die Dionysiuskirche, das älteste im Ort erhaltene Gebäude, abgerundet. Als nova ecclesia (lateinisch für neue Kirche) wurde sie erstmalig urkundlich um 1220 erwähnt. Das ursprünglich im romanischen Stil erbaute Gotteshaus wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts so tief greifend umgebaut und erweitert, dass man von einem Neubau sprechen muss: Was wir heute also vor uns sehen, ist eine gotische Kirche des fortgeschrittenen Spätmittelalters. Die barocke Kirchturmhaube stammt allerdings aus den 1680iger Jahren, die interessante neugotische Innenausstattung aus dem 19. Jahrhundert. Sicherlich muss man nicht unbedingt erwähnen, dass das Dorf Nieukerk nach seinem Gotteshaus benannt ist. Das niederdeutsche Wort Kerk bedeutet nämlich Kirche.

Dasselbe gilt auch für Aldekerk und die dortige Pfarrkirche St. Peter und Paul. Obgleich ihre Ursprünge bis ins Späte Mittelalter zurückreichen, ist der heutige Bau im wesentlichen ein Werk des 19. Jahrhunderts. Der 63 Meter hohe, weithin sichtbare Turm mit Spitzhelm wurde dem Kirchenschiff auch erst zwischen 1888 und 1890 während der Umbauzeit angefügt. Bemerkenswert ist ebenfalls die aus der gleichen Periode stammende einheitliche Ausstattung und Ausmalung des Kircheninneren im neugotischen Stil. Zu den sehenswerten Sakralbauten in Aldekerk am Niederrhein zählt auch die ehemalige Klosterkirche St. Maria Magdalena, die ihre heutige Gestalt wohl im 17. Jahrhundert erhielt. Der turmlose Saalbau aus Backsteinen mit Spitzbogenfenster, dreiseitigem Chorabschluss und Dachreiter befindet sich ebenfalls im kleinen, aber feinen historischen Ortszentrum.


Kirche St. Dionysius
in Nieukerk


Kirche St. Peter und Paul
in Aldekerk


Klosterkirche St. Maria Magdalena





Heimatstube und weitere historische Gebäude in Kerken-Aldekerk

Wie in Nieukerk haben sich auch in Aldekerk die historischen Dorfstrukturen im Ortskern noch gut erhalten. Man trifft auf eine Vielzahl jahrhundertealter Gebäude, die teilweise sogar in Fachwerktechnik errichtet sind. Keines dieser gefälligen Häuser ist allerdings vor 1642 entstanden, weil in diesem Jahr ein großer Brand Aldekerk in Schutt und Asche legte. Das Fachwerkhaus in der Hochstraße 70 aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts gilt sogar als ein besonders vorzeigbares Gebäude, das nicht nur für Kerken, sondern für den gesamte Region Niederrhein von architekturgeschichtlicher Bedeutung ist. Das historische Gemäuer wird heute übrigens als Heimatstube genutzt.


St. Thomas und Turmwindmühle in Stenden

Südöstlich von Aldekerk liegen die Dörfer Stenden und Rahm, die zusammen den Kerkener Ortsteil Stenden bilden. Beide Orte sind so genannte Straßendörfer, in denen die ursprüngliche Bebauung ausschließlich an einer einzigen langen und nahezu geraden Straße verläuft. Durch die Erschließung und Ausführung von Neubaugebieten ist allerdings mittlerweile eine reine Straßendorfstruktur in beiden Siedlungen nicht mehr vorhanden. Unbedingt sehenswert in Stenden sind die kurz nach 1900 erbaute kreuzförmige Pfarrkirche St. Thomas mit Vierungsturm, eine Turmwindmühle aus dem 19. Jahrhundert, mehrere alte Bauernhöfe und ein paar andere Wohngebäude aus längst vergangenen Tagen.


ein laut Ankerzahlen 1780 datiertes Gebäude
einer Hofanlage in Kerken-Stenden


Antoniuskapelle und Wohngebäude eines Bauernhofes in Rahm

Wenn man im benachbarten Dorf Rahm die Hülser Straße entlang fährt, kann man immer noch mühelos erkennen, dass auch dieses Dorf wie Stenden ursprünglich nur eine Ansammlung bzw. Aneinanderreihung von Bauernhöfen war. Zu diesen Höfen gesellte sich auch früher schon ein kleines Gotteshaus, und zwar die einschiffige Antoniuskapelle mit Dachreiter und dreiseitigem Chorabschluss. In ihrer heutigen Form und Innenausstattung stammt sie aus dem 18. und 19. Jahrhundert.


alte Gebäude und Hubertuskapelle in Eyll

Eyll und Winternam sind zwei weitere Dörfer auf dem Gebiet der Gemeinde Kerken. Sie weisen im wesentlichen die gleichen Strukturen wie Stenden und Rahm auf: Auch diese beiden Orte sind Straßendörfer bäuerlichen Ursprungs. Das Dorf Eyll könnte man sogar als die nordwestliche Verlängerung von Stenden bis nach Nieukerk bezeichnen. Unter diesen Voraussetzungen gäbe es am Niederrhein ein fast 10 Kilometer langes, ununterbrochenes Straßendorf, das sich längs der Dorf-, Obereyller- und Eyller Straße ausbreitet. Die vielen alten Bauernhöfe in Eyll, zu denen sich heute noch mehrere einfache spätere Wohnbauten gesellen, werden von der typischen Landschaft des Niederrhein, d. h. von weitflächigen Feldern, Weiden und Waldgebieten, umgeben. Blickfänge im Dorf sind neben den Bauernhäusern und der angrenzenden reizvollen Natur auch die Antoniuskapelle von 1753 und die die Hubertuskapelle von 2007. Eine Sehenswürdigkeit, aber kein Blickfang ist dagegen Haus Palings, ein dreiflügeliges ehemaliges Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert. Es befindet sich nämlich in Privatbesitz und kann von der Straße bedauerlicherweise nicht eingesehen werden.


Kerken: Bauernhof in Winternam

Bleiben zum Schluss die noch kleineren Siedlungen bzw. Kuhdörfer Winternam, Baersdonk und Poelyck. Hier zeigen sich Kerken und der Niederrhein mit Sicherheit von ihren beschaulichsten Seiten. Wer absolute Ruhe im Urlaub sucht, der ist hier gewiss an der richtigen Stelle. Stress, Hektik und Lärm kommen in diesen Dörfern bzw. Bauernschaften nur dann vielleicht auf, wenn die lokalen Bruderschaften gerade Feste veranstalten oder die Kuh Else kalbt. Lange Rede, kurzer Sinn: Die fast ausschließlich land- und forstwirtschaftlich genutzte und äußerst dünn besiedelte Gegend um und in Winternam, Baersdonk und Poelyck lädt geradezu zu entspannenden Wanderungen und Radfahrten ein. Und einen architektonischen Glanzpunkt hält diese nahezu verlassene Gegend auch bereit: Haus Bellinghoven-Baersdonk, ein zweiflügeliges eingeschossiges Herrenhaus, das im 17. Jahrhundert errichtet wurde.


Haus Bellinghoven-Baersdonk und Bauernhof in Poelyck

Nützliche Links:

http://www.kerken.de   http://www.heimatverein-nieukerk.de   http://www.heimatverein-aldekerk.de

 

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