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Orte am unteren Niederrhein:

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Budberg am Niederrhein

Die Ortseingänge des 1003 erstmalig urkundlich erwähnten Dorfes markieren nicht nur die konventionellen gelben Schilder mit schwarzer Aufschrift. Zusätzlich wurden Tafeln aufgestellt, die auf die mittlerweile mehr als 1000-jährige Geschichte von Budberg hinweisen und die Schattenrisse dreier ortsbildprägender Gebäude zeigen. Wenn man es sehr genau nimmt, stellen die drei Gebäude sogar vier Bauwerke, nämlich zwei Kirchen und zwei Windmühlen, dar.

In diesem Fall ist 2 + 2 = 3 ausnahmsweise kein mathematischer Widerspruch, denn eine der beiden Mühlen wurde 1948/49 in einen Kirchenneubau integriert. Der Stumpf eines 1842 erbauten Turmholländers dient seitdem als Kirchturm und verleiht der katholischen Kirche St. Marien eine für ein Gotteshaus außergewöhnliche Architektur. Die andere abgebildete Mühle, die noch eine Haube mit Flügelkreuz trägt und im Nachbardorf Eversael steht, wird weiter unten besprochen. Links neben den beiden Mühlentürmen zeigt die Tafel außerdem die evangelische Kirche. Ihre Ursprünge reichen wohl bis ins 9. Jahrhundert zurück. Der heutige einschiffige Bau mit hohem, spitzhelmgekröntem Turm und dreiseitigem Chorabschluss ist aber im wesentlichen ein Werk des 15. Jahrhunderts und dementsprechend in gotischen Formen gestaltet. Den Turm der evangelischen Kirche kann man übrigens auch auf dem Ortswappen von Budberg erblicken.


katholische Kirche


evangelische Kirche


Ortswappen

Auf eine lange Geschichte kann ebenfalls Haus Wolfskuhlen zurückblicken: Ein Ritter von Wolfskuhlen wird nämlich im 13. Jahrhundert erstmalig in einem mittelalterlichen Dokument genannt. Von der ursprünglichen Burg ist leider nichts mehr erhalten. Sie wurde in den Jahren um 1800 durch ein im Stile des Klassizismus errichtetes Gebäude ersetzt. Und auch dieses Herrenhaus ist heute leider nur eine traurige Ruine. Wer sich aber für Ruinenromantik begeistern und erwärmen kann, sollte Haus Wolfskuhlen am südlichen Ortsrand von Budberg unbedingt einmal aufsuchen und von außen anschauen.


Haus Wolfskuhlen

Kulturhistorisch bedeutsam und sehenswert ist auch das Krieger- bzw. Gefallendenkmal auf dem Friedhof an der Rheinkamper Straße. Die auf einem hohen Sockel sitzende, nachdenklich bis traurig wirkende Steinskulptur wurde 1926 von dem renommierten Bildhauer Arno Breker geschaffen, der wegen seiner Nähe zum Nationalsozialismus heute aber nicht ganz unumstritten ist. Weitere beachtliche Totendenkmale bzw. Grabsteine aus längst vergangenen Zeiten findet man besonders auf dem kleinen alten Friedhof rund um die evangelische Kirche. In ihrer unmittelbarer Nachbarschaft steht auch ein ansehnliches Gebäude mit herrlicher Jugendstilfassade vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Ansonsten dominieren aber überwiegend Nachkriegsbauwerke und andere moderne Häuser das Ortsbild von Budberg.


Gefallenendenkmal, Jugendstilhaus und Blick in die Rheinberger Straße

Zum Mitte der 1970er Jahre aufgelösten Amt Budberg gehörten früher auch die beiden Nachbardörfer Eversael und Vierbaum. Alle drei Orte wurden damals im Zuge einer kommunalen Neugliederung nach Rheinberg eingemeindet und bilden seitdem zusammen einen von insgesamt vier Rheinberger Stadtbezirke mit rund 5000 Einwohnern.


Pferdewiese bei Eversael






Bauernhofgebäude und Drießener Mühle in Eversael

Das 1225 erstmalig urkundlich erwähnte Eversael ist zwar etwas kleiner, aber auch etwas schöner als Budberg, weil seine historischen Dorfstrukturen wesentlich besser erhalten sind und weniger von modernen Bauwerken in den Schatten gestellt werden. Unter den alten Gebäuden fallen aufgrund ihrer Beschaulichkeit gleich mehrere Bauernhofgebäude und besonders die Drießener Mühle auf. Der am südöstlichen Ortsrand stehende Turmholländer wurde 1871 errichtet. Er wird von einem Ensemble noch älterer Fachwerkhäuser umgeben, die ursprünglich aus dem Münsterland stammen und an dieser Stelle Anfang des 21. Jahrhunderts wieder aufgebaut wurden. 500 Meter östlich von der Mühle befindet sich ein relativ großer See namens Polder Hasenfeld. Er ist ein beliebter Rast-, Nahrungs-, Schlaf- und Brutplatz für viele Vogelarten. Um den See herum führt der so genannte Hasenpfad, ein Rundwanderweg mit vielen Informationstafeln über Meister Lampe und seinen Lebensraum. Der Polder grenzt übrigens direkt an den hohen Rheindeich. Von allen drei Orten des Stadtbezirkes Budberg kann nur Eversael behaupten, unmittelbar an Deutschlands längstem Fluss zu liegen.


Polder Hasenfeld und der Rhein bei Eversael

Der dritte Ort ist Vierbaum. Das kleine Dorf südlich von Budberg zählt nur wenige hundert Einwohner. Tatsächlich könnte man Vierbaum eher als eine Streusiedlung bezeichnen, denn mit Ausnahme einer gewissen Häuserkonzentration längs der Baerler Straße wird das ruhige Ortsbild nur von versprengten Bauernhöfen und landwirtschaftlich genutzten Flächen geprägt. Ein Dorfzentrum lässt sich daher nur schwer festlegen, zumal auch ein repräsentativer Kirchbau fehlt. Gesellschaftlich gesehen darf man aber sicherlich die Kulturkneipe Schwarzer Adler als den Ortsmittelpunkt von Vierbaum ansehen. Sie ist in einem alten denkmalgeschütztem Gebäude an der Kreuzung Baerler-Straße/Reitweg untergebracht.


Kuhweide und Bauernhof in Vierbaum


Landschaft zwischen Budberg und Eversael

 

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