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Orte am unteren Niederrhein:

  GEMEINDE WACHTENDONK

EINFÜHRUNG

Wachtendonk und Wankum

Rund 10 Kilometer östlich der Maas, etwa 25 Kilometer westlich vom Rhein liegen am Zusammenfluss von Niers und Nette die beiden Orte Wachtendonk und Wankum in einer durch und durch ländlich geprägten Umgebung. Zusammen bilden sie seit 1969 die Gemeinde Wachtendonk. Da beide Ortsteile insgesamt nur knapp 8000 Einwohner aufweisen, zählt die Gemeinde zu den kleinsten Kommunen am Niederrhein.


die Niers unmittelbar südlich von Wachtendonk


Nettemündung in die Niers

Eine etwas außerhalb des historischen Zentrums von Wachtendonk an der Niers gelegene Burgruine, von der heute leider nur teilaufgemauerte Fundamentreste erhalten sind, gehört zu den ältesten lokalen baulichen Zeugnissen der Vergangenheit im Gemeindegebiet. Diese Burg war bereits vorhanden, als Wachtendonk im Jahre 1343 Stadtrechte erwarb. Die Stadt war abgesehen von der Burg auch durch eine Stadtmauer mit vorgelagerten Gräben gesichert. Zu dieser Befestigungsanlage gehörte einst ebenfalls der Pulverturm. Er wurde Anfang des 17. Jahrhunderts umgestaltet und umfunktioniert, nachdem alle Verteidigungswerke in Wachtendonk einschließlich der Burg während des 80-Jährigen-Krieges zwischen den Spaniern und den Niederländern geschliffen worden waren. Der zu einem hohen Giebelhaus umgebaute Pulverturm diente fortan für lange Zeit als Speicher und auch als Gefängnis. Heute beherbergt er ein Restaurant.

    
Burgruine und Pulverturm

Wie viele andere Orte des Herzogtums Geldern wurde Wachtendonk infolge des 80-Jährigen-Krieges schließlich den Preußen zugesprochen, deren Herrschaft nur durch eine 20 Jahre dauernde französische Besatzung in der Zeit um 1800 unterbrochen wurde und formal im Jahre 1945 endete. Den 2. Weltkrieg hat Wachtendonk ohne größere Schäden überstanden. Daher ist das über Jahrhunderte gewachsene Ortsbild mit seinen schönen historischen Häusern und seiner alten Straßenführung weitgehend erhalten. Kurz und nicht übertrieben gesagt: Wachtendonk darf aufgrund seiner historischen Innenstadt mit Sicherheit zu den schönsten Plätzen am gesamten Niederrhein gerechnet werden.

Haus Püllen

Die meisten Bauwerke der zwischen Niers und Nette eingeschlossenen malerischen Altstadt stammen aus der Zeit nach dem großen Stadtbrand im Jahre 1708. Noch ältere Zeiten haben neben oben erwähnter Burg und Pulverturm nur wenige andere Gebäude gesehen. Unter ihnen befinden sich einerseits einige profane Bauten, z. B. Haus Püllen, ein Doppelgiebelhaus aus dem Jahre 1634 gegenüber dem Rathaus, und ein paar Häuser in der Feld-, Wein- und Neustraße. Im Haus Püllen sind heute übrigens die Touristeninformation und das Informations- und Bildungszentrum des Naturparks Maas-Schwalm-Nette untergebracht.

  
Historische Gebäude in der Innenstadt







Pfarrkirche und ehemaliges Kloster

Andererseits haben auch zwei sakrale Gebäude den Stadtbrand überdauert: die Pfarrkirche St. Michael und das ehemalige Tertiarierinnenkloster. St. Michael wurde als dreischiffige Hallenkirche mit hohem Turm Ende des 14. Jahrhunderts errichtet. Die Erbauungszeit der drei erhaltenen Flügel des Klosters, das 1430 gegründet wurde und direkt gegenüber der Pfarrkirche liegt, fällt vermutlich ins 17. Jahrhundert.

Unmittelbar nach dem Stadtbrand im Jahre 1708 wurde das der Kirche und dem ehemaligen Kloster gegenüberliegende Pfarrhaus, ein zweigeschossiger Backsteinbau mit Walmdach, errichtet. Ebenfalls wurde ein Neubau des Rathaus ausgeführt, das dann 1841 nochmals umgestaltet wurde. Das schöne, zweigeschossige Gebäude wird von einer Laterne mit Glocken gekrönt.


Pfarrhaus und Rathaus in Wachtendonk

Der kleinere, rund 2800 Einwohner zählende Ortsteil Wankum ist nur einen etwas größeren Katzensprung westlich von Wachtendonk entfernt. Das Dorf wurde zum ersten Male in einem Dokument des späten 13. Jahrhunderts erwähnt. Gebäude aus der Frühzeit von Wankum haben sich jedoch nicht mehr erhalten. Selbst die mittelalterliche, im gotischen Stil errichtete Dorfkirche ist mittlerweile verschwunden. Sie wurde kurz nach 1900 durch einen großen dreischiffigen neugotischen Sakralbau mit hohem Westturm ersetzt. Dennoch vermittelt das Ortsbild von Wankum noch einen historisch gewachsenen Eindruck, denn im unmittelbaren Umkreis der durchaus ansehnlichen neugotischen Dorfkirche lassen sich noch mehrere schöne alte Backsteinhäuser und Bauernhöfe aus den beiden letzten Jahrhunderten finden. Direkt neben der Kirche, die übrigens dem Heiligen Martin geweiht ist, steht die alte Kaplanei. In dem zweigeschossigen Gebäude ist heute die Heimatstube untergebracht, in der die Geschichte von Wankum lebendig wird.


Gebäude in Wankum, darunter die Martinskirche und Heimatstube (rechts oben)

Außerhalb der beiden Orte trifft man noch zwei schöne ehemalige Herrenhäuser mit viel historischer Bausubstanz in landschaftlich reizvoller Umgebung an. Haus Ingenraedt liegt nördlich, Haus Langenfeld südlich von Wachtendonk und Wankum. Die beiden Herrenhäuser befinden sich noch in Privatbesitz und können nur von außen, sprich: von der Straße aus betrachtet werden. Ohne Zweifel sind sie bedeutende architektonische Zeugen vergangener Zeiten am Niederrhein.


Haus Langenfeld und Ingenraedt

Nützliche Links:

http://www.wachtendonk.de   http://www.kulturkreis-wachtendonk.de   http://www.felixfreiherrvonloe-hausingenraedt.de

 

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