niederrhein-nord.de
Home  Fotos  Email/Impressum  Links

Orte am unteren Niederrhein:

  KEVELAER

EINFÜHRUNG

Die Geschichte von Kevelaer, dessen erste urkundliche Erwähnung ins 14. Jahrhundert fällt, verläuft in vielen Fällen ähnlich wie an anderen Orten am unteren Niederrhein. Zuerst gehörte das mittelalterliche Dorf zum Herzogtum Geldern. Dann geriet man 1614 während des 80-Jährigen-Krieges, dessen Auswirkungen auch Kevelaer schwer trafen, unter brandenburgische Herrschaft. Diese Herrschaft wurde In den Jahren um 1800 durch eine französische Besatzung unterbrochen. Und so weiter und soviel zu den Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten im Verlauf der nordniederrheinischen Geschichte.


Portal Kerzenkapelle

   
Basilika St. Maria und Gnadenkapelle
 

1642 ist allerdings ein regional nur auf Kevelaer beschränktes historisch bedeutendes Jahr. Damals weihte der lokale Pfarrer ein Bildstöckchen mit einem Kupferstich der Gottesmutter Maria an einer Wegkreuzung im Ort ein. Damit begann die Geschichte der Wallfahrt nach Kevelaer, die bis heute ununterbrochen anhält und sich großer Beliebtheit erfreut. Um das Bildstöckchen herum ist im Laufe der Zeit ein Sakralbauten-Trio entstanden: die Kerzenkapelle, die Gnadenkapelle und die Basilika St. Maria. Zuerst wurde die einschiffige Kerzenkapelle als erste Wallfahrtskirche in den Jahren von 1643 bis 1645 errichtet. Dann erbaute man wenig später 1654 die hexagonale (sechsseitige) Gnadenkapelle um den Bildstock herum. 1858 bis 1864 schließlich entstand in neugotischen Formen die Basilika St. Maria, die seitdem als Wallfahrtskirche dient. Berühmtester Pilger in Kevelaer war übrigens 1987 Papst Johannes Paul II.


Innenhof neben der Basilika

Das historisch weitgehend intakte Ortsbild von Kevelaer wird außerdem von einer Vielzahl weiterer schöner alter Gebäude geprägt. Dazu zählt auch das um 1650 erbaute ehemalige Oratoranierkloster gegenüber der Gnadenkapelle, das heute als Priesterhaus genutzt wird. Nicht weit davon entfernt befindet sich in der Hauptstraße das Niederrheinische Museum für Volkskunde und Kulturgeschichte in einem Bürgerhaus aus dem 18. Jahrhundert. Am Ende der Hauptstraße liegt am Roermonder Platz die Pfarrkirche St. Antonius. Nach einem verheerenden Brand im Jahre 1982 ist sie unter Verwendung älterer Bauteile größerenteils in neuen Formen wiederaufgebaut worden.

  
ehemaliges Oratoranierkloster und Pfarrkirche St. Antonius

  
Mosaik an der Fassade einer ortsansässigen Glasmalerei-Werkstatt und Blick in die
Hauptstraße von Kevelaer (oben),
     Landschaft und Antoniuskirche in Kervenheim (unten)




Mit ihren weiteren Ortsteilen Kervenheim, Wetten, Twisteden und Winnekendonk zählt die Gemeinde Kevelaer heute rund 28000 Einwohner. Rund 2000 davon wohnen in Kervenheim. Das Dorf am Niederrhein, das im Mittelalter sogar mit Stadtrechten ausgestattet war, wird erstmalig 1270 urkundlich erwähnt. Damals wurde Haus Kervendonk bzw. Kervenheim, eine Burg, deren Überreste heute als evangelische Kirche genutzt werden, an die Grafen von Kleve veräußert. Weitere Sehenswürdigkeiten im Dorf sind die gotische Pfarrkirche St. Antonius, mehrere Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, darunter das katholische Pfarrheim, und die 1870 gebaute Mühle Mott.

  
Haus Kervendonk bzw. Kervenheim und die Mühle Mott


Nierslandschaft bei Kevelaer und Kerssenboom-Mühle bei Winnekendonk

Die Singendonksche Mühle im Dorf Achterhoek ist rund 100 Jahre älter. Die Achtkantmühle, die bis 1958 betrieben wurde, hat noch ein vollständig erhaltenes Mahlwerk. Nahe dem kleinen Dorf kann man außerdem einen ansehnlichen alten Herrensitz, das frühklassizistische Haus Winkel, bewundern. Eine weitere historische Windmühle steht übrigens zwischen Winnekendonk und Achterhoek an der Sonsbecker Straße: Die Kerssenboom-Mühle ist ein 1849 erbauter, so genannter Turmholländer.
Die Windmühle im Ortsteil Wetten stammt wie ihre Schwestern in Kervenheim und Winnekendonk ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert. Bemerkenswertestes Gebäude in Wetten ist jedoch Haus te Gesselen, ursprünglich eine Wasserburg, die schon im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde. Das imposante Backsteingebäude mit den vielen schönen Giebeln, das etwas außerhalb des Dorfes an der Niers liegt, gehört zu den bedeutendsten historischen Profanbauten am unteren Niederrhein. Einen schönen Anblick in Wetten bietet auch die spätmittelalterliche Pfarrkirche St. Peter.


Oben: Singendonksche Mühle, Haus te Gesselen; Unten: St. Peter in Wetten, Haus Winkel

Am Ortsrand von Twisteden, einem weiteren Stadtteil von Kevelaer, steht ebenfalls eine alte Windmühle, die Mühle van de Braak, ein so genannter Turmholländer aus dem 19. Jahrhundert. An das alte Gemäuer grenzt unmittelbar ein großer interessanter Freizeitpark mit den Namen Irrland. Das Dorf Twisteden selber macht einen überaus gepflegten Eindruck. Es zählt sicherlich zu den schönsten Dörfern am Niederrhein. Sehenswert sind in Twisteden besonders der modern gestaltete Dorfplatz und eine Reihe historischer Bauwerke, darunter die St.-Franziskus-Grundschule und die alte St.-Quirinus-Kirche, die heute als Friedhofskapelle dient.


Twisteden: Mühle van de Braak, Freizeitpark Irrland und die alte St.-Quirinus-Kirche (oben)
und Kreisverkehrsplatz (unten)

Nützliche Links:

http://www.kevelaer.de   http://www.wallfahrt-kevelaer.de   http://www.irrland.de   http://www.niederrheinisches-museum-kevelaer.de

 

 nach oben zum Seitenanfang