niederrhein-nord.de
Home  Fotos  Email/Impressum  Links

Orte am unteren Niederrhein:

  KLEVE - GRIETHAUSEN

GEMEINDE KLEVE  |  GRIETHAUSEN  |  KEEKEN  |  SCHENKENSCHANZ  |  WAR CEMETERY

Das Dorf Griethausen am Altrhein

Eine Willkommenstafel am Ortseingang zeigt das Wappen von Griethausen. Auf ihm ist eine Mauer und ein Turm abgebildet. Irgendwie will das Wappen aber nicht richtig zu dem heutigen kleinen, 1500 Einwohner zählenden Dorf passen, denn man würde nun eher eine größere Stadt erwarten. Ein Rückblick auf die Ortsgeschichte kann jedoch leicht und schnell Abhilfe leisten.

Man lese in den Geschichtsbüchern und staune: Im Jahre 1374 wurde Griethausen durch den Grafen Adolf I. von Kleve zur Stadt erhoben. Diese Stadtwerdung stand sicherlich im engen Zusammenhang mit einer rund 15 Jahre früher eingerichteten Rheinzollstätte in Griethausen, in deren Folge der einst unbedeutende Ort dann planmäßig ab 1364 ausgebaut wurde. Die Blüte der jungen Stadt währte aber nur kurze Zeit, da der Rhein Anfang des 15. Jahrhunderts sein Flussbett verlagerte und somit der Griethauser Zoll schnell an Bedeutung verlor. Den weiteren Niedergang des Ortes beschreibt Gustav von Velsen in seinem Buch über Kleve und Umgebung aus dem Jahre 1846 folgendermaßen:

"Griethausen, welches ehemals am Hauptstrome des Rheins gelegen und viel bedeutender war, hat durch Krieg, ...  Feuersbrünste und Überschwemmungen sehr viel gelitten. ... 1596 brannte es bis auf den Grund ab. ... 1735 ... wurde es, bis auf die Pfarrkirche, das Nonnenkloster und einige Häuser, ein Raub der Flammen; und im Jahre 1711 hat die Gewalt des Rheinstroms einen Teil der Stadtmauer, ein Tor, eine große steinerne Windmühle ... und andere Gebäulichkeiten weggerissen."

Lange Rede, kurzer Sinn: Griethausen, einst eine Stadt am Hauptstrom des Rheins, ist durch unglückliche Umstände schon vor langer Zeit zu einem Dorf an einem Altrheinarm degradiert worden, dessen selbständige Geschichte schließlich 1969 mit der Eingemeindung nach Kleve endete. Aber das stolze Wappen aus der frühen Zeit des Ortes ist immerhin geblieben.


Gebäude im Dorfzentrum an der Oberstraße

Gleichwohl muss man aber auch feststellen, dass Griethausen heute gewiss eines der schönsten Plätzchen auf dem Gemeindegebiet von Kleve ist. Trotz der zahlreichen Brände und Katastrophen haben sich nämlich im Ortskern noch recht weitgehend historische Dorfstrukturen mit vielen alten Gebäuden erhalten. Einen hübschen Anblick bietet dabei besonders die eng bebaute Oberstraße, deren Fassaden größerenteils aus längst vergangenen Epochen stammen. An ihrem südöstlichen Ende steht als Abschluss sogar ein überaus sehenswertes Torgebäude aus dem 18. Jahrhundert mit rundbogigen Durchgängen.


Torgebäude und 2 Ansichten der Martinskirche

Die wie das Torgebäude ebenfalls denkmalgeschützte Kirche St. Martin wird nur durch eine Häuserzeile von der Oberstraße getrennt. Die Ursprünge der heutigen dreischiffigen Basilika reichen bis ins 15. Jahrhundert zurück. Das südliche Seitenschiff wurde aber erst um 1850 angefügt. Der kreuzrippengewölbte Innenraum beherbergt einige kunsthistorisch wertvolle Ausstattungsstücke. Darunter befinden sich auch ein Sakramentshaus vom Anfang des 16. Jahrhunderts mit einem bis ins Gewölbe reichenden Aufsatz und ein aus der gleichen Zeit stammendes Versperbild.


Rheindeich

Die schönsten visuellen Eindrücke von Griethausen vermittelt neben der eben erwähnten Oberstraße auch der unmittelbar ans Dorf angrenzende Rheindeich mit seiner erhöhten Promenade, die zu Spaziergängen geradezu auffordert und einlädt. Direkt hinter dem Deich liegt ein Altrheinarm, der so genannte Griethausener Altrhein. Über ihn führen zwei Übergänge zum anderen Ufer:


Fluttor und Pegelsäule

  • ein Straßendamm mit einer kleinen Brücke. Diese Straße durchbricht den eben erwähnten Deich durch ein Fluttor, auf dem die Hochwasserstände von 1926 und 1970 eingezeichnet sind. Den aktuellen Wasserstand des Rheins kann man übrigens auf einer Granitsäule am Platz vor dem Fluttor ablesen.

  • eine eiserne Kastengitterbrücke aus den Jahren 1863/65, die bis 1987 vom Schienenverkehr genutzt wurde und heute unter Denkmalschutz steht, da sie eine der ältesten ihrer Art in Deutschland ist. An die rund 100 Meter lange Hauptbrücke über den Altrhein schließt sich eine fast 500 Meter lange Vorbrücke über die Rheinwiesen an.


3 Ansichten von der Hauptbrücke und eine Ansicht von der Vorbrücke
(Reste einer anderen alten Eisenbahnquerung über den Rhein sind übrigens in Büderich erhalten)

Diese Rheinwiesen auf der anderen Uferseite des Altrheins gehören schon zum Naturschutzgebiet Salmorth, einer herrlichen Grünlandschaft, die man von der Rheindeichpromenade in Griethausen übrigens sehr gut überblicken kann. Parallel zur Vorlandbrücke verläuft eine Straße, die nach anderthalb Kilometern direkt an den heutigen Hauptstrom des Rheins stößt. Unmittelbar westlich dieses Treffpunktes von Straße und Fluss bildet der Rhein für ein paar Kilometer die Staatsgrenze zwischen Deutschland und den Niederlanden.

   NSG mit Vorlandbrücke

Rhein bei Griethausen




 

GEMEINDE KLEVE  |  GRIETHAUSEN  |  KEEKEN  |  SCHENKENSCHANZ  |  WAR CEMETERY

 

 nach oben zum Seitenanfang