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Orte am unteren Niederrhein:

  XANTEN - VYNEN / OBERMÖRMTER

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Vynen und Obermörmter

Die beiden ehemaligen Fischer- bzw. Schifferdörfer, die unmittelbar am linken Ufer des Niederrheins in einer ländlich geprägten Umgebung liegen, bilden heute gemeinsam einen von insgesamt sechs Xantener Stadtbezirke. Vynen zählt rund 2000, Obermörmter ungefähr 500 Einwohner. Im folgenden werden die beiden Nachbarorte aber nicht zusammen, sondern nacheinander in eigenen Abschnitten vorgestellt.


Blick auf den Rhein bei Vynen

Den Vortritt erhält das größere Dorf Vynen, das man übrigens genau wie einen nordeuropäischen Völkernamen, nämlich wie Finnen, ausspricht. Wie schon oben erwähnt, erstreckt sich der kleine Ort beinahe bis an die Ufer des Rheins. Ein dazwischen liegender massiver Deich schützt das Dorf vor Hochwassern. Über diesen Deich führt ein nicht allzu breiter Weg, der zwar auch teilweise für den Autoverkehr freigegeben ist, aber im Sommer hauptsächlich von Fahrradfahren genutzt wird. Von hier aus kann man einen schönen Blick auf den Rhein mit seinen vorbei fahrenden Frachtschiffen, auf die herrliche Landschaft des Niederrhein und auch auf das benachbarte Dorf Obermörmter werfen. Ein recht imposanter Schiffermast auf dem Deich drückt die enge Verbundenheit von Vynen mit Deutschlands längstem Fluss aus.


Schiffermast auf dem Deich


Blick vom Rheindeich in Vynen auf Obermörmter

Mittlerweile ist der Rhein nicht mehr das einzige für Vynen bedeutende Gewässer. Zwischen 1966 und 1992 wurde nämlich in direkter Nähe des Ortszentrums ein rund 100 Hektar großer Baggersee ausgehoben, der unter der Bezeichnung Xantener Nordsee heute überregional besonders bei Freunden des Wassersports bekannt ist. Schließlich werden nicht nur die Boote der Einheimischen im relativ großen Vynener Nordseehafen ankern. Durch einen schiffbaren Kanal zwischen der Xantener Nordsee und der Xantener Südsee, einem weiteren ehemaligen Baggerloch beim Dorf Wardt, wurde das Segelgebiet erheblich erweitert. Zwischen beiden Gewässern verkehrt übrigens ebenfalls ein Fahrgastschiff, das auch am eben erwähnten Nordseehafen anlegt.


Vynener Nordseehafen mit Fahrgastschiff (oben) und Blick auf die Xantener Nordsee (unten)

Nach nur wenigen Schritten gelangt man vom Hafen ins kleine historische Dorfzentrum von Vynen bzw. zur Kirche St. Martin. Sie wurde unter Verwendung von Tuff- und Backsteinen in der Zeit um 1350 erbaut und im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil erweitert. Die Tuffsteine stammen wahrscheinlich aus den Ruinen der römischen Colonia Ulpia Traiana, die im Mittelalter als regionaler Steinbruch genutzt wurde, bis schließlich alle überirdischen Reste der antiken Stadt verschwunden waren. Verwendung fanden diese recycelten Tuffsteine vor allen Dingen in den Untergeschossen des Turmes von St. Martin. Aufgrund seines hohen Spitzhelmes ist dieser recht imposante Turm in der flachen Landschaft des Niederrhein weithin sichtbar.


Kirche St. Martin


Haus Haag und Bauernhofgebäude am Rheindeich

Die Kirche St. Martin ist das älteste erhaltene Gebäude im 1167 erstmalig urkundlich erwähnten Dorf. Zu den ursprünglichen Gebäuden in Vynen zählen außerdem das ehemalige Rittergut Haus Haag, dessen dokumentarisch belegbare Geschichte sich bis zum Jahr 1447 zurückverfolgen lässt, und einige Bauernhöfe bzw. Bauernkaten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Unübersehbar im Ortsbild sind gleichfalls die vielen modernen Einfamilienhäuser und andere Nachkriegsbauten. Wie in zahlreichen anderen Dörfern am Niederrhein haben sich auch in Vynen seit den 1960er Jahren mehrere ehemalige Stadtbewohner in größerer Anzahl niedergelassen, die sich von der reizvollen Lage des Dorfes zwischen Rhein, Xantener Nordsee und landwirtschaftlich genutzten Flächen besonders angezogen fühlten.


moderne Einfamilienhaussiedlung






Obermörmter: Rheindeich und Landschaftsbild

Das Dorf Obermörmter befindet sich rund zwei Kilometer nördlich von Vynen ebenfalls direkt am Rheindeich. Ortsbild und Landschaft werden wie im größeren Nachbarort vom vorbei strömenden Rhein, landwirtschaftlich genutzten Flächen, einer Kirche, einigen alten Bauernhöfen bzw. Bauernkaten und mehreren modernen Einfamilienhäusern geprägt. Dazu gesellt sich noch der Turm der 1869 erbauten Harderingsmühle. Die ursprüngliche Kirche am Rheindeich wurde leider Anfang März 1945 von deutschen Truppen gesprengt und durch einen ästhetisch recht gelungenen, 1961 geweihten Neubau ersetzt. Das in der Form eines Schiffsbugs gestaltete Kirchenschiff ist eine Reverenz an den nahen Rhein und an die Fischer- und Schiffertradition des Dorfes. Außerdem zeichnet sich der kleine Sakralbau, der dem Apostelfürsten geweiht ist, durch einen zwar niedrigen, aber recht wuchtigen Turm mit spitzem Zeltdach aus. Architektonisch besonders bemerkenswert ist auch das in der Zeit nach 1800 im klassizistischen Stil erbaute Haus Husen. Ein Hof Husen wird sogar schon Anfang des 13. Jahrhunderts erwähnt. Die Einwohner von Obermörmter können also auf eine lange lokale Tradition und Geschichte zurückblicken, die bis ins Mittelalter reicht.


Harderingsmühle, Petruskirche und Haus Husen in Obermörmter

 

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