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Orte am unteren Niederrhein:

  XANTEN - WARDT / MÖRMTER

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Wardt und Mörmter

Die Tourismusbranche bedient sich ja oft und gerne des Superlativs und anderer Übertreibungen, um ihre Angebote besser verkaufen zu können. In diesem Zusammenhang haben Worte wie wunderschön, einzigartig oder herrlich fast ihren Wahrheitsgehalt bzw. einzigartigen Glanz verloren, wenn alle möglichen Reiseziele auf der Welt als großartig und zauberhaft beschrieben werden. Dennoch kann man ohne jegliche Übertreibung behaupten, dass die beiden Xantener Ortsteile Wardt und Mörmter zu den schönsten Plätzen am Niederrhein zählen, die zumindest einen Tagesausflug wert sind. Dazu tragen neben den vorhandenen lokalen Freizeitangeboten im erheblichen Maße auch ihre herrliche landschaftliche Umgebung und ihre noch größerenteils intakten historischen Dorfstrukturen bei.


Bauernhofgebäude bzw. -katen in Wardt


Eine besondere Augenweide ist das rund 1500 Einwohner zählende Dorf Wardt. In seinem beschaulichen, von Grünflächen durchbrochenen und über die Jahrhunderte gewachsenem Ortszentrum stehen noch viele anmutige alte Häuser, darunter mehrere Bauernhofgebäude bzw. Bauernkaten aus längst vergangenen Zeiten. Diese teils backsteinsichtigen, teils verputzten historischen Gemäuer reihen sich um die hübsche mittelalterliche Kirche St. Willibrord mit ihrem insgesamt 35 Meter hohen Turm. Bei der Errichtung des Gotteshauses, dessen Baubeginn wohl in die Zeit um 1200 fällt, wurden wie bei der Martinskirche im benachbarten Vynen sowohl Tuff- als auch Backsteine verwendet.


Kirche St. Willibrord im Dorfzentrum

Die Ortsgeschichte von Wardt kann aber noch bedeutend weiter zurückverfolgt werden, denn ein erster, kleinerer Sakralbau an der gleichen Stelle wie das heutige Gotteshaus lässt sich schon für das 10. Jahrhundert nachweisen. Mit Ausnahme des Jahres 1608, als es während der 80-Jährigen-Krieges zu einer Schlacht zwischen spanischen und niederländischen Truppen im direkten Umfeld des Dorfes kam, hat die Weltgeschichte Wardt konsequent gemieden. Und ehrlich gesagt: Was soll sich eigentlich auch schon wichtiges in einem kleinen Bauerndorf am Niederrhein zutragen? Zumindest seien noch zwei Daten aus der neuesten Geschichte erwähnt: 1969 erfolgte die Eingemeindung nach Xanten, 1982 die Eröffnung des Freizeitzentrums an der Xantener Südsee am unmittelbaren Ortsrand von Wardt.


Xantener Südsee


Strandbad

Hinter dem klangvollen Namen Xantener Südsee verbirgt sich freilich kein Paradies mit Kokosnusspalmen und unendlichem Sonnenschein, sondern nur ein mehr als 100 Hektar großes Baggerloch mit vielfältigen, recht attraktiven Freizeitangeboten. Diese Angebote umfassen u. a. ein schönes Strandbad, diverse Wassersportaktivitäten und gastronomische Einrichtungen. Um die zahlreichen Tagestouristen bzw. Besucher des Freizeitzentrums aufnehmen zu können, hat man auch an eine ausreichende Zahl von Parkplätzen am Ortsrand gedacht. Sie übersteigt sogar deutlich die Einwohnerzahl des Dorfes. Im Zuge der touristischen Erschließung sind übrigens auch Ferienhausgebiete in Wardt entstanden.


Nordseehafen in Xanten-Wardt

Der beschauliche Ort am Niederrhein grenzt nicht nur die Xantener Südsee, sondern auch an die Xantener Nordsee, einem weiteren ehemaligen Baggerloch. An seinem Ufer befindet sich der Wardter Nodseehafen mit weiteren gastronomischen Einrichtungen. Westlich des Dorfes verbindet ein Kanal die Nordsee mit der Südsee. Einen Kilometer östlich strömt der Rhein am Dorf vorbei. Verliefe dort nicht ein durchgehender Deich, dann wäre Wardt eine vollständig von Wasser umgebene Insel. In früheren Jahrhunderten vor der Regulierung des Rheins war das Dorf tatsächlich eine Insel, denn es wurde von Flussarmen umspült. Der Fachbegriff für solche Flussinseln lautet Werder bzw. Werth. Im niederrheinischen Sprachgebrauch sagt man auch Wardt. Damit wäre also die Entstehung des Ortsnamens geklärt.

Da gerade von Inseln gesprochen wird: Auf einer Halbinsel bzw. Landzunge, die in die Xantener Südsee hineinreicht, befindet sich unmittelbar am Badestrand des Freizeitzentrums ein Hagelkreuz, das Anfang des 17. Jahrhunderts genau an dieser Stelle aufgestellt wurde. Freilich sah die Umgebung damals etwas anders aus. Das Kreuz wird von einer Säule mit Kapitell getragen, die ihrerseits auf zwei Steinblöcken und einer Fundamentplatte steht. Man vermutet, dass einer der Steinblöcke aus dem Abbruchmaterial der antiken Colonia Ulpia Traiana stammt.


Hagelkreuz





Zum Stadtbezirk Wardt gehören auch die westlich angrenzenden Bauernschaften Mörmter, Ursel und Willich. An der Kreuzung der Bundesstraße 57 und der Willicher Straße wird man von einem ungewöhnlichen Ortseingangsschild begrüßt, das von einem ausgeprägten Lokalpatriotismus in den drei Streusiedlungen zeugt: "Sie betreten die freie Republik Mörmter · Ursel · Willich." Auf dem in erster Linie land- und fortwirtschaftlich genutzten Gebiet der freien Republik liegen rund 25 Bauerngüter, die sich fast nahtlos in ihre idyllische Umgebung einfügen. Zwei größere architektonische Ensembles stechen aber in Mörmter besonders ins Auge: die aus mehreren imposanten, weiß verputzten Gebäuden bestehende Reitanlage Haus Mörmter und außerdem das ehemalige, 1921/22 gegründete Franziskanerkloster, dessen neobarock gestaltete Saalkirche ein wahres Fest für die Augen aller Besucher bietet. Die weniger aufwändig gestaltete, aber ebenfalls interessante evangelische Kirche lässt sich dagegen nicht so leicht finden. Sie wird von dichten und hohen Bäumen umgeben und befindet sich an einer Straße namens Düsterfeld. Das weiß verputzte Sakralgebäude mit niedrigem Turm wurde um 1650 erbaut und zählt zu den ältesten rein protestantischen Kirchen im Rheinland. Noch älter sind die Reste eines Rundturms aus Backstein an der Willichschen Ley, der einst Bestandteil einer Burg der Herren von Mörmter war.


Haus Mörmter


Franziskanerkloster


evangelische Kirche


idyllische Landschaft in Mörmter

 

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