niederrhein-nord.de
Home  Fotos  Email/Impressum  Links

Orte am unteren Niederrhein:

  KRANENBURG - MEHR

GEMEINDE KRANENBURG  |  MEHR  |  NIEL  |  ZYFFLICH  |  NIEDERLÄNDISCHE NACHBARORTE

Mehr bei Kranenburg

Das Dorf Mehr befindet sich etwa 4 Kilometer nordöstlich von Kranenburg und ungefähr 6 Kilometer südlich vom Rhein. Es verdankt seinen Namen einem mittlerweile nicht mehr vorhandenen See, der aus den unverlandeten Resten eines breiten Altrheinarms entstanden war. In der niederdeutschen Sprache werden solche Binnenseen im Gegensatz zum Hochdeutschen als Meer bezeichnet. Lange Rede, kurzer Sinn: Der Ortsname leitet sich schlicht und einfach von seiner ursprünglichen geographischen Lage an einem See ab.

Schon um das Jahr 1300 wurde dieser See trockengelegt und das neu gewonnene Land als Weide benutzt. Die Kenntnisse über die Geschichte von Mehr reichen sogar noch mehr als 500 Jahre weiter zurück: Erstmalig urkundlich erwähnt wird der Ort nämlich schon im frühen 8. Jahrhundert. Historisch bedeutendes und daher unbedingt noch erwähnenswertes hat sich in dem Dorf am nördlichen Niederrhein aber nicht zugetragen.

  Haus Zelhem

Schon lange vor der Trockenlegung des Sees muss Haus Zelhem bzw. Zelem, ein ehemaliger Rittersitz im näheren Umfeld des Dorfes, bestanden haben. Dokumentarisch nachweisbar ist das einstige Adelsgebäude bis ins 12. Jahrhundert. In der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde Haus Zelhem dem Zeitgeschmack gemäß im Stile der Renaissance umgestaltet. Um das Jahr 1800 schließlich erhielt das alte Backsteingemäuer, an dem besonders die dreistöckigen Ecktürme und der mehrseitige Treppenturm auffallen, sein heutiges einfacheres Erscheinungsbild ohne größeren Fassadenschmuck.

Einen mittelalterlichen Ursprung kann auch die Dorfkirche in Mehr aufweisen. Der einschiffige Sakralbau, der dem Heiligen Martin geweiht ist, wurde wohl im 15. Jahrhundert errichtet. Vermutlich konnten die ursprünglichen Baupläne aus Geldmangel nicht ausgeführt werden, denn das Schiff ist nicht so hoch wie der mehrseitig abschließende Chor. Der Turm war ursprünglich auch niedriger und wurde erst im Jahre 1896 um ein Geschoss aufgestockt. Zu der schönen Innenausstattung von St. Martin zählt unter anderem ein großer barocker Hochaltar. Den Namenspatron der Kirche kann man übrigens auch an einer anderen Stelle in Mehr verehren: Am Tutweg steht eine Betsäule, die von einer Skulptur des mantelteilenden Martin gekrönt wird. Auf dem Friedhof, der die Kirche umschließt, befinden sich einige interessante alte Grabmale, darunter drei gusseiserne Kreuze aus dem 19. Jahrhundert. Auf dem Gottesacker kann man ebenfalls ein recht ansehnliches Gefallendenkmal erblicken.


Kirche und Betsäule


gusseiserne Kreuze und Gefallenendenkmal auf dem Friedhof

Die alte Windmühle in Mehr wurde um 1840 in  der Form eines so genannten Wallholländers erbaut. Bis zu ihrer teilweisen Zerstörung am Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sie noch betrieben. Heute wird sie allerdings zu privaten Wohnzwecken genutzt. Der Hügel des ursprünglichen Wallholländers ist mittlerweile durch einen flachen Rundbau ersetzt worden.


Windmühle

 
Alte Ortsbebauung (links ein so genanntes T-Haus)

Neben den drei nun vorgestellten historischen Gebäuden gibt es außerdem noch weitere schöne Beispiele alter Bebauung in Mehr, meistens aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Dazu gehören auch einige Bauernhöfe, die in der Form eines so genannten T-Hauses errichtet wurden. Bei dieser Konstruktion stoßen Wohn- und Wirtschaftstrakt in einem 90-Grad-Winkel unmittelbar aneinander (siehe Foto oben links). Gleichwohl prägen auch mehrere moderne Bauwerke das Bild des 500-Einwohner-Dorfes, das inmitten von landwirtschaftlich genutzten Flächen liegt. Wie fast überall am Niederrhein ist die Umgebung sehr flach, aber in der Ferne kann man die etwas hügeligere Gegend des Reichswaldes erblicken.


Bauernhof


gepflegter Vorgarten in Kranenburg-Mehr





 

 

GEMEINDE KRANENBURG  |  MEHR  |  NIEL  |  ZYFFLICH  |  NIEDERLÄNDISCHE NACHBARORTE

 

 nach oben zum Seitenanfang