niederrhein-nord.de
Home  Fotos  Email/Impressum  Links

Orte am unteren Niederrhein:

  MOERS

EINFÜHRUNG

Die archäologisch und urkundlich fassbare Geschichte der beliebten Einkaufsstadt Moers beginnt verhältnismäßig früh: Siedlungstätigkeit im Moerser Raum lässt sich nämlich schon für viele Jahrhunderte vor der Zeitenwende nachweisen. Die Römer waren also nicht die ersten, die sich an diesem Ort um 10 v. Chr. niederließen. Sie bauten das Lager Asciburgium. Die Römer gingen schon nach 100 Jahren, geblieben ist dagegen in leichter Abwandlung der Lagername in der Bezeichnung des Moerser Ortsteils Asberg. Der Name Moers findet sich zum ersten Male in einer Urkunde des 9. Jahrhunderts. Im Jahre 1300 erhält der aufstrebende Ort schließlich Stadtrechte.


Altmarkt mit Preußen-Denkmal


    Moerser Schloss


Henriette von Oranien


Friedrich I

Zur Zeit der Stadtrechtsverleihung haben die ältesten Teile des Moerser Schlosses schon bestanden. Heute ist das imposante Gebäude im städtischen Besitz und beherbergt das Grafschafter Museum für Volkskunst und Kulturgeschichte, das u. a. auch Ausgrabungsfunde aus dem schon oben erwähnten römischen Kastell Asciburgium zeigt. Vor dem Schloss steht eine lebensgroße Skulptur der Henriette von Oranien. Die Oranier traten im Jahre 1600 die Nachfolge der Moerser Grafen an und blieben bis 1702 Landesherren. Sie befestigten das Schloss durch neue Verteidigungsanlagen, von denen sich die äußere Umwallung bis heute erhalten hat. Dieser äußere Wall einschließlich eines wassergefüllten Grabens dient allerdings seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhundert nur noch als begrünter Spazierweg bzw. Promenade, die aber ohne Zweifel eine der schönsten ihrer Art am Niederrhein ist.


der äußere Wall mit Wassergraben

Die Schleifung eben genannter Verteidigungsanlagen vollzog sich in der Zeit der preußischen Regentschaft. Die Preußen lösten 1702 die Oranier als Landesherren ab und bestätigten den Regierungswechsel auch durch die Heirat Friedrich I mit oben erwähnter Henriette von Oranien. Ein Denkmal für Friedrich I wurde auf dem Neumarkt aufgestellt.


die begrünten Wallanlagen und das Peschkenhaus

Im dem heute rund 100000 Einwohner zählenden Moers haben sich nicht nur das alte Schloss, an das sich übrigens ein weitläufiger, im englischen Stil angelegter Schlosspark anschmiegt, sondern auch viele weitere schöne historische Gebäude erhalten. Teilweise sind sie mehrere 100 Jahre alt. Darunter befindet sich u. a. das so genannte Peschkenhaus. Das ursprünglich mittelalterliche Bauwerk wurde Ende des 18. Jahrhunderts klassizistisch umgebaut und beheimatet heute eine Kunstgalerie. Im Stile des Klassizismus wurden ferner das Hauptgebäude des Averdunkshof und das benachbarte Martinstift erbaut. Die beiden sehenswerten großartigen Baukomplexe aus der Zeit um 1850 liegen am Rande der Altstadt.

 
Haupthaus des Averdunkshof und ein Gebäude des Martinstifts





Erwähnung verdient außerdem die evangelische Stadtkirche, unter deren Innenausstattung eine wertvolle Barockorgel hervorragt. Das sakrale Gebäude  wurde schon vor der Reformation am Niederrhein als Klosterkirche im 15. Jahrhundert errichtet und ist zuletzt durch Anfügung eines neugotischen Turmes im Jahre 1890 erweitert worden.


evangelische Stadtkirche und Förderturm des Bergwerks Rheinpreußen 4


Kohlebergwerk Rheinpreußen 4

Einen weiteren Turm auf dem Stadtgebiet von Moers baute man rund 10 Jahre später: den Förderturm des Kohlebergwerkes Rheinpreußen 4. Die gesamte Zechenanlage, die Anfang der 60iger Jahre des letzten Jahrhunderts stillgelegt wurde, ist mittlerweile restauriert und als Industriedenkmal eingestuft. Der eben erwähnte, mehr als 100 Jahre alte Förderturm zählt übrigens zu den ältesten erhaltenen Doppelstrebengerüsten Deutschlands. Die zur Zeche gehörige Bergarbeitersiedlung Meerbeck in unmittelbarer Nähe entstand ab 1904, als man mit der Kohleförderung begann.

Türme kann man auch im Stadtteil Kapellen, Ortsteil Holderberg erblicken. Dort steht Schloss Lauersfort, ein ehemaliges Wasserschloss, dessen Ursprünge bis in das späte Mittelalter zurückgehen. Unmittelbar südlich befindet sich ein weiteres denkmalgeschütztes ehemaliges Herrenhaus, der so genannte Peterhof, der in klassizistischen Formen im 19. Jahrhundert erbaut wurde. In Kapellen selber hat sich eine besonders alte Kirche erhalten, deren bemerkenswertestes Bauglied ein schöner gotischer Chor ist.


Peterhof und evangelische Kirche in Moers-Kapellen


Schloss Lauersfort, evangelische Kirche in Repelen und historisches Gebäude der Bergarbeitersiedlung Repelen


Rheinpreußen 6/7: Kohlenmischhalle und Wasserturm


Gipfelkreuz der Bergehalde Pattberg


Aussichtsturm auf der Bergehalde Rheinpreußen

Eine weitere Sehenswürdigkeit außerhalb des Stadtzentrums von Moers stellt die evangelische Kirche im Ortsteil Repelen dar. Der nicht mehr vorhandene ursprüngliche Bau aus dem frühen Mittelalter war eine der ältesten Kirchen am Niederrhein. Heute sieht man zwar ein sehr altes, aber ein im wesentlichen gotisches und damit etwas jüngeres sakrales Bauwerk. Bauhistorisch bemerkenswert ist auch die so genannte Siedlung Repelen, eine Bergarbeitersiedlung, die zwischen 1930 und 1936 entstand. Die dort wohnenden Kumpel arbeiteten auf der nahe gelegenen Schachtanlage Pattberg bzw. Rheinpreußen 6/7, die aber mittlerweile stillgelegt und größerenteils demontiert ist. Auf der noch vorhandenen großen, ehemaligen Kohlenmischhalle hat man übrigens eines der größten Solardächer Deutschlands installiert. Die 62 Meter hohe, heute begrünte Bergehalde der Zeche Pattberg kann auf befestigten Wegen bis zum Gipfelkreuz bestiegen werden. Vom Gipfel aus hat man eine gute Fernsicht auf Moers und die angrenzenden Gemeinden, kurz gesagt: auf weite Teile des nördlichen Niederrhein.


Bergehalde Pattberg

Eine noch bessere Fernsicht bietet die mittlerweile ebenfalls begrünte Bergehalde Rheinpreußen, die rund 1 Kilometer westlich vom Rhein gerade noch auf dem Gemeindegebiet von Moers liegt. Sie überragt die flache Umgebung des Niederrhein um etwa 70 Meter Höhe. Auf der Halde thront übrigens ein bemerkenswertes Kunstwerk: ein rot angestrichener Aussichtsturm in Gestalt einer überdimensionalen Grubenlampe.

Nützliche Links:

http://www.moers.de   http://www.peschkenhaus.de   http://www.grafschafter-museum.de   http://www.das-geleucht.de

 

 nach oben zum Seitenanfang