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Orte am unteren Niederrhein:

  KREFELD

EINFÜHRUNG

Das heutige, rund 250000 Einwohner zählende Krefeld ist aus drei ursprünglich eigenständigen Städten (Krefeld, Linn und Uerdingen) und ein paar weiteren Orten am Niederrhein im Laufe der Zeit zusammengewachsen. Ältester nachweisbarer Siedlungsplatz auf dem Stadtgebiet ist jedoch der Ortsteil Gellep am Rhein, der wenige Jahrzehnte nach der Zeitenwende als römisches Lager bzw. Kastell Gelduba erstmalig urkundlich erwähnt wird und somit auf eine rund 2000-jährige Geschichte zurückblicken kann.


Seidenweberdenkmal, Flohsche Haus (oben)
und Rathaus (unten)

Im späten Mittelalter muss sich das zur Grafschaft Moers gehörende Krefeld schon recht weit entwickelt haben, denn im Jahre 1373 wurden dem Ort schließlich Stadtrechte gewährt. Im Jahre 1600 übernahmen die Oranier für rund 100 Jahre die Landesherrschaft in der Grafschaft und somit auch in Krefeld. Während der Oranierzeit ließen sich besonders im Verlaufe des 30-Jährigen-Kriegs sehr viele Mennoniten in der Stadt nieder, die im katholischen Umland verfolgt und drangsaliert worden waren. Unter diesen Emigranten befand sich auch die Familie von der Leyen, die wenig später die Seidenfabrikation in der niederrheinischen Stadt einführte und damit Krefelds Aufstieg zur wohlhabenden Textil- und Seidenstadt begründete.

In der preußischen Zeit Krefelds errichteten die von der Leyens, die man aufgrund ihres angehäuften Reichtums auch als Seidenbarone bezeichnete, einige prachtvolle Bauten, die heute noch erhalten sind. Das imposanteste unter ihnen ist ein mit einem Portikus aus kolossalen ionischen Säulen geschmückter Palast, der von 1791 bis 1794 entstand und heute als Rathaus genutzt wird. Auch das so genannte Flohsche Haus aus dem Jahre 1766 (Friedrichstraße 27) und Haus Leyenthal (Krakauer Straße 32) aus der vorletzten Dekade des 18. Jahrhunderts sind prächtige Bauwerke der von der Leyens. Der heutige Stammsitz der Familie befindet sich übrigens im Schloss Bloemersheim bei Neukirchen-Vluyn.


Alte Gebäude im Stile des Historismus in der Krefelder Innenstadt


Gebäude einer alten Hausbrauerei in Krefeld


Haus Lange


Kaiser-Wilhelm-Museum

Neben vielen modernen Nachkriegsbauten sind im Stadtbild auch mehrere, rund 100 bis 200 Jahre alte Bauwerke im Stile des Historismus und nicht wenige Häuser mit Jugendstilfassade vorhanden. Besonders bemerkenswert sind zwei Vorkriegsgebäude in der Wilhelmshofallee, die den frühen Aufbruch zur modernen Architektur markieren: Die Backsteingebäude Haus Lange und Haus Esters wurden 1928 von Mies van der Rohe, dem letzen Leiter des berühmten Bauhauses, entworfen und beherbergen heute ein Museum mit moderner und zeitgenössischer Kunst.

Das Kaiser-Wilhelm-Museum am Karlsplatz ist 1894 bis 1897 in Renaissanceformen entstanden und in den Jahren von 1910 bis 1912 erweitert worden. Es umfasst Ausstellungen zu Themen und Kunstwerken sowohl aus historischen als auch aus modernen Epochen.



Weitere interessante Museen befinden sich im Ortsteil Linn, der erst 1906 durch Eingemeindung seine Selbständigkeit verlor, bis dahin sogar eigene Stadtrechte seit dem 13. Jahrhundert besaß und auch ansonsten als Exklave der Kölner Kurfürsten eine ganz andere Geschichte aufzuweisen hat als das ursprüngliche und eigentliche Krefeld. Das Deutsche Textilmuseum am Andreasmarkt in Linn beherbergt eine reichhaltige Sammlung von Textilien aus aller Welt und unterstreicht somit auch Krefelds herausragende historische Leistungen in der Tuchmacherei.

Das Niederrheinische Landschaftsmuseum ist ebenfalls hier angesiedelt. Die Ausstellungen dieses Museums in der Wasserburg Linn zeigen unter anderem Funde aus römischer und fränkischer Zeit und andere regionale Exponate. Die in mehreren Schritten seit dem 12. Jahrhundert errichtete Burg brannte während des Spanischen Erbfolgekrieges 1702 völlig ab und wurde nicht viel später als echte Ruine in einen Landschaftspark miteinbezogen. Außerdem ließ der Kölner Kurfürst Clemens August  im Bereich der Vorburg ein schlichtes Jagdschloss erbauen.


      Andreasmarkt in Linn und Schlösschen Greiffenhorst

Ein imposantes Jagdschloss findet man im nahe liegenden Greiffenhorstpark. Cornelius de Greiff ließ sich hier in den Jahren um 1840 das dreistöckige klassizistische Schlösschen Greiffenhorst errichten.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ein Besuch in Linn, dessen gesamter historischer Ortskern außerdem noch seit 1987 unter Denkmalschutz gestellt ist, rechtfertigt alleine schon eine Fahrt nach Krefeld. Ohne Frage ist Linn einer der schönsten Orte am nördlichen Niederrhein.


Burg Linn   

Nach Linn verlor auch Uerdingen, das ebenfalls in früheren Zeiten  zum Kölner Kurfürstentum gehörte, 1929 seine kommunale Selbständigkeit und fusionierte mit der Nachbarstadt Krefeld. Am Marktplatz in Uerdingen stehen einige schöne historische Häuser, darunter das alte Rathaus aus dem 17. Jahrhundert, die klassizistischen Herberzhäuser aus den 30iger Jahren des darauf folgenden Jahrhunderts und die Pfarrkirche St. Peter. Der Turm wurde zwischen 1381 und 1383 errichtet, das Langhaus jedoch zwischen 1800 und 1803 komplett in neuer Gestalt erneuert. Auch in der Umgebung des Marktplatzes finden sich übrigens viele weitere sehenswerte alte Gebäude, z. B. die einstige Hospitalkapelle St. Michael. Die Kapelle, die aus dem späten Mittelalter stammt, wird auch liebevoll "Et Klöske" genannt, wobei sich diese Bezeichnung auf die Statue des Heiligen Nikolaus in einer Nische über dem Eingang bezieht. Reste der die Stadt nahezu recheckig umgebenden mittelalterlichen Stadtverteidigungsanlagen sind im Süden und an der Rheinseite vorhanden. Als beeindruckendstes Relikt dieser früheren Wehrhaftigkeit ist der 18 Meter hohe Eulenturm übrig geblieben.


Krefeld-Uerdingen: Herberzhäuser, Rhein und "Et Klöske", die einstige Hospitalkapelle

Sehenswerte alte Gemäuer stehen auch in den weiteren Ortsteilen von Krefeld: Hier seien die besonders imposante Kirche St. Matthias mit einem romanischen Tuffsteinturm in Hohenbudberg und St. Clemens in Fischeln zu nennen. Kulturhistorisch interessant sind auch die erhalten gebliebenen Klosteranlagen und das im 17. Jahrhundert erbaute Schultheißenhaus im Ortsteil Hüls. Westlich von Hüls unmittelbar an der Gemeindegrenze zu Kempen liegt auch noch das schön anzuschauende Schloss Gastendonk, eine ehemalige Wasserburg aus dem Mittelalter inmitten der idyllischen-dörflichen Landschaft des Niederrhein.


St. Clemens in Fischeln
  Schultheißenhaus


St. Matthias in Hohenbudberg, die Hülser Klausur und Schloss Gastendonk

Nützliche Links:

http://www.krefeld.de   http://www.kunstmuseenkrefeld.de   http://www.flachsmarkt.de

 

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