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  WESEL - BISLICH

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Bislich - ein Dorf am Rheindeich

Die schönsten optischen Eindrücke von Bislich und seiner malerischen Umgebung erhält man, wenn man zu Fuß oder mit dem Fahrrad auf dem asphaltierten Deichweg unterwegs ist. Dazu zählt nicht nur der Blick auf das Dorf selber, das direkt hinter dem Hochwasserschutzdamm liegt. Man hat auch eine wunderbare Aussicht auf das dünn besiedelte Deichhinterland mit seinen landwirtschaftlich genutzten Flächen, auf den breit dahin strömenden Rhein und seine grünen, teils feuchten Auenlandschaften und auf die beiden Türme des Viktordoms in Xanten auf der gegenüberliegende Flussseite. Zu diesen schon lange bestehenden visuellen Attraktionen des Deichwegs in Bislich gesellt sich neuerdings auch noch die Möglichkeit, neugierige Blicke auf ein Storchennest zu werfen.


Blick vom Deich nach Xanten bei Hochwasser (oben), Storchennest (unten)

Nicht nur vom Deich, sondern auch vom Kirchengarten lassen sich die Störche gut auf ihrem Nistbaum beobachten. Dieser gepflegte, von schmalen Wegen durchzogene Garten, der ursprünglich ein Friedhof war, grenzt unmittelbar nördlich an die katholische Johanneskirche. Aufgrund seiner hohen Buchen und Eichen kann man ihn im Sommer auch als schattenspendenden Rastplatz nutzen. Neben Blumen und Sträuchern zieren auch alte Steinköpfe die Beete, die einst zur Innenausstattung des benachbarten Gotteshauses gehörten.


Steinkopf im Kirchengarten und die Johanneskirche

Die Johanneskirche in Bislich wurde wie ihre gleichnamige Schwester in Dornick unmittelbar am Deich errichtet. Ihr Baubeginn und ihre erste urkundliche Erwähnung fallen noch ins 12. Jahrhundert. Die ursprünglich romanische Kirche wurde rund 200 Jahre später weitgehend im gotischen Stil erneuert. Romanischen Fassadenschmuck kann man aber immer noch am Turm entdecken. Außerdem hat sich vom Ursprungsbau an der nördlichen Außenwand ein Blendbogen, der von zwei schmalen Säulen und einer Archivolte gerahmt wird, erhalten. Nur ein paar Schritte entfernt von St. Johannes erhebt sich die kleinere evangelische Kirche, die in den Jahren um 1730 entstand. Dem Zeitgeschmack gemäß wurde ihr Turm nicht mit einem Spitzhelm, sondern mit einer barock geschwungenen Haube mit offener Glockenlaterne bekrönt.


romanischer Blendbogen an der Johanneskirche und die evangelische Kirche

Eine Pieta aus dem 19. Jahrhundert, ein ehemaliges Ausstattungsstück aus der katholischen Johanneskirche, befindet sich heute in einer 1985 errichteten kleinen Gedenkstätte auf dem Rheindeich, die in ihrer Architektur einem Heiligenhäuschen sehr ähnlich ist. Die Gedenkstätte, oder besser gesagt: die Gottesmutter mit dem Leichnam ihres vom Kreuz abgenommenen Sohnes soll eindringlich an das Leid der Bevölkerung in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges erinnern. Der Toten beider Weltkriege aus Bislich ist ein weiteres Mahnmal auf dem Deich gewidmet. Das so genannte Kriegerdenkmal besteht aus einer niedrigen Mauer, auf der die Namen der Gefallenen aufgelistet sind, und einem hohen und schmalen Steinblock mit einer größtenteils vollplastisch herausgemeißelten Darstellung eines Engels. Die Opferzahlen und Zerstörungen waren in Bislich besonders im Frühjahr 1945 sehr hoch, als die alliierten Truppen genau an dieser Stelle westlich von Wesel den Rhein überquerten.


Pieta und Kriegerdenkmal

Wer ausführlichere Informationen zur Ortsgeschichte und zum Rheindeich erhalten möchte, der besichtigt am besten einmal das Heimat-, Rheindeich- und Ziegelmuseum in der Dorfstraße. Ein alter Holznachen unter einem Schutzdach vor dem Museum will den heutigen Einwohnern und Besuchern ins Gedächtnis rufen, dass Bislich in früheren Tagen nicht nur ein Bauern-, sondern auch ein Fischer- und Schifferdorf war. An diese Tradition erinnert an einer anderen Stelle im Dorf ebenfalls ein recht großer Anker aus Metall. Vom lokalen Schiffsbetrieb ist heute eigentlich nur noch eine kleine Fähre übrig geblieben, die Fußgänger und Radfahrer auf das andere Rheinufer nach Xanten befördert. Eine Fährverbindung zwischen den beiden Orten besteht übrigens schon seit dem Mittelalter.


Heimatmuseum, Nachen (oben),
Anker und Rheinfähre zwischen Xanten und Bislich (unten)





Das Ortswappen von Bislich zeigt im
oberen Feld den Namenspatron der
Johanneskirche und im unteren Feld
die Lilienhaspel, die Insignien der
Landesherren, der Herzöge von Kleve.
 

Unweit des Schiffsanlegeplatzes wartet das so genannte Fährhaus auf durstige und hungrige Radfahrer und Wanderer. Das zweigeschossige, strahlend weiß verputzte Gebäude mit Krüppelwalmdach wurde Anfang des 19. Jahrhunderts errichtet und zählt somit schon zum älteren Baubestand in und um Bislich. Die meisten historischen Gebäude befinden sich aber in unmittelbarer Umgebung um die beiden Dorfkirchen und tragen wesentlich dazu bei, dass man den Ortskern als ausgesprochen hübsch bezeichnen darf. Östlich des Ortskerns ist nach dem Zweiten Weltkrieg das moderne Bislich entstanden, in dem der Großteil der insgesamt 2500 Einwohner in Ein- oder Mehrfamilienhäusern lebt.

Zu den 2500 menschlichen Einwohnern gesellen sich u. a. noch die schon oben erwähnten Störche und eine große Anzahl weiteren Federviehs, darunter viele Wiesen- und Wasservögel. Sie halten sich teils an den Baggerseen nördlich und südlich von Bislich, hauptsächlich aber im Rheinvorland jenseits des Deiches auf. Diese Vordeichflächen sind unter dem Namen Rheinaue Bislich-Vahnum als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Bald soll dieses landschaftlich wunderschöne NSG von einer Rheinnebenrinne durchzogen werden, indem die jetzt schon in der Aue vorhandenen kleinen Gewässer, die durch Kies- und Sandbaggerei entstanden sind, miteinander verbunden werden und einen Anschluss an Deutschlands berühmtesten Fluss erhalten.

 

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