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Orte am unteren Niederrhein:

  KRANENBURG - NIEDERL. NACHBARORTE

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Kranenburgs Nachbarorte in den Niederlanden:
die Gemeinde Berg en Dal mit den Ortsteilen Groesbeek, Beek, Persingen, Ubbergen, Heilig Landstichting und Berg en Dal
und außerdem die Stadt Nijmegen (Nimwegen)

Im Jahre 1865 wurde eine Eisenbahnlinie zwischen Kleve und Nijmegen (Nimwegen) mit weiteren Haltestellen u. a. in Kranenburg und Groesbeek eröffnet. 1988 rollte der letzte internationale Zug über ihre Gleise und 1991 wurde schließlich mit der Stilllegung des deutschen Teilabschnitts der noch verbliebene Bahnverkehr auf dieser Strecke eingestellt. Seit 2008 wird der Gleisabschnitt zwischen Kleve und Groesbeek allerdings wieder für Freizeitaktivitäten genutzt. Jeder, der Lust, Laune und einigermaßen trainierte Ober- und Unterschenkel hat, kann nämlich mit einer gemieteten Draisine z. B. die fast 6 Kilometer lange Strecke zwischen dem Bahnhof in Kranenburg und der heutigen Endstation in Groesbeek zurücklegen.


Draisinenbahnhof in Groesbeek

Diese Endstation liegt im historischen Zentrum von Groesbeek, von dessen alter Bausubstanz nach den schweren Zerstörungen im Jahre 1944 während der so genannten Operation Market Garden jedoch nicht mehr viel übrig geblieben ist. Zu den wenigen Vorkriegsbauwerken auf dem Gebiet des fast 12000 Einwohner zählenden Ortes gehören u. a.

  • die so genannte Zuidmolen, eine Windmühle aus dem Jahre 1857, die früher zur Kornverarbeitung diente, und

  • die Protestantse Kerk, deren gotischer Turm und Chor noch aus dem Mittelalter stammen. Das niedrigere Schiff ist eine neugotische Rekonstruktion aus den 1950iger Jahren.


Protestantse Kerk und Nationales Befreiungsmuseum in Groesbeek

Die lokale Geschichte der 1940er Jahre wird also indirekt in der größerenteils nicht mehr erhaltenen historischen Architektur des Ortsbilds sichtbar, aber viel deutlicher erlebbar


Groesbeek Canadian War Cemetery

Neben dem Nationalen Befreiungsmuseum 1944 - 1945 sind noch zwei weitere bedeutende Museen in der unmittelbaren Nähe von Groesbeek vorhanden:

  • der 1911 gegründete und seitdem mehrmals umgestaltete und umbenannte Museumpark Orientalis Heilig Land Stichting, der den Besucher mit Hilfe von Ausstellungen und nachgebauten Häusern in längst vergangene orientalische Zeitalter zu den gemeinsamen Wurzeln von Christentum, Judentum und Islam entführt, und

  • das völkerkundliche Afrika-Museum, dessen Ausstellungen und nachgebaute Lebensstätten der indigenen Bevölkerung einen umfangreichen Einblick in die Kultur südlich der Sahara liefern.

Beide Museen liegen nördlich von Groesbeek auf dem Gebiet des knapp 600 Einwohner zählenden Dorfes Heilig Landstichting an der kommunalen Grenze zu Nijmegen (Nimwegen).


Blick von Berg en Dal über das Wylermeer nach Zyfflich

Östlich von Heilig Landstichting schließt sich bis zum Wylermeer das Gelände des ebenfalls kleinen Orts Berg en Dal an, der nach Abhaltung eines Bürgerreferendums auch der gesamten 35000-Einwohner-Gemeinde seinen Namen leiht. Sie ist im Jahre 2015 aus der Fusion der ursprünglich selbständigen Kommunen Groesbeek, Ubbergen und Millingen aan de Rijn entstanden. Verwaltungssitz der Gemeinde Berg en Dal ist aber nicht das kleine Dorf, sondern der viel größere Ort Groesbeek.


Villa de Wychert und Graben der römischen Wasserleitung

Das Dorf Berg en Dal zeichnet sich besonders durch seine waldreiche hügelige Umgebung aus. Sehenswert ist auch die kurz nach 1900 errichtete Villa de Wychert. Unweit der Villa beginnt ein rund 7 Kilometer langer, bis nach Nijmegen (Nimwegen) reichender Wanderweg, die so genannte Wandelroute Romeins Aquaduct: Sie führt an den landschaftlich noch sichtbaren Spuren (Gräben und Dämme) einer antiken Wasserleitung vorbei, die im ersten nachchristlichen Jahrhundert zur Versorgung eines römischen Legionslagers diente.


die 1915 fertig gestellte Cenakelkerk
neben dem Museumpark Orientalis
im Dorf Heilig Landstichting

 

 


Villa in Ubbergen (oben)
und in Beek (unten)


Villa Waalheuvel in Ubbergen und die kleine Bartholomäuskirche in Beek

Über kurze und recht steil abfallende Wege gelangt man vom Dorf Berg en Dal in die rund 50 Meter tiefer gelegenen Nachbarorte Beek und Ubbergen, die unmittelbar südlich der Landstraße N325 fast nahtlos ineinander übergehen. Ihre Hauptstraßen werden stark vom angrenzenden Wald, von vielen, recht prächtigen Villen aus den Jahrzehnten um 1900 und ein paar alten, ebenfalls hübschen Sakralbauwerken geprägt. Langer Satz, kurzer Sinn: Beek und Ubbergen können zurecht mit dem schönsten Ortsbild in der Gemeinde Berg en Dal prahlen. Dabei stechen besonders in Ubbergen die Villa Waalheuvel aus dem dritten Viertel des 19. Jahrhunderts und in Beek der Platz mit der kleinen mittelalterlichen und der großen neuzeitlichen Bartholomäuskirche ins Auge.


Dorfkirche in Persingen

Thornsche Molen:
Eine bauähnliche Kokerwindmühhle
steht übrigens in Walbeck.

Ooijpolder

Unmittelbar nördlich der Landstraße N325 breitet sich das für die Niederlande typische Flachland aus. Genauer gesagt handelt es sich dabei um eine so genannte Polderlandschaft (Ooijpolder), die bis zur Waal und somit bis zur nördlichen Grenze der Gemeinde Berg en Dal reicht. In dieser schönen Polderlandschaft liegen u. a. das Dörfchen Persingen mit seiner hübschen mittelalterlichen Kirche und die Thornsche Molen, eine Kokerwindmühle. Das noch nicht einmal 100 Einwohner zählende Persingen ist übrigens eines der kleinsten Kirchdörfer in den Niederlanden.
Topografisch zerfällt die Gemeinde Berg en Dal also in zwei Bereiche, wobei man als imaginäre Grenzlinie die Landstraße N325 wählen könnte. Der nördliche Teil von Persingen bis Millingen aan de Rijn ist flach, der südliche Teil von Groesbeek bis Beek bzw. Ubbergen hügelig und stellenweise fast 100 Meter höher. Diese hügelige Landschaft, die in der Fachsprache Groesbeeker Lobus genannt wird, bildet den nördlichen Abschluss des so genannten Niederrheinischen Höhenzugs, zu dem u. a. auch die Sonsbecker Schweiz gehört.


Landschaft im südlichen (links) und nördlichen (rechts) Teil der Gemeinde Berg en Dal

Der Niederrheinische Höhenzug beginnt in Krefeld und endet in Nijmegen (Nimwegen). Die erhöhte Lage Nijmegens direkt an der Waal, dem südlichen Seitenarm des Rheins, müssen schon die alten Römer als Siedlungsplatz besonders aus strategischen Gründen geschätzt haben, weil sie unmittelbar östlich des heutigen Stadtzentrums im ersten nachchristlichen Jahrhundert auf dem Hunnerberg ein Legionslager zum Schutz ihrer Provinzaußengrenze errichteten. Am ehemaligen Standort des Legionslagers, im heutigen Stadtbezirk Hunnerberg, endet übrigens die oben schon erwähnte Wandelroute Romeins Aquaduct. Aus den canabae castrenses, d. h. dem zivilen Legionslagerdorf, und aus den nahe liegenden Siedlungsplätzen der einheimischen Bataver entwickelte sich schließlich eine kleine Stadt, die um 100 n. Chr. mit dem Marktrecht und mit dem Namen Ulpia Noviomagus Batavorum bedacht wurde. In die Zeiten des Kaisers Trajan fallen also die Ursprünge der Stadtwerdung von Nijmegen, das daher zurecht mit Maastricht um den Titel "Älteste Stadt der Niederlande" konkurrieren darf. Lokale archäologische Funde aus der Römerzeit, aber auch Exponate aus anderen Zeiten, kann man sich im Museum Het Valkhof anschauen.


das Museum Het Valkhof und die Nikolauskapelle

Der Name Valkhof bezieht sich auf eine an gleicher Stelle wie das Museum im 12. Jahrhundert errichteten Burganlage, von der noch einige wenige sehenswerte Reste vorhanden sind, darunter die Nikolauskapelle, ein kunsthistorisch sehr bedeutender romanischer Zentralbau. Der größte Teil des Geländes der ehemaligen Burganlage ist heute ein schön gestalteter Park, der außer den historischen Gebäuderesten auch eine vorzügliche Aussicht auf die Waal bietet. Als weitere attraktive Grünanlage mit historischen Monumenten darf der Kronenburgerpark am westlichen Ende der Altstadt von Nijmegen bezeichnet werden. Er schmiegt sich an die imposanten Überbleibsel der mittelalterlichen Stadtmauer an, in die ein 1426 errichteter hoher Turm (Kruittoren) integriert ist. Der Turm ist wie die gotische Stevenskerk ein verbliebener Zeuge des mittelalterlichen Wohlstands der heute 170000 Einwohner zählenden Stadt Nijmegen (Nimwegen), die im 15. Jahrhundert sogar Mitglied der Hanse war. Die prächtige Turmhaube der Stevenskerk ist nicht mehr ursprünglich und wurde kurz nach 1600 im Stile der Renaissance gestaltet. Aus derselben Zeit stammt auch die frei auf dem Grote Markt stehende Stadtwaage (De Boterwaag). Das historische Rathaus an der Burchtstraat ist ein weiteres sehenswertes Renaissancegebäude. Um es kurz zu machen: Trotz der schweren Zerstörungen im Jahre 1944 hat sich Nijmegen glücklicherweise sein historisches Ortsbild noch relativ gut erhalten können. Außerdem ist erstaunlich, dass die in den 1930iger Jahren erbaute Waalbrücke noch weitgehend original ist, weil sie am Ende des Zweiten Weltkriegs nahezu unbeschädigt in die Hände der alliierten Truppen gelangte. Sicherlich muss Adolf deswegen ziemlich getobt haben ...


Kruittoren, De Boterwaag und weitere Fassaden am Grote Markt mit dem Turm der Stevenskerk


Nijmegen (Nimwegen): Blick auf die Waal, den südlichen Arm des Rheins, und die zwischen 1931 und 1936 errichtete Waalbrücke
 

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