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  NETTETAL - KRICKENBECKER SEEN

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Die Krickenbecker Seen und der De Wittsee
zwischen Leuth und Hinsbeck

Die gemeinsame Vorstellung dieser Seen und ihrer unmittelbaren Umgebung in einem einzigen Artikel ist weder bloßer Zufall noch eine Willkür des Website-Autoren. Schließlich werden sie ja auch durch das Naturschutzgebiet "Krickenbecker Seen und Kleiner De Wittsee" zusammengefasst und durch die Nette und ihrem Nebenbach Renne direkt miteinander verbunden.

Schrolik(see)

Hinsbecker Bruch

Glabbacher Bruch

Die Krickenbecker Seen bestehen aus insgesamt vier Gewässern. Sie heißen Glabbacher Bruch, Hinsbecker Bruch, Schrolik(see) und Poelvennsee. Bruch und Venn bezeichnen eigentlich ein Moor- bzw. Sumpfgelände. Damit sind zwar auch feuchte Gebiete gemeint, aber niemals größere offene Wasserflächen. Tatsächlich waren die Krickenbecker Seen im Mittelalter noch gar nicht vorhanden. Vielmehr sind sie erst in der Neuzeit durch Austorfung eines Niedermoorgebiets und durch einen etwas später erfolgten Anschluss des ausgetorften Geländes an die Nette bzw. Renne schrittweise bis zum 19. Jahrhundert entstanden. Der Name dreier heutiger Seen spiegelt also die ursprüngliche landschaftliche Beschaffenheit wider. Der De Wittsee ist übrigens ebenfalls durch Austorfung ab dem 17. Jahrhundert und außerdem durch Aufstauung des Nettewassers künstlich geschaffen worden. Durch einen recht breiten Bahndamm, der früher die Gleise der Strecke Kempen-Venlo trug und heute als Rad- und Wanderweg dient, wird er in den Großen und Kleinen De Wittsee geteilt.

Poelvennsee

De Wittsee

Der Damm zwischen dem Hinsbecker und Glabbacher Bruch ist dagegen ein noch erhaltener ehemaliger Torfabfuhrweg, über den heute eine asphaltierte Straße, die so genante Schlossallee, verläuft. An seinem südöstlichen Ende liegt das Infozentrum Krickenbecker Seen, das - nomen est omen - umfangreiche Ausstellungen und Informationen zum Naturschutzgebiet präsentiert. Von seinem verglasten Vorraum führt übrigens ein erhöhter Aussichtssteg direkt zum Hinsbecker Bruch. Mit etwas Glück und mit einem Fernglas lassen sich von dieser erhöhten Stelle Wasservögel wie Graureiher und Haubentaucher gut beobachten.
 
Das Infozentrum darf man sicherlich als idealen Startpunkt für Wanderungen durch das Naturschutzgebiet auswählen. An seinem Parkplatz treffen sich ein 7 km und ein 10 km langer Naturerlebnisweg. Der kürzere Weg führt rund um den Glabbacher Bruch und den Poelvennsee, der längere in einem großen Bogen rund um den Schrolik(see) und den Hinsbecker Bruch, wobei auch der De Wittsee gestriffen wird. Genügsame, lauffaule und fußkranke Zeitgenossen können sich natürlich auf eine Überquerung des Dammes vom Infozentrum bis zum Gelände des Schloss Krickenbeck beschränken. Die herrliche Aussicht vom Damm auf den Hinsbecker und Glabbacher Bruch ist für sich alleine genommen schon eine Anreise wert.


Infozentrum und Schloss Krickenbeck

Die Aussicht auf Schloss Krickenbeck, das seine heutige prächtige Gestalt in Formen der Neorenaissance Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt, ist allerdings sehr bescheiden. Oder anders gesagt: Von Mai bis Oktober gewährt die Schlossallee wegen des dichten Sträucher- und Bäumebewuchses überhaupt keinen Blick auf das alte Gemäuer. Andererseits ist das Betreten des Schlossgeländes in der Regel auch nicht möglich, weil es sich in Privatbesitz befindet und daher nicht öffentlich zugänglich ist. Den besten öffentlich zugänglichen Blick im Sommer auf Schloss Krickenbeck bietet der einen Kilometer entfernte, rund 30 Meter hohe Aussichtsturm auf dem Taubenberg. Es ist aber ratsam, ein Fernglas oder ein Teleobjektiv mitzunehmen. Nichtsdestotrotz kann man von der oberen Aussichtsplattform auch ohne diese optischen Hilfen einen schönen Rundumblick über das gesamte Naturschutzgebiet Krickenbecker Seen genießen (siehe Foto ganz unten).


Leuther Mühle und die Nette nahe der Mühle

Die Gräben, die Schloss Krickenbeck mitsamt seiner dreiflügeligen Vorburg umgeben, werden vom Wasser der unmittelbar westlich vorbeifließenden Nette gespeist. Vom Wasser der Nette war auch der Betrieb der Leuther Mühle abhängig, die etwa auf halben Weg zwischen dem De Wittsee und den Krickenbecker Seen direkt am Fluss liegt. Die aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammende Wassermühle verfügt noch über ein funktionstüchtiges Mahlwerk mit Wasserad. Der oben erwähnte 10 km lange Naturerlebnisweg führt auch an der Leuther Mühle vorbei. Wandervögel können diesen Rundweg also auch an der Wassermühle beginnen. Parkplätze sind vorhanden.


Naturschutzhof [ehemalige Scheune (oben) und Außenanlage mit Lebensturm (unten)]

Ein 4 km langer Naturerlebnisweg umschließt den Großen De Wittsee. Als Ausgangspunkte für diesen relativ kurzen, aber ebenfalls interessanten Rundweg bieten sich die Parkplätze vorm Cafe & Restaurant De Wittsee oder vorm NABU Naturschutzhof an. Der Naturschutzhof umfasst einige Gebäudeteile des denkmalgeschützten Stemmeshofs, die als Informationsräume dienen, und eine direkt angrenzende, fast 2 Hektar große Außenfläche. Auf dieser ganzjährig zugänglichen Außenfläche werden anhand vieler Beispiele eine naturnahe Landnutzung und Gartengestaltung gezeigt. Als Wahrzeichen des Naturschutzhofs gilt der Lebensturm mit seinen zahlreichen Nisthilfen für Vögel, Insekten und kleine Säugetiere. Der Eintritt ist übrigens frei, aber Spenden werden jedoch zurecht erwartet. Außerdem kann man hier seinen Geldbeutel mit gutem Gewissen durch den Kauf von Naturprodukten oder durch einen Besuch im Landcafe erleichtern, das in einer ehemaligen Scheune unmittelbar am Eingang zum Naturschutzhof untergebracht ist.
 
Viele Einblicke in die traditionelle niederrheinische Kulturlandschaft bietet der ebenfalls besuchenswerte Landschaftshof Baerlo. Der schnellste Weg zu Fuß oder auf dem Fahrrad vom Naturschutzhof zum Landschaftshof führt über den ehemaligen Bahndamm, der - wie schon oben erwähnt - den De Wittsee in ein größeres und ein kleineres Gewässer teilt. Während der Große De Wittsee für Freizeitaktivitäten genutzt werden kann, steht der Kleine De Wittsee unter Naturschutz.


Landschaftshof Baerlo

Wer noch mehr über die Sehenswürdigkeiten in der unmittelbaren Umgebung der Krickenbecker Seen und des De Wittsee erfahren will, kann sich auch die Artikel über die Dörfer Leuth und Hinsbeck anschauen, die westlich und östlich an das Naturschutzgebiet angrenzen. Wem diese schöne Seenlandschaft am Niederrhein gefällt, der wird gewiss auch gerne den Nationalpark De Maasduinen besuchen wollen.


Aussichtsturm
auf dem Taubenberg


Blick auf die Renne,
einem Nebenbach der Nette


Landschaftsbild NSG Krickenbecker Seen


Kleiner De Wittsee


Blick vom Taubenberg-Aussichtsturm auf die Krickenbecker Seen und das Schloss

 

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