niederrhein-nord.de
Home  Fotos  Email/Impressum  Links

Orte am unteren Niederrhein:

  REES

EINFÜHRUNG

Die kleine Stadt, die schon alleine durch ihre schöne Lage auf einer kleinen Anhöhe am Rhein besticht, erhielt als einer der ersten Orte am unteren Niederrhein bereits im Jahre 1228 Stadtrechte. Ursprünglich gehörte Rees zum Kölner Erzstift, wurde aber 1392 an das Herzogtum Kleve abgetreten und fiel schließlich Anfang des 17. Jahrhundert in die Hände der Brandenburger. Während des Spanisch-Niederländischen Krieges (1568-1648) wurde die Stadt zuerst durch ein spanisches Söldnerheer, dann von den Niederländern besetzt und schließlich zu einer starken Festung ausgebaut.

 
Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung am Rheinufer bzw. an der Rheinpromenade

Einen gewissen Festungscharakter weist Rees immer noch auf, denn große Teile der mittelalterlichen Stadtbefestigung haben sich über die Jahrhunderte hinweg bis heute erhalten. An der Rheinpromenade, die sicherlich zu den schönsten ihrer Art in Deutschland zählt, wurde die Stadtmauer von unseren mittelalterlichen Vorfahren auch zum Zwecke des Hochwasserschutzes hochgezogen. Gut erhalten ist ebenfalls der 1470 erbaute Mühlenturm an der südwestlichen Ecke der Stadtmauer. Außerdem ist das vorgelagerte Wall-Graben-System sowohl in der Südwestecke als auch in der Nordwestecke des Befestigungsrings noch in wesentlichen Teilen vorhanden. Als eine außerordentliche Besonderheit dieses Festungsringes muss man unbedingt noch erwähnen, dass auf ihm ein alter jüdischer Friedhof liegt.


Mühlenturm

Wächtertürmchen

Die weitgehenden Zerstörungen am Ende des 2. Weltkrieges hat ebenfalls die doppeltürmige katholische Kirche St. Mariä Himmelfahrt überdauert. Sie wurde zwischen 1820 und 1828 im klassizistischen Stil errichtet, nachdem wenige Jahre vorher der gotische Vorgängerbau eingestürzt war. Zwei weitere sehenswerte klassizistische Sakralgebäude sind übrigens zeitgleich im nicht weit entfernten Büderich bei Wesel entstanden. Die kleinere evangelische Kirche im Zentrum von Rees wurde zwischen 1623 und 1624 als holländische Garnisonskirche hoch gemauert und dabei wie das protestantische Gotteshaus in Kaldenkirchen in einem Hinterhof versteckt.

   
katholische und evangelische Kirche, Rathaus

In einem historischen profanen Gebäude ist das Koenraad-Bosman-Museum untergebracht. Es bietet Kunstausstellungen, umfangreiche Informationen zur Geschichte von Rees und außerdem einen Zugang zu den bemerkenswerten unterirdischen Kasematten, die einst zu den oben bereits genannten mittelalterlichen Stadtverteidigungsanlagen gehörten.


Scholtenmühle und Koenraad Bosman Museum

Im Gegensatz zum oben ebenfalls schon erwähnten Mühlenturm ist die Scholtenmühle aus dem 19. Jahrhundert noch mit einem Flügelkreuz ausgestattet und sogar mahlfähig. Die schöne Mühle steht am Stadtrand von Rees nahe der Weseler Straße auf einem kleinen Hügel, hat eine selbstdrehende Haube und wird daher auch als Wall-Holländermühle bezeichnet.





Weitere Sehenswürdigkeiten der 23000-Einwohner-Gemeinde am Niederrhein befinden sich
außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes in den umliegenden Dörfern:

Im Ortsteil Haldern steht Haus Aspel, ein bemerkenswertes altes Herrenhaus mit Klosterkirche und weiteren Gebäuden, das von einem schönen Landschaftspark mit einem kleinen See umgeben wird. Seit nun rund 160 Jahren gehört das eindrucksvolle Gemäuer der Ordensgemeinschaft der Töchter vom Heiligen Kreuz. Schloss Hueth im Ortsteil Bienen ist ein weiterer schöner historischer Adelssitz, der ursprünglich als wehrhafte Wasserburg während des 14. Jahrhunderts errichtet wurde. Aus der gleichen Zeit stammt auch die gotische Pfarrrkirche St. Cosmas und Damianus in Bienen. Bei den aus Tuffsteinen bestehenden Untergeschossen des Turmes handelt es sich sogar um Überreste eines romanischen Vorgängerbaus.

 Kirche in Bienen


Haus Aspel in Haldern und Schloss Hueth in Bienen


Schloss Bellinghoven

Schloss Bellinghoven im Ortsteil Haffen-Mehr, ein offener dreiflügeliger Bau mit Mittelturm, war in alten Zeiten wie Schloss Hueth ebenfalls eine von einem Wassergraben umgebene Burg. Außerdem sind in Mehr die kleine evangelische Kirche aus dem Jahre 1776 und in Haffen die gotische Lambertikirche sehenswert. In der schönen mittelalterlichen Lambertikirche haben sich sogar noch Fresken aus der Erbauungszeit erhalten.


evangelische Kirche in Mehr und die Lambertikirche in Haffen


Battenbergturm und Kreuzigungsgruppe
in der Schledenhorster Kapelle

Der imposante Turm von St. Georg in Haldern stammt ebenfalls noch aus dem späten Mittelalter. Am Rande dieses Ortsteiles von Rees befindet sich noch ein anderer ansehnlicher Turm: Der Battenbergturm, ein Wohnturm aus der Zeit um 1500, ist einer der wenigen seiner Art am Niederrhein, der die Wirren der Zeit bis heute einigermaßen überstanden hat. Rund einen Kilometer südöstlich von Haldern trifft man auf noch eine weitere Sehenswürdigkeit: Die 1806 erbaute Schledenhorster Kapelle birgt eine schöne eichene Kreuzigungsgruppe aus den Jahren um 1520.

   
St. Georg in Haldern und Grietherort

Landschaftlich sehr attraktiv in Rees ist die Gegend zwischen dem Rhein und dem Bienener Altrhein. In dieser noch nahezu urwüchsigen niederrheinischen Landschaft liegt auch das Dorf Grietherort, das vom Rhein und dem Grietheroter Altrhein vollständig umschlossen ist und somit gewissermaßen auf einer Insel liegt.

Nützliche Links:

http://www.rees-erleben.de   http://www.haus-aspel.de   http://www.heimatfreunde-bienen.de

 

 nach oben zum Seitenanfang