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Orte am unteren Niederrhein:

  STADT VENLO

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Venlo ist natürlich keine niederrheinische Stadt, sondern ein Ort in der Provinz Limburg. Die niederländische Stadt passt aber trotzdem gut ins Konzept dieser Niederrhein-Website: Schließlich soll ja die gesamte Region zwischen Maas und Issel einerseits und zwischen Kleve und Krefeld andererseits vorgestellt werden.
Und durch Venlo fließt bekanntlich ja die Maas, ein über 900 Kilometer langer Fluss, der in Frankreich entspringt und wie der Rhein in die Nordsee mündet. Und noch ein kleiner Nebengedanke: Wenn man es sehr genau nimmt und die Landesgrenze einmal außer Acht lässt, gehören z. B. auch die angrenzenden deutschen Gemeinden Straelen und Geldern nicht unbedingt zur Region Niederrhein, da sie viel näher an der Maas als am Rhein liegen. Aber darüber kann man an anderer Stelle weiter diskutieren ...


die Maas

Das heute 100000 Einwohner zählende Venlo gliedert sich in mehrere Stadtbezirke, die historisch gesehen bis zum Zeitpunkt ihrer Vereinigung zu einer Gemeinde nicht einmal im geringsten eine Einheit gebildet hatten. Ein Beispiel sei genannt: Während die heutigen Bezirke Tegelen und Belfeld in früheren Zeiten zum Herzogtum Jülich gehörten, waren Venlo, Blerick und Arcen en Velden Teil des Herzogtums Geldern. Diese historisch-politische Grenze hat heute u. a. noch zur Folge, dass man in den nördlichen und südlichen Gemeindegebieten unterschiedliche Dialekte spricht.

Nun aber erst einmal zur Geschichte und den Sehenswürdigkeiten des namensgebenden Stadtbezirks: In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erhielt Venlo Stadtrechte. Der Ort an der Maas hatte sicherlich schon mehrere Jahrhunderte vorher bestanden und blühte schließlich im Späten Mittelalter durch die Teilnahme am Handel der Hanse auf. Dieser Wohlstand und Reichtum einer alten und reichen Kaufmanns- bzw. Hansestadt werden heute noch deutlich am imposanten Rathaus (Stadhuis) sichtbar, das im Stile der Renaissance zwischen 1597 und 1600 in prächtigsten Formen errichtet wurde.


Historisches Rathaus
in Venlo

Aus denselben alten Zeiten, also aus dem 15., 16., 17 und 18. Jahrhundert, sind außerdem noch mehrere weitere schöne Gebäude erhalten, darunter das Ald Weishoes aus dem Jahre 1611 und das Haus Schreurs aus dem Jahre 1588. Beide Häuser befinden sich in der Grote Kerkstraat in unmittelbarer Nähe der Martinskirche. Noch älter ist das so genannte Romerhuis am Kwartelenmarkt. Es stammt noch aus dem Späten Mittelalter. Ansonsten werden die Innenstadtstraßen von Venlo auch noch von einer Vielzahl gefälliger Gebäude aus der Zeit um 1900 gesäumt. Moderne Bauwerke sind im Ortsbild natürlich auch vertreten.


Ald Weishoes, Haus Schreurs und Romerhuis

Das höchste Altstadtgebäude ist die Martinskirche, die in ihrer heutigen Gestalt ab dem 15. Jahrhundert im gotischen Stil entstand. Im Herbst 1945 stürzte der hohe, weithin sichtbare Turm ein, nachdem er während der mehrfachen Bombardierungen Venlos im 2. Weltkrieg schon erheblich beschädigt worden war. 1953 vollendete man den neuen Turm, dessen Obergeschoss etwas später mit einem 53-teiligen Glockenspiel ausgestattet wurde. Außer der Martinskirche gibt es noch drei weitere komplett erhaltene historische Gotteshäuser in der Innenstadt:

  • die Anfang des 18. Jahrhunderts erbaute Sint-Joris-Kirche, die von der reformierten Gemeinde genutzt wird. Teile des Gebäudes stammen noch von einem mittelalterlichen Vorgängerbau;
     

  • die Minderbroeders- bzw. Jongerenkerk, eine ehemalige Franziskaner-Klosterkirche, die um 1620 geweiht wurde;
     

  • und schließlich die einstige Augustiner- und Dominikaner-Klosterkapelle Mariaweide, die am Ende des 15. Jahrhunderts im gotischen Stil errichtet wurde und heute als Kulturzentrum Domani dient.
     


Martinskirche


Klosterkapelle Mariaweide
bzw. Kulturzentrum Domani

Limburgs Museum ist nur wenige hundert Meter von der ehemaligen Augustiner- bzw. Dominikaner-Klosterkapelle entfernt in einem großen modernen Gebäude am südlichen Ende des Julianaparks untergebracht. Dort werden dem geneigten Besucher viele interessante Ausstellungen über die Geschichte und Kultur der niederländischen Provinz Limburg angeboten.


Limburgs Museum und Museum van Bommel van Dam

Das Museum van Bommel van Dam, das auf einem unmittelbaren Nachbargrundstück liegt, widmet sich der zeitgenössischen Kunst. Die vielen Deutschen, die sich tagsüber in den Straßen von Venlo tummeln, kommen allerdings weniger, um sich an dem reichen kulturellen Angebot der niederländischen Grenzstadt zu erfreuen. Für sie ist Venlo in erster Linie eine Einkaufstadt und eine tolle Gelegenheit, einmal echte niederländische Pommes Frites mit Mayo zu verzehren. Vom Coffee-Shop-Tourismus will der Autor dieser Website erst gar nicht reden.


Gebäude und Boote an der Maaspromenade

ein weiterer und ausführlicher
Artikel über die
Sehenswürdigkeiten in der
Altstadt von Venlo

Das 2010 eingemeindete Dorf Arcen ist ein besonders schönes Plätzchen auf dem Gemeindegebiet von Venlo. Es liegt etwa 10 Kilometer nördlich des Stadtzentrums unmittelbar am Ufer der Maas. Zu seinen Attraktionen zählen ein weitgehend ursprünglich geprägter Ortskern mit einigen jahrhundertealten Gebäuden, außerdem eine historische Wassermühle, in der sich heute eine Schnapsbrennerei namens De IJsvogel befindet, und schließlich das so genannte Schloss Arcen. Das schöne, von mehreren Wassergräben umgebene aristokratische Backsteingemäuer stammt aus dem 17. Jahrhundert. Zum Schloss gehört auch ein riesiger Blumen- und Pflanzenpark, der durch seine florale Pracht und seine gartenbautechnisch aufwändige Gestaltung zu beeindrucken weiß.


Maaspromenade, Wassermühle und Schloss in Arcen

Während Arcen im äußersten Norden des weitläufigen Gemeindegebiets von Venlo liegt, befindet sich das Dorf Belfeld an dessen südlichen Ende. Längs der Maas muss man ungefähr 26 Kilometer zurücklegen, um von dem einen zum anderen Ort zu gelangen. Belfeld bietet dem kulturhungrigen und landschaftsverliebten Urlauber zwar nicht so viele Attraktionen, aber immerhin lohnen sich hier sicherlich ein Blick auf die Maas und ein kurzes Verweilen am schön gestalteten Rathaus-Platz.


altes Rathaus in Belfeld

Zwischen den Stadtbezirken Belfeld und Venlo liegt der Stadtbezirk Tegelen, der bis zum Jahre 2000 eine selbständige Gemeinde war. Die Geschichte von Tegelen reicht bis zu den alten Römern zurück. Sogar der Ortsname ist dem antiken Sprachwortschatz entnommen und hat sich aus tegula, dem lateinischen Wort für Ziegel, gebildet. Und das nicht rein zufällig, denn seit der Antike bis in die heutige Zeit ist der Ort an der Maas immer wieder ein bedeutender Standort für die Tonwarenproduktion gewesen. Interessante Eindrücke von der lokalen historischen und modernen Keramikproduktion kann man im Keramikzentrum Tiendschuur gewinnen, das sich auf dem Gelände des ebenfalls sehenswerten Kasteel Holtmühle befindet. Die alte Wasserburg, die heute übrigens als Hotel und Restaurant genutzt wird, wurde im 14. Jahrhundert erstmalig urkundlich erwähnt. Im Ortszentrum von Tegelen sind u. a. noch das Kranenbreukerhuis aus dem Jahre 1767 und die große neugotische Martinskirche sehr sehenswert.


Keramikzentrum Tiendschuur, Kasteel Holtmühle und Martinskirche in Tegelen


Steyl an der Maas


Klostergebäude

Zum Venloer Stadtbezirk Tegelen gehört auch das bekannte, so genannte Klosterdorf Steyl. Hier befinden sich die Gründungsbauten dreier katholischer Orden, darunter der Stammsitz der Steyler Missionare. Den Besucher des Ortes erwartet daher eine Vielzahl alter Klostergebäude, die sich zu einem recht schönen architektonischen Ensemble unmittelbar an der Maas aneinanderreihen. Ein nahezu parkähnliches Aussehen verdankt die gesamte Dreiklosteranlage einem großen Bestand an hohen alten Bäumen, weitläufigen gepflegten Grünanlagen, dem botanischen Garten Jochumhof und nicht zuletzt der idyllischen Lage unmittelbar am Fluss. Nicht nur der Gläubige, sondern auch der Freund der Architektur und Botanik kommen hier sicherlich auf ihre Kosten.


Missionsmuseum

Eine weitere Attraktion ist das Missionsmuseum, in dem landestypische Gegenstände aus aller Welt gezeigt werden, die Missionare während ihrer Auslandseinsätze zusammengetragen und nach Steyl geschickt haben. Auf diese Weise konnten sie ihren Ordenbrüdern bzw -schwestern und einer neugierigen Öffentlichkeit detaillierte Einblicke in ferne Länder und Kulturen geben. Die einzigartige Ausstellung wurde seit 1931 nicht mehr wesentlich verändert.

Nach so vielen architektonischen und musealen Glanzpunkten sei schließlich noch auf eine besondere landschaftliche Sehenswürdigkeit zwischen der Stadt Venlo und der Grenze zu Deutschland hingewiesen. Dort befindet sich nämlich das Naturschutzgebiet Groote Heide. Ausgedehnte Weide- und Heideflächen, Wälder und Felder bieten dort nicht nur dem typischen Stadtmenschen eine erholsame Abwechslung vom Stress des Alltags. Als Ausgangspunkt für eine Wanderung durch die Groote Heide kann man das Infozentrum am Hinsbeckerweg wählen. Dort sind auch ausreichende Parkplätze vorhanden.

Groote Heide

Lange Rede, kurzer Sinn, an alle Deutschen: Venlo ist gewiss nicht nur eine Einkaufsfahrt wert.

ein weiterer und ausführlicher Artikel über die Sehenswürdigkeiten in der Altstadt von Venlo

Nützliche Links:

http://www.venlo.nl   http://www.venlostad.nl   http://www.limburgsmuseum.nl   http://www.vanbommelvandam.nl

http://www.kasteeltuinen.nl   http://www.steyl.eu   http://www.jochumhof.nl   http://www.domani-venlo.nl

 

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