niederrhein-nord.de
Home  Fotos  Email/Impressum  Links

Orte am unteren Niederrhein:

  NETTETAL - KALDENKIRCHEN

GEMEINDE NETTETAL  |  HINSBECK  |  KALDENKIRCHEN  |  KRICKENBECKER SEEN  |  LEUTH

Kaldenkirchen

Nicht nur für den Autoren dieser Website, sondern auch für alle anderen Besucher von Kaldenkirchen sind die vielen, vom örtlichen Bürgerverein an den historischen Gebäuden angebrachten Informationstafeln sehr aufschluss- und hilfreich, wenn man etwas mehr über die Ortsgeschichte erfahren will. Ihr dokumentarisch fassbarer Anfang fällt übrigens ins Jahr 1206, als der heute rund 10000 Einwohner zählende Ort am Niederrhein in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Niederlanden bzw. Tegelen erstmalig in einer Urkunde aus dem Mittelalter erwähnt wurde.


Pfarrkirche St. Clemens

Freilich sind aus dieser frühen Zeit keine Gebäude mehr erhalten. Nur der 59 Meter hohe Turm der Pfarrkirche St. Clemens hat noch das mittelalterliche Kaldenkirchen gesehen, denn er wurde Ende des 15. Jahrhunderts errichtet. Das Langhaus dagegen ist nicht mehr mittelalterlich und wurde in neogotischen Formen zwischen 1893 und 1897 komplett erneuert. Der Innenraum der dreischiffige Backsteinhalle weist mittlerweile wieder die Ausmalung vom frühen 20. Jahrhundert auf. Bemerkenswert sind neben den schönen Chorfenster auch einige Ausstattungsstücke aus dem Vorgängerbau, darunter ein spätgotisches Kreuz und drei Bilder eines Altarretabels aus dem 17. Jahrhundert, die die Verkündigung, die Geburt Christi und die Anbetung durch die Könige zeigen.


Pastorat und Gebäude Kirchplatz 7-9

St. Clemens war bis 1802 auch Ordenskirche eines 1625 in Kaldenkirchen gegründeten Doppelklosters, das nach den Regeln der Hl. Birgitta von Schweden geführt wurde. Es bestand aus einem Schwestern- und einem Mönchskonvent. Die alten Klostergebäude, die unmittelbar an die Pfarrkirche angrenzen, sind glücklicherweise größerenteils erhalten. Im  heutigen  Pastoratsgebäude lebten früher die Mönche. Das 1663 errichtete Bauwerk wurde jedoch in der Mitte des 19. Jahrhunderts renoviert und mit einer prächtigen neuromanischen Putzfassade mit Zinnenkranz versehen. Das weiß angestrichene Haus Kirchplatz 7-9 aus dem Jahre 1628  diente als Wohn- und Wirkstätte der Ordensschwestern. Die ursprüngliche architektonische Gestaltung lässt sich allerdings auch hier aufgrund vieler Umbauten bis ins 20. Jahrhundert heute nicht mehr erkennen. Das benachbarte Haus Grüters war früher ebenfalls Teil des Birgittenklosters. Durch auf der Gebäudetraufseite angebrachte Eisenanker kann man seine Entstehungszeit mühelos ins Jahr 1621 datieren. Jugendstilelemente am überaus herrlichen Giebel lassen jedoch erahnen, dass auch diese Gebäudefassade sich nicht mehr im Originalzustand befindet.


Zwei Ansichten von Haus Grüters

Während die katholische Kirche und die Klostergebäude das Bild des Ortszentrums sichtbar dominieren, versteckt sich die kleinere evangelische Kirche dagegen in einem Hof hinter den Gebäuden der Kehrstraße. Sie wurde zwischen 1672 und 1674 als turmloser Saalbau mit Dachreiter errichtet. Die Eingangs- bzw. Hauptseite wird durch einen geschwungenen Giebel betont. Über dem repräsentativ gestaltetem Eingang befindet sich eine alte Kartusche mit folgender lateinischer Inschrift:
"Solius dei triunius gloriae ecclesiae in his locis reformatae conventibus sacris aedes dedicata a(nno) MDCLXXII". Auch für den heutigen Menschen kann sich also ein großes Latinum immer noch auszahlen ...


evangelische Kirche

Durch eine offenen Passage im Erdgeschoss des evangelische Gemeindehaus lässt sich die Kirche übrigens von der Kehrstraße erreichen. An dieser Straße, die man auch als die Einkaufsmeile von Kaldenkirchen bezeichnen kann, befinden sich auch das eben schon erwähnte katholische Gotteshaus, das Pastorat und weitere interessante, orts- und kulturgeschichtlich bedeutende Gebäude. Dazu zählen unter anderem ...


Evangelisches Gemeindehaus und Gebäude mit Jugendstilfassade in der Kehrstraße

  • ein klassizistisches Gebäude vom Anfang des 19. Jahrhunderts, das zwischen 1818 und 1943 als Hauptzollamt diente. Kaldenkirchen liegt übrigens nur wenige Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt.

  • die Häuser Poensgen und Boussellot: Die ebenfalls klassizistischen Gebäude aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden von wirtschaftlich und politisch einflussreichen ortsansässigen Familien gebaut.

  • das ehemalige Rathaus. Nur noch das Stadtwappen an der Fassade erinnert an die einstige Bestimmung dieses mittlerweile mehrfach umgebauten Hauses. In den Rang einer Stadt wurde Kaldenkirchen übrigens 1856 erhoben.

  • ein Gebäude mit prächtiger Jugendstilfassade und altem Ladeneinbau.


Haus Poensgen, Stadtwappen und Haus Boussellot in der Kehrstraße

Das Ortszentrum wird neben weiteren sehenswerten alten Gemäuern natürlich auch von mehreren Nachkriegsbauten bzw. modernen Häusern geprägt. Außerhalb des historischen Zentrums ließ die Familie Poensgen, deren Stadthaus gerade kurz erwähnt wurde, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auch einen Rokokopavillon errichten, der heute noch erhalten ist und unter Denkmalschutz steht. Das eingeschossige, rot geschlämmte Gebäude mit aufwändigem Mansardwalmdach steht in einem privaten Garten und kann von öffentlichen Wegen leider nur teilweise eingesehen werden (siehe folgendes Foto).


Rokokopavillon und Marienkapellchen

Noch weiter außerhalb des Zentrums trifft man unmittelbar östlich der Bahngleise auf eine andere kleine Sehenswürdigkeit: das Marienkapellchen. Das weiß geschlämmte und mit einem Giebel gekrönte Heiligenhäuschen, das an der Straße Am Altenhof liegt, wurde erstmalig 1775 erwähnt. Ähnliche Kapellchen findet man übrigens in großer Zahl überall am Niederrhein. Nomen est omen: Wenn man auf der Straße Am Altenhof rund 500 Meter weiter läuft, gelangt man zu einem großen Gutsgebäude, dem so genannten Rittergut Altenhof, der im 14. Jahrhundert erstmalig urkundlich erwähnt wurde. Die prächtige vierflügelige Anlage, die inmitten eines kleinen Waldes steht und von landwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben wird, stammt in ihrer heutigen Gestalt im wesentlichen wohl aus dem 17. Jahrhundert. Da das schöne alte Gemäuer sich in Privatbesitz befindet, ist nur eine Ansicht vom vorbeiführenden öffentlichen Weg möglich.


ehemaliges Rittergut Altenhof





 

GEMEINDE NETTETAL  |  HINSBECK  |  KALDENKIRCHEN  |  KRICKENBECKER SEEN  |  LEUTH

 

 nach oben zum Seitenanfang