10 versteckte Naturparadiese im Niederrhein Nord
Der nördliche Niederrhein ist viel mehr als flaches Land und weiter Himmel: Zwischen Rhein und Reichswald, entlang der Niers und in den Rheinauen verstecken sich Orte, an denen Natur, Geschichte und Stille zusammenkommen. Wer abseits der großen Wege unterwegs ist, entdeckt Höhlen, Seen, Parks und Halden, die sich hervorragend mit dem Knotenpunkt-Radnetz oder einer ruhigen Wanderung verbinden lassen. Diese Auswahl führt euch zu zehn lohnenden Zielen in und um die Region und zeigt, wie ihr sie mit einem Ausflug nach Xanten, Kleve oder Kevelaer kombiniert.
1. Kluterthöhle
Höhlen gelten am flachen Niederrhein als echte Rarität, und genau deshalb übt eine Schauhöhle wie die Kluterthöhle eine besondere Faszination aus. Unter Tage erwartet euch eine konstant kühle, feuchte Atmosphäre, ein Labyrinth aus Gängen und Kammern und ein Naturraum, der über sehr lange Zeiträume entstanden ist – ein spannender Gegenpol zur weiten Landschaft über Tage.
Für den Besuch gilt: festes Schuhwerk und eine wärmere Jacke gehören ins Gepäck, denn in Höhlen herrschen das ganze Jahr über ähnlich niedrige Temperaturen. Plant den Ausflug am besten als Tagestour und kombiniert ihn mit einem Stopp in einer der nahen Städte – Anregungen dazu findet ihr in unserer Übersicht der Sehenswürdigkeiten am Niederrhein.
2. Schloss Moyland
Wenige Orte verbinden Kultur und Natur so harmonisch wie Schloss Moyland bei Bedburg-Hau, ein neugotisches Wasserschloss mit weitläufigem Parkgelände. Der historische Garten mit seinen Skulpturen, Hecken und Wasserläufen lädt zu langen Spaziergängen ein und ist gerade in den Übergangsmonaten wunderbar ruhig.
Das Schloss ist heute als Museum bekannt und ein lohnendes Ziel für alle, die Kunst im Grünen mögen. Es liegt verkehrsgünstig zwischen Kleve und Kalkar und lässt sich gut per Rad erreichen. Mehr Hintergründe haben wir auf der eigenen Seite zu Schloss Moyland zusammengetragen.
3. Halde Pattberg
Die Halde Pattberg ist ein Stück Industriekultur, das die Natur zurückerobert hat. Wo einst Bergematerial aufgeschüttet wurde, führt heute ein Weg nach oben zu einem weiten Rundblick über die niederrheinische Ebene – an klaren Tagen reicht der Blick erstaunlich weit über Felder, Ortschaften und das Rheintal.
Solche Halden sind beliebte Ausflugsziele, weil sie das ansonsten flache Land mit einem echten Aussichtspunkt ergänzen. Wer die Auffahrt zu Fuß oder mit dem Rad meistert, wird oben mit Ruhe und Panorama belohnt. Ideal für den späten Nachmittag, wenn das weiche Licht über der Landschaft liegt.
4. Rayerssee
Baggerseen und Auenkleingewässer prägen den Niederrhein, und der Rayerssee steht stellvertretend für die vielen stillen Wasserflächen, an denen man dem Alltag entkommt. Schilfgürtel, Uferwege und offene Wasserflächen machen solche Seen zu wichtigen Rückzugsräumen für Wasservögel.
- Ruhige Uferspaziergänge abseits der Hauptwege
- Gute Gelegenheiten zur Vogelbeobachtung, besonders morgens
- Anbindung an das Knotenpunkt-Radnetz der Region
Wer die Wasserwelten des Niederrheins im großen Stil erleben möchte, sollte zusätzlich der Xantener Südsee einen Besuch abstatten – ein weitläufiges Seengebiet mit Bade- und Freizeitmöglichkeiten.
5. Dechenhöhle
Auch die Dechenhöhle gehört zu den Schauhöhlen, die zeigen, wie spannend die Welt unter der Oberfläche sein kann. Tropfsteine, geschwungene Gänge und eine ganz eigene Akustik machen den Gang unter Tage zu einem Erlebnis, das gerade bei Kindern für leuchtende Augen sorgt.
Ein Höhlenbesuch ist ein guter Plan B für regnerische Tage, weil das Wetter unter der Erde keine Rolle spielt. Denkt an warme Kleidung und plant Zeit für eine geführte Runde ein. Als kontrastreicher Programmpunkt passt anschließend ein Spaziergang an der frischen Luft, etwa entlang einer der Rheinpromenaden.
6. Baumkreisroute
Themenrouten machen die niederrheinische Landschaft auf besondere Weise erlebbar. Eine Baumkreisroute verbindet markante Bäume, Alleen und Landschaftsbilder zu einem Rundweg, der sich entspannt zu Fuß oder per Rad ablaufen lässt und die Aufmerksamkeit ganz bewusst auf die Natur am Wegesrand lenkt.
Der Reiz solcher Routen liegt in der Entschleunigung: Statt einem festen Ziel hinterherzueilen, genießt man die Stationen unterwegs. Plant ihr mehrere Etappen, lohnt sich ein Blick in unseren Reiseplaner, der Touren und Ausflugsideen für die Region bündelt.
7. Schlosspark Kleve
Kleve ist berühmt für seine barocken Gartenanlagen, die im 17. Jahrhundert von Johann Moritz von Nassau-Siegen angelegt wurden und bis heute das Stadtbild prägen. Sichtachsen, Kanäle, Terrassen und alter Baumbestand machen die Klever Parks zu einem der schönsten Grünräume am Niederrhein.
Der Forstgarten und die umliegenden Anlagen laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein und liegen nur wenige Schritte von den historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt entfernt. Verbindet euren Parkbesuch mit einem Abstecher zum Forstgarten Kleve oder zur markanten Schwanenburg Kleve hoch über der Stadt.
8. Heinsberger Land
Das Heinsberger Land im Südwesten schließt landschaftlich an den Niederrhein an und steht für sanfte Hügel, weite Felder und ruhige Flusslandschaften. Es ist eine Gegend für alle, die Natur ohne Trubel suchen – mit kleinen Ortskernen, Wallhecken und einem dichten Netz an Rad- und Wanderwegen.
Wer von hier aus den nördlichen Niederrhein erkundet, kombiniert die ländliche Stille gern mit den Highlights der Region. Eine gute Basis für Touren sind die Städte und Orte am Niederrhein, von der Römerstadt Xanten über die Wallfahrtsstadt Kevelaer bis zu den Rheinstädten Emmerich und Rees.