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  KLEVE - REICHSWALD FOREST WAR CEMETERY

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Britischer Ehrenfriedhof - Reichswald Forest War Cemetery

Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges, oder genauer gesagt: im Februar und März 1945, tobten auch am nördlichen Niederrhein gewaltige Schlachten, als die alliierten Streitkräfte auf ihrem Vormarsch nach Deutschland in das Gebiet östlich der Maas eindrangen. Unzählige Soldaten und Zivilisten verloren dabei ihr Leben. Städte wie Kleve und Wesel versanken in Schutt und Asche. "The enemy ... fought with a fanaticism unexcelled at any time in the war", schrieb der britische Generalfeldmarschall Montgomery nach dem Krieg über die Schlachten am Niederrhein und deutete damit indirekt an, dass die Opferzahlen auch auf alliierter Seite sehr hoch waren bzw. sein mussten.

Auf dem Britischen Ehrenfriedhof im Reichswald südwestlich von Kleve, der offiziell Reichswald Forest War Cemetery genannt wird, ruhen aber nicht nur Soldaten, die in den ersten Monaten des Jahres 1945 in der so genannten Schlacht im Reichswald oder bei der Rheinüberquerung nahe Wesel gefallen sind. Sehr viele von ihnen starben schon bedeutend früher während der Luftangriffe auf Deutschland und wurden unmittelbar nach dem Krieg auf das Gelände des Reichswald Forest War Cemetery umgebettet. "Auf diesem Friedhof liegen 7672 alliierte Gefallene des Zweiten Weltkriegs, darunter 18 Angehörige der Marine, 3665 des Heeres, 3986 der Luftwaffe ... Von denjenigen, deren Nationalität bekannt ist, kamen aus: Vereinigtes Königreich 6431 / Kanada 706 / Australien 328 / Neuseeland 127 / ... / Polen 73 / ...", kann man auf einer Tafel in einem der beiden kleinen Türme erfahren, die das Eingangsgitter der Kriegsgräberstätte flankieren. Der andere beherbergt übrigens das Friedhofsregister.

Die beiden Türme wirken wie Wachtürme, die den Eingang schützen sollen. Auf dem offiziellen Plan der Friedhofsverwaltung werden sie als "shelter" (Schutzgebäude) bezeichnet. Was auch immer damit genau gemeint ist: Die Türme können die Friedhofsbesucher allerhöchstens vor ungünstiger Witterung schützen. Tatsächlich werden sie viel häufiger als Aussichtstürme genutzt. Von ihrer oberen Ebene kann man sich nämlich einen guten optischen Überblick über den größten Kriegsgräberfriedhof des Commonwealth in Deutschland verschaffen. Abgesehen von den zwei Türmen verleihen auch die beiden hohen, mit jeweils einer Vase bekrönten Postamente dem Eingangsbereich des Reichswald Forest War Cemetery eine weitere besondere architektonische Hervorhebung.


Ausblick von einem Turm zum anderen

Vom Eingangsbereich muss man nur wenige Schritte zurücklegen, um den auf einem dreistufigen Unterbau ruhenden Altarstein (Stone of Remembrance) zu erreichen. Er bildet den Mittelpunkt des längsrechteckigen umfriedeten Friedhofsrasenplatzes. In der gleichen zentralen Achse wie der Eingang und der Altarstein steht auch das auf einem Postament errichtete hohe Opferkreuz (Cross of Sacrifice). Sowohl ein Altarstein als auch ein Opferkreuz sind laut den Statuten der Commonwealth War Graves Commission zwingend vorgeschrieben, wenn auf einer ihrer Kriegsgräberstätten mehr als 1000 Opfer ihren letzten Ruheplatz gefunden haben. Bei geringer Anzahl verzichtet man auf einen Altarstein.


Altarstein und Opferkreuz

Links und rechts der zentralen Achse erstrecken sich die Gräberreihen, deren Grabsteinen schmale Blumenbeetstreifen vorgelagert sind. Von der Belegung mit Grabstellen wurde allerdings eine recht große rechteckige Fläche zwischen dem Eingang und dem Altarstein einerseits und zwischen zwei großen Torbögen anderseits ausgespart.


Torbogen

Die Inschrift der Grabsteine benennt in der Regel den Namen, den Dienstgrad, die Truppenzugehörigkeit, die militärische Funktion und das Todesdatum und Todesalter des Gefallenen. Zu diesen Angaben kann auf Wunsch der Angehörigen außerdem ein individueller Gedenkspruch eingraviert werden. Wer sich einmal die Mühe macht, eine größere Anzahl dieser Inschriften zu lesen, kann nur erschüttert darüber sein, wie viel Leid dieser von Nazi-Deutschland initiierte wahnsinnige Krieg verursacht hat. Dass heute Friede, Freiheit und Wohlstand im westlichen und zentralen Europa herrschen, dazu haben nicht im geringen Maße auch die auf dem Reichswald Forest War Cemetery bestatteten Soldaten beigetragen. Deshalb darf man sich vor ihren Gräbern dankend verneigen.



Ein weiterer großer britischer Ehrenfriedhof am nördlichen Niederrhein ist übrigens das rund 40 Kilometer entfernte Rheinberg War Cemetery zwischen Kamp Lintfort und Rheinberg.

 

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