niederrhein-nord.de
Home  Fotos  Email/Impressum  Links

Orte am unteren Niederrhein:

  KLEVE - KEEKEN

GEMEINDE KLEVE  |  GRIETHAUSEN  |  KEEKEN  |  SCHENKENSCHANZ  |  WAR CEMETERY

Keeken am Rhein

"Willkommen im Land, wo Milch und Honig fließen!" Ein Schild mit dieser stolzen Aufschrift begrüßt die Radfahrer und Wanderer am Rheindeich von Keeken. Außerdem wird nicht nur auf diesem Schild darauf hingewiesen, dass der beschauliche 700-Einwohner-Ort am nördlichen Niederrhein 1995 beim Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" eine Goldmedaille gewonnen hat. Manche mögen nun denken, dass auch kleine Hunde am lautesten bellen, um auf sich aufmerksam zu machen. Der Autor dieser Website meint aber, dass der ausgeprägte Lokalpatriotismus, der sich in den Golddorfschildern manifestiert, durchaus berechtigt ist, denn Keeken ist wirklich ein schönes und sehenswertes Plätzchen.


Ortsschild


Keekener Windmühle

Auf den beiden hier gezeigten Ortsschildern ist eine von mehreren Sehenswürdigkeiten des Dorfes abgebildet, und zwar die im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts erbaute Windmühle. Bis in die 1950iger Jahre mahlte sie Korn und wurde danach still gelegt. Der weiß verputzte Turmholländer befindet sich übrigens rund einen Kilometer westlich der Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt an der Einmündung des Hufschen Weges in die Hofackerstraße.

Aufgrund der Größe der Pfarrkirche und aufgrund der etwas dichteren Ortsbebauung kann man das Gebiet rund um das Gotteshaus sicherlich als das Dorfzentrum von Keeken bezeichnen. Gleichwohl weist der kleine Ort am Niederrhein aber auch alle Züge einer typischen Streusiedlung ohne einen wirklichen Mittelpunkt auf. Wie dem auch sei: Der hohe Turm von St. Maria Himmelfahrt scheint unübersehbar das Zentrum des Dorfes zu markieren. Die drei aus Tuffstein gebildeten Untergeschosse des Turmes sind übrigens die ältesten Bauteile der dreischiffigen Kirche. Sie stammen wohl noch aus der Zeit des Hochmittelalters. Das Obergeschoss aus Backstein ist bedeutend jünger und wurde erst um das Jahr 1700 hochgemauert. Zur gleichen Zeit wurden auch die Seitenschiffe an das Langhaus angefügt. Den Abschluss des Langhauses bildet ein mehrseitiger Chor aus dem Jahre 1532. Dem ausgehenden 19.  und frühen 20. Jahrhundert verdankt die Pfarrkirche außerdem noch ein Querschiff und eine gefällige neugotische Innenausstattung und Ausmalung. An ihre Außenmauern grenzt ein kleiner beschaulicher Friedhof, in dessen unmittelbarer Nähe auch ein beachtliches Kriegerdenkmal steht. Das überaus würdige Monument ist nach dem Ersten Weltkrieg auf Veranlassung der damaligen Gemeinde Keeken durch den Umbau bzw. durch die Erweiterung eines schon bestehenden alten Heiligenhäuschen entstanden. Dabei fügte man links und rechts des kleinen Sakralbaus ungefähr gleich breite und hohe Mauern an. Auf diesen beiden Flügeln wurden dann über den Namen der Gefallenen zwei imposante Relieftafeln mit idealisierten Szenen aus dem Soldatenleben angebracht.


Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt und Kriegerdenkmal


die beiden Kirchen in Keeken

Die evangelische Kirche in Keeken ist ebenfalls sehenswert, aber viel kleiner als ihre katholische Schwester. Der einschiffige, weiß verputzte Saalbau mit korbbogigen Fenstern wurde im zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts im Auftrage des Grafen Bylandt errichtet, dessen Wappen die ansonsten schmucklose Außenmauer ziert. In den 1890iger Jahren wurde das Gotteshaus noch um einen Turm mit abschließender Zwiebelhaube ergänzt.


Bylandt-Wappen an der ev. Kirche und Haus Keeken (Ansicht von Süden)

Unmittelbar auf der anderen Seite der Straße liegt Haus Keeken. Der einstige Rittersitz wurde schon in Dokumenten des 8. und 9. Jahrhunderts erwähnt. Somit kann nicht nur das Haus, sondern auch das Dorf auf eine mehr als 1000-jährige Geschichte zurückblicken. Seine heutige Gestalt erhielt das Adelsgemäuer aber erst im 17. und 18. Jahrhundert. Darauf deutet auch die Inschrift 1728 auf einem der beiden zweigeschossigen Wohnhäuser hin, die mit ihren Längsseiten direkt aneinander gebaut wurden. Zu diesem recht eindrucksvollem Ensemble gesellen sich außerdem noch mehrere Wirtschaftsgebäude.


Haus Keeken (Ansicht von Norden)







zwei typische Dorfansichten

Das Haus Keeken ist eins von mehreren schönen Beispielen dafür, dass das 1969 nach Kleve eingemeindete Dorf noch weitgehend seine historisch ländlichen Strukturen und Architekturen erhalten hat und kaum von modernen Einfamilienhäusern geprägt wird. In diesem Zusammenhang müssen auch noch die vielen, mehr als 100 Jahre alten Bauernhofgebäude und andere Backsteinhäuser aus längst vergangenen Tagen unbedingt erwähnt werden, die immer noch von Wiesen und Feldern umgeben werden, weil sie nicht wie an vielen anderen Orten des Niederrheins im Laufe der Zeit zugebaut wurden. Zu dieser besonderen dörflichen Idylle wird sicherlich auch ein erheblicher Standortnachteil beigetragen haben: Keeken liegt nämlich fernab der großen wirtschaftlichen Zentren und bedeutenden Autoverkehrswege in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Niederlanden. Die nördliche Dorfgrenze, die durch den breit dahin strömenden Rhein gebildet wird, ist auch Landesgrenze. Wenn man also auf dem Deich in Keeken steht und über Deutschlands berühmtesten Fluss hinweg schaut, weilt man mit den Augen schon in den Niederlanden. Den Deich erreicht man übrigens vom kleinen Parkplatz an der evangelischen Kirche nach einem nur einminütigen Fußweg. Lange Rede, kurzer Sinn: Keeken ist ein kleines, abgelegenes Grenzdorf am Rhein. Man könnte auch sagen: ein Dorf am Alt- und am Neurhein, denn hinter dem Deich befindet sich ebenfalls das Mündungsgebiet eines immer noch wasserführenden Altrheinarms.


Deichvorland mit dem Rhein im Hintergrund und Mündung des Altrheins


Keekener Rheindeich

Unmittelbar an den Deich grenzen weitere sehenswerte alte Gemäuer. Unter ihnen ragt besonders Beckers halber Hof hervor. In seiner heutigen äußeren Gestalt ist das denkmalgeschützte landwirtschaftliche Anwesen wohl im 18. und 19. Jahrhundert entstanden. Es besteht aus einem Wohnhaus und mehreren Wirtschaftsgebäude, die fast vollständig einen Innenhof umschließen. Beckers halber Hof wird auch häufig in der Literatur als ein so genanntes T-Haus beschrieben. Damit will man folgendes sagen: Die Längsachsen des Wohnhauses und eines direkt daran gebauten Wirtschaftsgebäudes stoßen in einem 90-Grad-Winkel aneinander und bilden somit die Form des Buchstaben T. Neben seinem Denkmalwert ist Beckers halber Hof auch unter anderen Aspekten interessant: Radfahrer, Wanderer und andere Ausflügler können z. B. zuerst im "Café im Gärtchen" neben dem Wohnhaus eine Pause einlegen und dann das Infozentrum Keeken in dem benachbarten ehemaligen Wirtschaftsgebäude besuchen. Der Eintritt zur Ausstellung im Infozentrum ist übrigens kostenlos. Thematisiert werden der Rhein und seine Auenlandschaft als vielfältige Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen.


Beckers halber Hof und Infozentrumtafel


ein weiterer Bauernhof in Keeken

 

GEMEINDE KLEVE  |  GRIETHAUSEN  |  KEEKEN  |  SCHENKENSCHANZ  |  WAR CEMETERY

 

 nach oben zum Seitenanfang