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Orte am unteren Niederrhein:

  NEUKIRCHEN-VLUYN

EINFÜHRUNG

Wie einige andere Gemeinden am linken nördlichen Niederrhein, so wird auch Neukirchen-Vluyn ebenfalls als Teil des Ruhrgebietes angesehen und bildet somit gewissermaßen den westlichen Abschluss dieser Region. Das liegt wohl daran, dass die Doppelgemeinde wie die Nachbarorte Kamp-Lintfort und Moers in früheren Tagen ein Kohlebergbaustandort war. Das Bergwerk Niederberg zwischen Neukirchen und Vluyn wurde zwischen 1917 und 2001 betrieben und dann mangels Wirtschaftlichkeit geschlossen. Ein Teil der oberirdischen Zechenanlagen wurde glücklicherweise nicht abgerissen: Somit bleibt die Bergbautradition deutlich im Ortsbild sichtbar. An Ort und Stelle befinden sich noch als technische Denkmale zwei Fördergerüste, das Maschinenhaus und zwei weitere Gebäude der ehemaligen Zeche.


Zeche Niederberg

Unter Denkmalschutz stehen auch die ehemaligen Zechensiedlungen. Die größtenteils zweigeschossigen Bergarbeiterhäuser der so genannten Alte Kolonie entstanden unmittelbar zur Zeit des Förderbeginns zwischen 1917 und 1925. Die ebenfalls zweigeschossigen Gebäude der Neuen Kolonie wurden etwas später in den Jahren nach 1926 errichtet. In beiden Siedlungen fallen neben der recht gefälligen Backsteinarchitektur besonders die großzügig angelegten Gartenanlagen positiv auf.


Zechensiedlungen

Beim Abbau von Steinkohle fällt bekanntlich auch nicht-kohleführendes Gestein an, das man Berge nennt. Aus diesem wertlosen Fördermaterial der Zeche Niederberg in Neukirchen-Vluyn wurde im Laufe der Jahrzehnte die rund 100 Meter hohe und weitläufige Bergehalde Norddeutschland aufgeworfen. Ihre Gipfelplateau kann man übrigens über die so genannte Himmelstreppe erreichen. Ein herrlicher Ausblick auf die Umgebung des Niederrhein entschädigt gewiss für den kräftezehrenden 400-Stufen-Anstieg. Außerdem steht auf dem Gipfelplateau ein interessantes Stahlgerüsthaus. Diesem modernen Kunstwerk hat man den schlichten Titel Hallenhaus verliehen.


Bergehalde Norddeutschland


Himmelstreppe und Hallenhaus auf der Bergehalde Norddeutschland

Die Geschichte der beiden Orte Neukirchen und Vluyn hat natürlich nicht erst mit dem Bergbau im 20. Jahrhundert begonnen. Beide Orte wurden erstmalig urkundlich schon im Mittelalter erwähnt. Wie das benachbarte Moers gerieten auch Neukirchen und Vluyn ab ungefähr 1600 bis 1702 unter oranische, darauf unter preußische Herrschaft. 1928 erfolgte der Gemeindezusammenschluss. 1981 erhält der Doppelort mit Erreichen der Einwohnerzahl von 25000 schließlich die Stadtrechte. Heute leben in der Gemeinde mit den weiteren Ortsteilen Niep und Vluynbusch etwas über 27000 Menschen.


Evangelische Dorfkirchen in Vluyn und Neukirchen

In den beiden namensgebenden Gemeindeortsteilen stehen an zentralen Plätzen recht schöne alte Kirchen. Die baulichen Anfänge der evangelischen Dorfkirche in Neukirchen reichen bis ins Mittelalter zurück. Ihr jetziges Erscheinungsbild verdankt sie aber im wesentlichen einer grundlegenden Erneuerung im Jahr 1848. Die evangelische Dorfkirche in Vluyn ist ursprünglich aus einer mittelalterlichen Antoniuskapelle hervorgegangen. In ihrer heutigen Gestalt ist sie jedoch im wesentlichen ein Werk des frühen 18. Jahrhunderts.




historische und moderne Gebäude, darunter ein ehemaliges Druckereigebäude in Neukirchen (links) und die Springen-Villa in Vluyn (rechts)

Außerhalb der oben erwähnten Bergarbeitersiedlungen wird das Ortsbild von Neukirchen-Vluyn in weiten Teilen von Nachkriegsbauten geprägt. Darunter befinden sich auch optisch recht unattraktive große Mietsgebäude. Im Umkreise beider Kirchen haben sich allerdings noch mehrere gefällige historische Gebäude aus der Zeit vor dem Bergbau erhalten. In Neukirchen zählen dazu unter anderem das Goldberghaus, die ehemalige Wohnstätte eines Naturheilkundlers und Heimatdichters, und das hübsche Gebäude einer einstigen Druckerei. In Vluyn findet man eindrucksvolle Beispiele alter Architektur besonders in der Feldstraße. Die Niederrheinallee wird von dem prächtigsten Gebäude im Ortszentrum, der so genannten Springen-Villa aus dem Jahre 1888, gesäumt.

Zwischen Kirche und Springen-Villa liegt das Ortsgeschichtliche Museum von Neukirchen-Vluyn in der 1988 gebauten Kulturhalle. Im Museum wird die Entwicklung der Region seit dem Mittelalter mit vielen Ausstellungsstücken dargestellt. Außerdem ist ein umfangreiches Archiv aus Urkunden, Zeitungsausschnitten, Jahrbüchern, Chroniken, Bildmaterial und Karten verfügbar.


Ortsgeschichtliche Museum in der Kulturhalle


Mühle in der Dong

Was kann man außerhalb der beiden Hauptorte auf dem Gemeindegebiet ebenfalls noch entdecken und erblicken? Die Halde Norddeutschland wurde ja schon oben erwähnt. Zwischen der Halde und Neukirchen steht eine sehenswerte Holländermühle aus dem Jahre 1874 in der Dong. Auf dem Rayener Berg, einer natürlichen Erhebung westlich der künstlich geschaffenen Bergehalde, findet sich neben einem Sportplatz eine weitere historische, aber mittlerweile flügellose Mühle. Das Dorf Rayen selber am Fuße des Hügels ziert noch so manches weitere alte Gemäuer.


Rayen und der Rayener Berg


Rayen (links) und Schloss Bloemersheim (rechts)

Eine Auszeichnung als das glanzvollste Gebäude in Neukirchen-Vluyn verdient sicherlich Schloss Bloemersheim. Das Wasserschloss wurde erstmalig 1406 in einer Urkunde erwähnt. Nach mehrmaligen Zerstörungen und Plünderungen wurde es zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert immer wieder aufgebaut. Dabei wurde der imposante Bau allerdings nicht unerheblich umgestaltet. Das Schloss ist übrigens seit 1803 im Besitz der Familie von der Leyen, die im nahen Krefeld in den vergangenen Jahrhunderten durch Seidenfabrikation zu Ruhm und Wohlstand gelangt ist.


Landschaftseindrücke von der Umgebung

Schloss Bloemersheim, oder besser gesagt: die Gutsverwaltung Bloemersheim widmet sich heute dem Obstanbau und forstwirtschaftlichen Aufgaben. Überhaupt ist die Gemeinde Neukirchen-Vluyn, wenn man einmal von den historischen Spuren des Bergbaus absieht, im wesentlichen nur von der Land- und Forstwirtschaft geprägt. Außerhalb der beiden kleinstädtisch wirkenden Hauptorte trifft man immer wieder auf die typischen Merkmale der Niederrhein-Landschaft: Wälder, Felder, Kuh- und Pferdeweiden, kleinere Dörfer und Hofanlagen. Einige dieser Hofanlagen haben ihr historisches architektonisches Aussehen bewahrt und sind wahre Blickfänge.


Wohngebäude eines Bauernhofs

Nützliche Links:

http://www.neukirchen-vluyn.de   http://www.niederberg.de.tl   http://www.museum-neukirchen-vluyn.de

http://www.kulturhalle-nv.de   http://www.bloemersheim.de

 

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